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Szenekundig, aufgeweckt

©VOL.at/Roland Paulitsch
Für Jacqueline Oberwinkler sind 90 Fußballminuten oft Dienstzeit. Verlängerung inklusive.

„SKB“. Diese Bezeichnung trägt Jacqueline Oberwinkler an Freitagabenden sehr häufig. „SKB“ steht für szenekundige Beamte. Das sind Polizistinnen und Polizisten, die mit Vertretern von Fußballfangruppen schon im Vorfeld eines Fußballspiels dafür sorgen sollen, dass alles friedlich bleibt. Die 24-jährige Dornbirner Polizistin wird auch heute wieder als „SKB“ im Reichshofstadion sein, wenn die Austria und der LASK die Klingen kreuzen.

Klares Berufsziel

Aber ob Jacqueline nun im Reichshofstadion als Zivilbeamtin Dienst versieht oder auf den Straßen von Lustenau, ist für die 24-jährige Dornbirnerin einerlei. „Ich bin überall mit Leib und Seele Polizistin und freue mich auf jeden Tag im Dienst“, sagt sie mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. Schon früh habe sie gewusst, dass Polizistin ihr Traumberuf sei. „Da kommst du mit Leuten zusammen und musst nicht hinter einem Bürotisch sitzen. Das gibt’s nicht in jedem Beruf.“ Möglichkeiten hätte die zart gebaute Frau durchaus auch andere gehabt. Schließlich besuchte sie das BRG Dornbirn-Schoren und machte dort auch die Matura. Doch der Traumberuf Polizistin blieb ihr Traumberuf. Und als sie sich für einen Platz an der Polizeischule in Gisingen bewarb, bestand sie alle Tests erfolgreich und wurde dort mit offenen Armen aufgenommen. Am Dienstort Lustenau fühlt sie sich wohl. „Obwohl Lustenau eine Kommune ist, wo sehr viel los ist. Neben den Städten gilt die Marktgemeinde als schwierigster Ort für einen Polizisten.“ Doch die als aufgeweckt geltende Beamtin schätzt das kollegiale Umfeld am Posten und spart auch für Postenkommandant Herbert Strini nicht mit Lob. „Ein sehr guter und angenehmer Chef.“ Ihre Frau muss Jacqueline dennoch tagtäglich stellen, sich in schwierigen Situationen behaupten und auch Verhaftungen vornehmen. „Bis jetzt hatte ich noch keine Probleme.“ Und als sich beim Fußball einmal ein Problem sprichwörtlich auftürmte, halfen ihr solidarische Fans. „Da wollte einer auf mich losgehen. Doch andere Fans haben mich beschützt.“ Sie sagt das nicht ganz ohne Stolz.

Dienst in Zivil

Jacqueline Oberwinkler weiß zum jetzigen Zeitpunkt nicht, wohin sie ihr Weg bei der Polizei noch führen wird. „Derzeit ist die Arbeit am Posten für mich ideal. Die beste Möglichkeit, Erfahrungen in mehreren Bereichen zu sammeln. Ich bin ja auch in verschiedenen Sonderverwendungen: Szenebeamtin beim Fußball, Suchtmittel, Sexualdelikte.“ Vielleicht würde sie einmal die Kriminalabteilung reizen. „Aber eigentlich ist es im Moment zu früh, mich in eine Richtung wirklich festzulegen.“ Festgelegt ist hingegen ihr Dienstplan am heutigen Freitag. In Zivil wird die hübsche Dornbirnerin im Reichshofstadion anwesend sein. Und kalmierend einwirken, sollte es irgendwo „heiߓ werden.

Zur Person

Jacqueline Oberwinkler
Geboren: 19. September 1986
Beruf: Polizistin
Wohnhaft : Dornbirn
Familienstand: in Partnerschaft
Hobbys: Reisen, Kochen
Lieblingsspeise: Käsknöpfle

(VN)

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