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Taizé-Gründer Frère Roger ermordet

Der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frere Roger Schutz, ist am Dienstag bei einem Angriff während eines Gottesdienstes getötet worden. Taizé-Gründer Frère Roger |Reaktionen aus Österreich.

Während des Abendgebets am Stammort der Gemeinschaft in Ost-Frankreich sei eine Frau unter den rund 2500 Anwesenden aufgestanden und habe Roger mit drei Messerstichen getötet, gab die Polizei am Dienstag bekannt. Der 90-Jährige sei sofort tot gewesen.

Die Täterin, eine 36-jährige Rumänin, sei von den Gläubigen überwältigt und festgehalten worden. Roger, ein protestantischer Pastor aus der Schweiz, war eine der führenden Figuren der ökumenischen Bewegung und genoss Respekt unter den Oberhäuptern verschiedener Konfessionen. Jährlich pilgern Tausende Jugendliche, sowohl Protestanten als auch Katholiken, nach Taizé. Der Tod von Frère Roger überschattet auch den katholischen Weltjugendtag in Köln.

Papst Benedikt XVI. hatte Frère Roger bei der Totenmesse für seinen Vorgänger Johannes Paul II. im April überraschend die Kommunion erteilt. Die katholische Kirche erteilt Nichtkatholiken regulär eigentlich nicht die Kommunion. Es kann jedoch Ausnahmen geben, wenn ein Nichtkatholik den katholischen Glauben an die Eucharistie – nämlich dass Brot und Wein durch die Worte des Priesters zu Leib und Blut Christi werden – bekennt.

In dem französischen Kloster Taizé werden schon seit längerem während der Gebetszeiten gleichzeitig das evangelische Abendmahl und die katholische Eucharistie verteilt. Frère Roger hatte die ökumenische Gemeinschaft der Taizé-Brüder 1940 im ostfranzösischen Burgund gegründet. Sie erfreut sich vor allem bei jungen Christen aus aller Welt großer Beliebtheit. Die ökumenische Gemeinschaft will das Anliegen ihres Gründers verwirklichen und die Spaltung der Christen überwinden.

Im Mai 1940 war Roger Schutz des Marsauche, Sohn einer Französin und eines Schweizer Pastors, in dem inmitten der Weinhänge des Burgund gelegenen Dorf Taizé eingetroffen, wo er sich in einem verlassenen Haus einrichtete. Geleitet von dem Vorbild seiner Großmutter, die im Ersten Weltkrieg französische Flüchtlinge aufgenommen hatte und sich bemühte, die durch den Krieg verfeindeten Christen miteinander auszusöhnen, setzte er sich das Ziel, Taizé zu einer Stätte des Gebets, des Friedens und der Aussöhnung zwischen allen Menschen christlichen Glaubens zu machen.

Im Jahr 1949 gründete er zusammen mit einigen Brüdern die Communauté von Taizé. Die ersten Brüder hatten evangelische Wurzeln, später kamen auch Katholiken dazu. Der Gemeinschaft gehören heute rund 100 Brüder aus 25 Nationen an, über ein Drittel von ihnen ist katholisch.

Auch Jahrzehnte später wunderte sich Frère Roger immer noch über den enormen Widerhall, den sein Gedanke vor allem bei jungen Leuten findet. Jahr um Jahr strömen Hunderttausende in Taizé zum Gebet, zum Nachsinnen über den eigenen Glauben oder zum Gespräch mit den Brüdern aus mehr als 25 Ländern zusammen, die selbst verschiedenen christlichen Konfessionen angehören.

Deutscher Katholik wird Nachfolger von Taizé-Gründer

Ein Deutscher wird Nachfolger des getöteten Gründers der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé in Burgund, Frère (Bruder) Roger Schutz. Bruder Alois, der seit 32 Jahren zur Gemeinschaft gehört, kehrte vom Weltjugendtag in Köln sofort nach Taizé zurück.

Taizé-Gründer Frère Roger – Ein Leben für die Ökumene

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