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Tauerntunnel: Das Nadelöhr für den Verkehr vom Norden in den Süden

Das letzte Nadelöhr für den Personen- und Lkw-Verkehr vom Norden in den Süden soll ab Juni 2011 geschlossen sein. Dann geht die zweite Röhre des Tauerntunnels auf der Tauernautobahn (A10) zwischen Flachauwinkl (Pongau) und Zederhaus (Lungau) in Vollbetrieb.

Nur zwei Wochen nach der Verkehrsfreigabe des Tauerntunnels am 21. Juni 1975 wurde von der höchsten Verkehrsfrequenz seit Menschengedenken von Deutschland Richtung Süden berichtet, seither hat der Verkehr ständig zugenommen.

Mittlerweile stehen Blockabfertigung und kilometerlange Stauungen vor dem Tauerntunnel auf der Tagesordnung, besonders wenn sich die Deutschen und Holländer auf den Weg Richtung Süden begeben. Mit der vollen Inbetriebnahme der zweiten Röhre durch den Tauern soll dann dieser “größte Parkplatz Salzburgs” ab Juni 2011 der Geschichte angehören.

Im Projekt vorgesehen war die Oströhre bereits von Beginn der Planungen an. Aber aus budgetären Gründen wurde dann auf den Bau zunächst verzichtet, musste doch die 6,2 Mrd. Schilling teure Scheitelstrecke zwischen Eben im Pongau und Rennweg über Anleihen und Kredite – zum Teil aus dem Ausland – finanziert werden. “Die Oströhre wird entsprechend den Verkehrserfordernissen in einer zweiten Ausbauphase später gebaut”, hieß es bereits beim Durchschlag am 19. Jänner 1974.

Als der Verkehr ständig zunahm und die Blechlawinen in jedem Sommer zu enormen Stauungen an den Wochenenden führten, wurden 1986/87 die Planungen wieder aufgenommen. Als sich Bürgerinitiativen im Lungau dem massiv widersetzten, verschwanden die Pläne wieder in der Schublade. Erst die Katastrophe im Tauerntunnel brachte dann die Wende: Am 29. Mai 1999 kam es nach einem Auffahrunfall zum Flammeninferno, bei dem zwölf Menschen getötet und 42 verletzt wurden. Ein völlig übermüdeter Kraftfahrer war mit seinem Lkw einer stehenden Fahrzeugkolonne aufgefahren. Der Unglückslenker wurde mittlerweile zu zwei Jahren Haft – davon drei Monate unbedingt – verurteilt.

Neuerlich wurden Stimmen nach einer zweite Tunnelröhre laut. Wieder war es der Lungau, der sich zur Wehr setzte, weil man eine Zerschneidung der Landschaft und ein Ansteigen der Abgase befürchtete. Mit einem 234 Millionen Euro teuren Paket an Umwelt- und Lärmschutzmaßnahmen konnte die Bevölkerung schließlich umgestimmt werden.

Mit der Errichtung der 6.546 Meter langen zweiten Röhre sowie der Sanierung der seit 1975 befahrenen alten Röhre um insgesamt 214 Mio. Euro soll das Nadelöhr durch die Niederen Tauern endgültig der Vergangenheit angehören. Die Durchschlagsfeier der zweiten Röhre erfolgt morgen, Freitag, am Nordportal unter Anwesenheit zahlreicher Politiker. Die neue Tauerntunnel-Röhre entsteht laut Asfinag nach dem modernsten Stand der Technik und den aktuellen Richtlinien für Verkehr und Straßenbau. Für die Lüftung werden alle 100 Meter zwölf Quadratmeter große Abluftjalousien montiert. Für die Sicherheit werden außerdem drei befahrbare, 17 begehbare und sechs Einsatz-Querschläge in einem Abstand von 170 bis maximal 280 Meter errichtet.

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