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Taliban in Pakistan dehnen Einfluss aus

©AP
Nach dem international umstrittenen Friedensvertrag mit der Regierung im nordpakistanischen Swat-Tal dehnen die Taliban ihren Einfluss in der Region aus. "Sie gewinnen schnell Gelände".

Das sagte am Mittwoch ein Behördenvertreter, der ungenannt bleiben wollte.

In dem an Swat angrenzenden Distrikt Buner, der nur rund 100 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt liegt, hätten die Aufständischen an strategischen Stellen Befestigungen und Straßenkontrollen errichtet. Sie hätten dort außerdem bewaffnete Patrouillen aufgenommen. Swat und Buner gehören beide zum Verwaltungsgebiet Malakand, das acht Distrikte umfasst und für das das Abkommen zwischen der Regierung und den Taliban gilt. In Buner waren die Taliban bisher weniger aktiv gewesen.

 

Das Friedensabkommen sieht vor, dass die Regierung das zum Teil drakonische islamische Scharia-Recht in der Gegend einführt und ihre Truppen abzieht. Im Gegenzug sollen die Taliban ihre Angriffe und Anschläge einstellen. Präsident Asif Ali Zardari hatte das Gesetz in der vergangenen Woche gegen den Widerstand der USA unterzeichnet. Die Taliban haben mitgeteilt, dass sie ihre Waffen nicht niederlegen wollen. Premierminister Yousuf Raza Gilani sagte am Mittwoch, dass die Taliban ihren Teil der Abmachung erfüllen müssten. “Wenn Frieden nicht wieder hergestellt wird, kann man (das Abkommen) überdenken.”

Der Behördenvertreter aus der Region sagte, mehrere Regierungsbüros in Buner seien von Aufständischen verwüstet worden, die zudem Dienstwagen erbeutet hätten. Die Taliban hätten Musik in Fahrzeugen verboten und hätten die Bewohner der Region dazu aufgefordert, “gemeinsam mit ihnen die islamische Scharia einzuführen”. Eine Miliz aus Stammesangehörigen hatte sich zunächst gegen den wachsenden Einfluss der Taliban in Buner gewehrt, den Widerstand angesichts der Übermacht der Aufständischen und der Untätigkeit der Regierungstruppen dann aber aufgegeben.

Swat war eine der beliebtesten Urlaubsziele für Pakistanis, bis der radikale Geistliche Maulana Fazlullah im Sommer 2007 den bewaffneten Kampf gegen die Regierung und für die Einführung der Scharia aufnahm. Bei den Kämpfen kamen hunderte Menschen ums Leben, knapp 300.000 weitere wurden vertrieben.

 

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