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Symphoniker im Liebestaumel

Die Liebe ist das große Thema der diesjährigen Bregenzer Festspiele. Die Wiener Symphoniker nahmen in ihrem ersten Orchesterkonzert den Faden auf.

In ihrem ersten Orchesterkonzert führten die Wiener Symphoniker die Beziehungsgeschichten der beiden Opern am See und im Haus fort.

Von der unbeschwerten, tänzerisch leichten Liebe in Wien (Johann Strauß, Liebeslieder) über die temperamentvolle, heiß glühende Liebe aus Russland, Polen und Ungarn (Johannes Brahms, Liebeslieder) bis zum berühmtesten Paar der Welt: Romeo und Julia.

Zu Hause im Dreivierteltakt

Dirigent Vladimir Fedoseyev zeichnete vor allem bei Strauß transparente Klangbilder und ließ durch charismatische Impulse Bögen wie von selbst anschwellen und sich wieder beruhigen. Ja, im Dreivierteltakt ist dieses Orchester zu Hause.

Kontrastreich wurden die neun Tanzlieder, die Johannes Brahms zum “Liebeslieder-Walzer” zusammengefasst hat, interpretiert. Eine kleinere Besetzung der Symphoniker begleitete den Moskauer Kammerchor (Leitung Vladimir Minin). Dieser verwandelte zwar die deutsche Sprache in eine, nur mit dem Herzen verständliche, vermittelte dafür jedoch sanfte, wohlige, vielleicht etwas wehmütige Klänge. Erfrischend aber die zornigen Staccati, die Fedoseyev mit Ellbogen und Fäusten herausbrachte.


Das berühmteste Paar

Mit großen Intervallen deutet Tschaikowsky in die fragwürdige Zukunft von Romeo und Julia. Zoran Todorovich und Marina Mescheriakova sangen das Duett aus der gleichnamigen Oper. Die beiden erhielten stürmischen Beifall.

Die eigenwillig zusammengestellten Sätze aus Prokofievs Ballettsuiten “Romeo und Julia” begannen mit dem quirligen “Mädchen Julia” mit wundervoll klaren Flöten- und Cellosoli. In den wütenden Läufen von “Tybalts Tod” wirbelten die Geigen zu Höchstleistung auf. Dafür tat sich das tiefe Blech um so schwerer, sich im dreifachen Fortissimo auf eine stringente Intonation zu einigen.

Wenn der berühmte Streit zwischen den Montagues und den Capulets deshalb in einem verwackelten Schlussakkord endete, weil das Orchester hier bis zu seinen Grenzen musizierte, so ist das gut nachvollziehbar, denn, die großen Wunder passieren angeblich immer an der Grenze zur Katastrophe.

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