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Sympathisches Ensemble

©Petra Rainer
Mitten im Grünen, am Fuße des Sattelbergs in der Vorderlandgemeinde Klaus, planten die Architekten Dieter Klammer und Martin Hackl eine charmante Kleinwohnanlage. Auf einem annähernd trapezförmigen Grundstück entlang des Klausbachs entstand ein abwechslungsreicher zwei- bzw. dreigeschoßiger Wohnbau.
Sympathisches Ensemble

Die Wohnanlage in herrlicher Lage wird von zwei unterschiedlich hohen Baukörpern gebildet und verfügt insgesamt über elf Mietwohnungen. Zwischen den beiden Gebäudeteilen spannt sich ein Innenhof auf, der beim Ankommen den Blick auf einen hochgewachsenen Birnbaum freigibt – ein Treffpunkt in der Mitte, der Kommunikation ermöglicht. Über den angrenzenden Laubengang werden alle Wohnungen erschlossen. Eine Brücke im ersten Obergeschoß verbindet die beiden Teile.

Das niedrigere Bauvolumen verläuft parallel zum kleinen Bach und nimmt in beiden Geschoßen jeweils drei Wohnungen auf, die nach Süden ausgerichtet sind. „Das vordere Haus ist bewusst niedriger gehalten und fügt sich daher gut in die bestehende Bebauungsstruktur ein“, erklärt Architekt Dieter Klammer. Ebenerdig besitzen die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen Terrassen mit kleinen Vorgärten; im ersten Stock verfügen sie über geräumige Loggien. Zwischen den einzelnen Loggien bzw. Terrassen sind Holzboxen angeordnet, die von den jeweiligen Wohnungen als außen liegende Abstellräume genutzt werden. Sie dienen zudem als Trennelemente und sorgen für Privatsphäre. Der rückseitige Baukörper ist um ein Geschoß erhöht. In den unteren beiden Ebenen befinden sich hier je zwei nach Westen orientierte Wohneinheiten. Die gesamte Fläche der dritten Etage wird von einer Penthouse-Wohnung eingenommen, die komplett als Holzbau ausgeführt ist. Hier sind die Räume besonders hoch. Mit 100 m2 ist es die größte Wohneinheit der Anlage. Der großzügig gestaltete Wohn-/Essbereich mit offener Küche gewinnt durch raumhohe Verglasungen zusätzlich an Weite. Richtung Süden und Westen springt das Volumen zurück und bildet so eine außerordentlich weitläufige Terrasse mit Panoramablick ins Rheintal und auf die Schweizer Berge. In hohem Maße wohnlich wirken die Brüstungsverkleidung aus Holz sowie der Holzrost als Bodenbelag; auf dem weichen, sonnengewärmten Lärchenholz läuft es sich barfuß sehr angenehm.

„Wir wollten eine Wohnanlage errichten, in der wir auch selber gerne wohnen und uns wohlfühlen würden“, erzählt Bauherr Stefan Werle. „Darum entschieden wir uns bewusst dafür, mit großer Sorgfalt und erhöhtem Standard zu bauen.“ „Wir haben selber bereits in Wohnanlagen gewohnt und konnten diese Erfahrung mit einbringen“, erklärt Angelika Werle-Postai. Sowohl bei der architektonischen Gestaltung als auch bei der Materialwahl zeigt sich der hohe ästhetische Anspruch der privaten Bauherrschaft.

Der in Stahlbeton-Skelettbauweise und mit vorgefertigten, zellulosegedämmten Holzelementen errichtete Mischbau ist von einer Schindelfassade überzogen. Im Bereich des Stiegenaufgangs vom ersten zum zweiten Obergeschoß ragen hohe, massive Holzlamellen vertikal angeordnet nach oben und schaffen auf gelungene Art und Weise einen skulptural anmutenden Filter. Die fensterlose Ostfassade wird durch das halboffene Wandelement aufgebrochen und aufgelockert; es gelangen Licht und Luft in das Stiegenhaus. Ostseitig schließt an den dreigeschoßigen Baukörper ein Carport mit schlichtem Betondach an. Der rückseitige Gebäudeteil ist im Gegensatz zum straßenseitigen Baukörper vollständig unterkellert und verfügt über Kellerabteile für jede Wohneinheit sowie über einen gemeinsamen Fahrradkeller.

Außen wie innen zieht sich die reduzierte Materialisierung durch. Schlichte und einfache Werkstoffe kommen den konstruktiven und nutzungsbedingten Anforderungen entsprechend zum Einsatz: Sichtbeton und vor allem viel Holz. Die Schindelfassade, sämtliche Fenster und Türen sowie die Holzböden der Terrassen und Balkone sind aus unbehandeltem Lärchenholz. Nach innen versetzte Wandflächen in den Laubengängen und bei den Loggien sind mit unbehandelten Fichtenholz-Dreischichtplatten verkleidet. In den Wohnungen befinden sich Parkettböden aus Eichenholz und Sichtbetondecken, die ohne spezielle Anforderungen mit Standard-Schaltafeln geschalt wurden. Die Decken werden in den Laubengängen im Außenbereich weitergeführt, wo sie auf puristische Betonfertigteiltreppen ohne zusätzlichen Belag treffen.

Die raumhohen Fensterfronten sind durch die großen Vordächer konstruktiv vor direkter Sonneneinstrahlung im Sommer geschützt. Die nach Süden orientierten Gartenwohnungen verfügen zusätzlich über Jalousien, die als Sonnen- und Sichtschutz dienen. Und die schöne Baumkrone des alten Birnbaumes wirft ab dem Nachmittag auf der Westseite einen angenehmen Schatten.

Daten & Fakten

Objekt Wohnanlage Am Bach, Klaus
Eigentümer/Bauherr Werle Immobilien OG, Koblach
Architektur architektur.terminal hackl und klammer, Röthis, www.architekturterminal.at
Statik zte Leitner, Schröcken, www.zte.at
Fachplaner Bauphysik: Reiner Erich, Bezau
Planung 4/2014–11/2014
Ausführung 1/2015–11/2015
Grundstücksgröße 1700 m²
Bruttogeschoßfläche 1338 m²
Wohnnutzfläche 748 m²
Bauweise: Hybridbauweise: Stahlbetondecken auf Stahlstützen, zwei Baukörper, die mit einem außen liegenden Treppenhaus, Lift und Laubengang erschlossen sind. Ein Baukörper ist unterkellert. Außenwände als vorgefertigte Holzelemente; Holzfenster aus Lärchenholz mit Dreifach-Verglasung; Lärchenschindelfassade. Dächer extensiv
begrünt. Loggien und Laubengänge wurden mit Dreischichtplatten verkleidet. Erdsondenbohrung und Heizverteilung über Fußbodenheizung. Photovoltaik Anlage auf den Dächern
Besonderheiten: Enge Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Architekten und Generalunternehmer mit stets offener Kommunikation in Bezug auf das definierte Ziel
Ausführung: Generalunternehmer: oa.sys baut, Alberschwende; Baumeister: Hinteregger, Bregenz; Holzbau: oa.sys, Alberschwende; Heizung: Dorfinstallateur,
Wolfurt; Elektro: Prostrom, Lustenau
Energiekennwert 39,29 kWh/m² im Jahr

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

Für den Inhalt verantwortlich:
vai Vorarlberger Architektur Institut
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Mit freundlicher Unterstützung durch Arch+Ing

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