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System mit vielen Rädchen

©VMH/Andreas Uher
Feldkirch - Krankenhäuser setzen auf Maßnahmenpaket bei Verabreichung von Infusionen.

Ein gewisses Restrisiko gebe es immer. Dazu stehen die Hygiene-Verantwortlichen der Landeskrankenhäuser. „Aber wir versuchen natürlich alles, um auch das auszuschalten“, ergänzt Mag. Martina Pointner von der Kommunikationsabteilung der Krankenhausbetriebsgesellschaft. Verschiedene Maßnahmen, die unabhängig voneinander wirken, sollen Fälle wie an der Universitätsklinik Mainz, wo inzwischen bereits drei Säuglinge an mit Darmbakterien verunreinigten Infusionen gestorben sind, verhindern.

Frische Zubereitung

Im vergangenen Jahr benötigten die Landeskrankenhäuser 600.000 Infusionslösungen, Ernährungsbeutel und Dialysekonzentrate. Das LKH Feldkirch allein verabreichte rund 370.000 Stück an Kinder und Erwachsene. „Die Infusion wird für jeden Patienten frisch zubereitet“, erklärt Martina Pointner. Dass nur lupenreine Flüssigkeit durch die Schläuche rinnt, liegt in der gemeinsamen Zuständigkeit der behandelnden Ärzte und betreuenden Pflegepersonen. Die Einhaltung der für diesen Vorgang geltenden Regeln wiederum überwachen Mitarbeiter der Abteilung für Hygiene und Infektionsvorsorge. Sie wurde vor zwei Jahren gegründet und umfasst alle Landeskrankenhäuser. Leiterin ist OA Dr. Gabriele Hartmann. Insgesamt gibt es acht Mitarbeiter, die sich monatlich zu einer gemeinsamen Besprechung treffen. Priorität hat laut Pointner die laufende Verbesserung der Hygienearbeit. So konzentrierten sich die Bemühungen der letzten Zeit vor allem darauf, in einem neu überarbeiteten Hygieneordner einheitliche Hygienestandards umzusetzen. Man agiere also nicht nur anlassbezogen, sondern ständig. Als weitere Tätigkeitsschwerpunkte werden fortlaufende Personalschulungen und Beratungen bezüglich krankenhaushygienischer Fragestellungen sowie die Überprüfung medizinisch-technischer Geräte hinsichtlich ihrer hygienischen Unbedenklichkeit genannt.

Infektionsüberwachung

Andere wichtige Rädchen im Sicherheitssystem sind die von Dr. Peter Weiß geleitete Qualitätssicherungskommission sowie die Krankenhaus-Apotheke. Auch deren Mitarbeiter erscheinen regelmäßig auf den einzelnen Stationen, um die adäquate Zubereitung der Infusionen zu überprüfen. Außerdem lässt sich mit Hilfe eines elektronischen Qualitätssicherungsprogrammes die Anzahl der Infektionen kontrollieren. „Kommt es zu einer auffälligen Häufung, scheint das sofort auf“, erläutert Martina Pointner. Diese Infektionsüberwachung mache ein Gegensteuern sofort möglich. Sie verweist auch darauf, dass es derzeit keinerlei Probleme mit Infektionen an den Spitälern gebe und man sich diesbezüglich durchaus mit großen Zentren vergleichen könne. Vorrangiger Grund sei die wirklich „penible Einhaltung“ der Hygienestandards.

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