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Tage der Utopie - Festival für eine gute Zukunft 2021

Die Tage der Utopie 2021 können mit Besuchern stattifnden.
Die Tage der Utopie 2021 können mit Besuchern stattifnden. ©si!
Größtes Vorarlberger Bildungsfestival geht diese Woche mit mehr als 1000 Teilnehmenden online und vor Ort über die Bühne.

Seit rund 20 Jahren laden die »Tage der Utopie« jeweils eine Woche lang internationale Expert*innen nach Vorarlberg ein, um Lösungsvorschläge zu den brennenden gesellschaftlichen Problemen zu präsentieren. In Kombination mit Aufführungen zeitgenössischer Musik hat sich in den letzten Jahren ein außergewöhnliches Format etabliert, das Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anzieht.

Die Präsenzveranstaltungen finden heuer erstmals auf der Kulturbühne Ambach in Götzis statt, vertiefende Dialoge und Workshops in St. Arbogast.

Online und vor Ort möglich

Pandemiebedingt nimmt in diesem Jahr rund die Hälfte des Publikums online per Live-Stream teil. Die Modellregion Vorarlberg macht an den sechs Abenden jeweils hundert Besucher vor Ort möglich. „In den letzten Jahren ist ein lebendiges Netzwerk aus Unternehmen der Vorarlberger Industrie, internationalen Partnern wie dem deutschen Wochenmagazin Die "ZEIT" und der Philosophiezeitschrift "Hohe Luft" vielen gemeinwohlorientierten Institutionen entstanden. Sie nützen die Tage der Utopie als Impuls für die Arbeit an eigenen Zukunftsbildern und innovativen Projekten“, erklärt Programmleiter Hans-Joachim Gögl eine der Grundlagen für den langfristigen Erfolg der Reihe.

Am Montag (26.4.) startet das Festival mit einer Vision zur Zukunft unserer Arbeitswelt. Weitere Themen sind unser Umgang mit Angst und Ohnmacht, Klimawandel und Artensterben oder neue Formen von Mobilität, Bauen und Wohnen.

Die Vortragenden und Themen der Tage der Utopie 2021

Den Auftakt am Montag, den 26. April macht der Bielefelder Experte für digitalen Wandel Lasse Rheingans mit dem Vortrag "Der 5-Stunden-Tag. Digitalisierung und Neue Arbeit". Er wagte mit dem eigenen Unternehmen das Experiment einer 25-Stunden-Arbeitswoche bei vollem Gehalt und mit Urlaub. Das Ergebnis war so überraschend wie überzeugend: eine höhere Produktivität in kürzerer Zeit sowie begeisterte und kreativere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist erfolgsversprechend, Arbeit komplett neu zu denken.

Am Dienstag, den 27. April referiert Matthias Glaubrecht über "Das Ende vom Ende der Artenvielfalt. Eine Rückschau auf das Jahr 2062". Der Evolutionsbiologe leitet als Professor für Biodiversität das Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg. In seinem utopischen Bericht aus der Zukunft wird er konkrete Maßnahmen schildern, wie die Menschheit angesichts des größten Artenschwunds seit dem Aussterben der Dinosaurier die Wende in unserer heutigen Zeit gerade noch schaffte.

Mittwoch, den 28. April gibt Ariadne von Schirach Anstöße dazu "Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden. Die Zukunft ist offen". Die freie Journalistin und Autorin unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken u. a. an der Universität der Künste Berlin. Wachsenden Ängsten aufgrund von Klimawandel, Verschwörungstheorien, Populismus oder auch der Konfrontation mit Rassismus, Sexismus und den fatalen Folgen unserer profitorientierten Lebenswiese stellt sie die Chance gegenüber, sich all dem mit Anstand und Courage, Humor und Zuversicht zu stellen. Wie sich die Zukunft gestaltet, liegt an uns.

Am Donnerstag, den 29. April wird dann der in Wien lebende, international erfolgreiche Schriftsteller Ilija Trojanow über "Geschichten, die verwandeln" reflektieren. Die Kernfrage, zugleich der Untertitel lautet: Wie erzählt man eine Utopie so, dass alle sofort in sie auswandern wollen? Die Schwierigkeit ist nicht, sich eine bessere Welt vorzustellen, sondern von dieser begeisternd zu erzählen. Wir haben also kein politisches Problem, sondern ein kommunikatives. Neue Lösungen benötigen neue Erzählungen.

Freitag, den 30. April wird sich Reiner Nagel in seinem Referat der "Vision Baukultur. Von der Auto-Region zur Region für Kinder" widmen. Der Architekt und Stadtplaner leitet die deutsche Bundesstiftung Baukultur in Potsdam und berät die deutsche Bundesregierung zu Fragen der Stadtentwicklungspolitik. Laut ihm bedarf es eines Stadtumbaus für eine neue Mobilität, bei der das Auto vom Maß der Dinge zum Ding mit Maß wird. Die Bedürfnisse der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Kinder, sollten zum Maßstab für Lebensqualität bei der Gestaltung öffentlicher Räume werden.

Abgerundet werden die Tage der Utopie 2021 am Samstag, den 1. Mai mit dem Vortrag "Change-Making – Strategien des Wandels. Vom Wissen zum Tun", den die 28-jährige Nora Wilhelm hält. Sie wurde u. a. von der UNESCO für ihre Arbeit als ‚Young Leader‘ ausgezeichnet, studiert zurzeit einen berufsbegleitenden Master in Sozialer Innovation an der Universität Cambridge und ist Co-Gründerin von „collaboratio helvetica“. Die von Jugend an engagierte Changemakerin beschäftigt sich mit dem Wie des Wandels: Haltungen, Strategien und konkrete Werkzeuge, um vom Wissen zum Tun zu kommen

Sämtliche bisherigen Vorträge aus bald 20 Jahren sind als Video-Podcast auf der Website erhältlich. Außerdem erscheinen alle Beiträge und Musikwerke in einer eigenen Buch- und CD-Reihe.

Weitere Infos, darunter das detaillierte Programm, sowie die Mail-Kontaktadresse für die Anmeldung – finden sich hier.
Es gilt das Prinzip „first come, first serve“, weshalb sich eine möglichst frühzeitige Anmeldung empfiehlt!

Facts:

Tage der Utopie 2021 Montag 26. April – Samstag 01. Mai 2021
Kulturbühne AMBACH sowie Bildungshaus St. Arbogast in Götzis / Vorarlberg
Details und Anmeldung: www.tagederutopie.org
Veranstalter: Tage der Utopie Verein zur Entwicklung enkeltauglicher Zukunftsbilder

(VOL.AT)

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