ÖSV-Superstar Hermann Maier beendet seine Karriere

Hermann Maier hat am Dienstagnachmittag das Ende seiner großen Skikarriere bekanntgegeben. Der Abschied des 36-jährigen Superstars war hochemotional, beim "Herminator" flossen die Tränen in Strömen.
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“Nach reiflicher Überlegung, aber letztendlich doch spontan, ist die Entscheidung gefallen, dass ich einen Schlussstrich ziehen und meine Karriere als Skirennfahrer beenden werde”, verkündete Maier, der seine vorbereiteten Rücktrittsworte von Weinkrämpfen gebeutelt immer wieder unterbrechen musste.

Die Entscheidung gegen eine Teilnahme an der Olympia-Saison 2009/10 ist gefallen, obwohl bzw. gerade weil sich der Salzburger laut eigenen Angaben in einem hervorragenden körperlichen Zustand befindet. Vergangene Woche hatte Maier, der sich Ende März einer Arthroskopie im rechten Knie unterzogen hatte, auf dem Gletscher in Sölden beinahe beschwerdefrei rennmäßig trainiert.

“Alles ist nach Plan verlaufen. Aber gerade deshalb ist meine Entscheidung so ausgefallen. Denn mein großes Ziel war es, noch einmal körperlich richtig in Schuss zu kommen. Und das ist mir so gelungen wie ich es mir vorgestellt hatte. In diesem guten Zustand konnte ich dann entscheiden, ob ich meine Karriere fortführe oder aufhöre”, erklärte Maier, der seine Entscheidung am vergangenen Freitag in seinem Anwesen am Ufer des Attersees traf und danach zunächst ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel informierte.

“Mir ist bewusst, dass nun ein herausragender Lebensabschnitt zu Ende geht. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, ganz im Gegenteil, sie ist mir sehr, sehr schwer gefallen. Natürlich schwingt jetzt große Wehmut mit, schließlich trenne ich mich von meinem Traumberuf und beende eine Karriere, wie ich sie mir als Bub nicht schöner hätte ausdenken können. Aber ich bin dankbar für eine fantastische Zeit”, so Maier, der im Laufe seiner Karriere u.a. zwei Olympia- und drei WM-Goldene sowie viermal den Gesamt-Weltcup gewonnen hat.

Der Auftritt Maiers, über dessen Zukunft seit vielen Wochen gerätselt worden war, war perfekt inszeniert. Leodegar Pruschak vom langjährigen Maier-Sponsor Raiffeisen berief Dienstag früh per Mail um 8:32 Uhr kurzerhand eine Pressekonferenz für 14:00 Uhr in der Wiener Hofburg ein. Daraufhin brach unter Medien und Fans das große Rätselraten aus, aufgrund des zu erwartenden Abtritts des Stars entschloss sich der ORF sogar zu einer Liveübertragung des Events.

Um 13:58 Uhr marschierte Maier dann begleitet von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Pruschak im Dachfoyer der Hofburg ein. Ebenfalls anwesend waren u.a. ÖSV-Alpinchef Hans Pum, Herren-Cheftrainer Toni Giger und Maiers langjähriger Trainer, Freund und Weggefährte Andreas Evers.

Maier bedankte sich explizit nicht nur bei allen Anwesenden vom ÖSV (“Sie haben spät aber doch erkannt, dass es da ein verstecktes Talent in Österreichs Bergen gibt”) und Raiffeisen, sondern auch bei seinen Eltern (“Sie haben es geschafft, einen hyperaktiven Jungen auf die richtige Bahn zu bringen”), seinem Bruder Alexander, seinen Fans, seinem Heimatort Flachau, Fitness-Coach Heinrich Bergmüller und Dr. Artur Trost, der Maier u.a. nach seinem schweren Motorradunfall 2001 behandelt hatte.

Über seine Zukunftspläne wollte Maier am Dienstag noch nicht sprechen. “Ich bin jetzt einmal sehr froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Ich freue mich auf die Zeit danach, die sicher sehr spannende Kapitel zu bieten hat”, meinte Maier und schloss seine Rede mit einer Entschuldigung für seine starken Emotionen und folgenden Worten: “Danke und Pfiat euch.”

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