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ÖSV: Neues "Power Team" im Entstehen

Ski-Österreich sorgt sich dieser Tage um die Zukunft des einst so dominanten Herren-Teams. Geht es nach den ÖSV-Bossen, dann sind diese Befürchtungen trotz der aktuellen Medaillenflaute unbegründet.

“Unsere junge Partie wird uns in Zukunft sehr viel Freude bereiten”, versicherte Alpinchef Hans Pum.

Alle zehn Finger abschlecken darf sich ein Verband natürlich, wenn er ein Talent wie Marcel Hirscher in seinen Reihen hat. Der Salzburger ist 19 Jahre jung und fährt bereits in der Weltspitze mit. “Aber Hirschers wachsen auch nicht auf Bäumen”, weiß Günter Obkircher, der Europacup-Cheftrainer des ÖSV.

“So einen wie Hirscher hat man schon lange nicht mehr gesehen, solche Kaliber gibt es nicht oft. Das ist schon ein großes Versprechen für einige Jahre”, so Obkircher über Österreichs derzeit größte Zukunftshoffnung, die man eigentlich schon länger nicht mehr als Rohdiamant bezeichnen darf.

Der Europacup, die Vorstufe zum Weltcup, ist natürlich der beste Indikator, wie es um die Zukunft einer Ski-Nation bestellt ist. Allerdings muss man diese Ergebnisse doch mit gehöriger Vorsicht betrachten, denn der Sprung vom Europa- in den Weltcup ist doch ein beträchtlicher. Gemäß der Europacup-Messlatte formiert sich aber schon ein neues ÖSV-“Power Team”, denn aktuell liegen in den Top-Neun der Europacup-Gesamtwertung nicht weniger als sieben Österreicher.

Es sind dies Philipp Schörghofer (1.), Florian Scheiber (3.), Reinfried Herbst (4./brachte sich mittels Europacup-Slaloms in Hochform), Bernhard Graf (6.), Patrick Bechter (7.), Christoph Nösig (8.) und Max Franz (9.). Ähnlich hatte es in den allerbesten Zeiten der ÖSV-Herren auch im Weltcup ausgesehen.

Der Gesamt-Sieger des Europacups darf sich ab dieser Saison über eine ganz spezielle Belohnung freuen, er hat nämlich dann in der darauffolgenden Weltcup-Saison einen Fixplatz in sämtlichen Rennen. Alles beim Alten bleibt in den Disziplinen-Wertungen, da erhalten jeweils die Top-Drei des Europacups einen Fixplatz im Weltcup der jeweiligen Disziplin.

Die größten Sorgen macht sich die Öffentlichkeit aktuell in den Speed-Bereichen. In der Abfahrt heißen die besten Zukunftsaktien laut aktuellem Stand Franz, Graf, Scheiber und Joachim Puchner. Laut Obkircher könne man aber auch einen Youngster wie Matthias Mayer mit auf die Rechnung nehmen. Im Super-G sieht es ähnlich aus, da steht allerdings auch noch Manuel Kramer recht weit oben auf der Liste.

Im Riesentorlauf könnte vor allem Nösig zu einem heißen Eisen heranwachsen. Insgesamt könne man laut Obkircher sagen, “dass es für die Zukunft ganz gut ausschaut”. Die Zukunftssicherung sei aber keinesfalls ein Selbstläufer, die Strukturen werden regelmäßig ein wenig verändert und angepasst. “Man muss stark am Ball dran bleiben, denn die anderen Nationen schlafen auch nicht.”

Dass die Österreicher aber nun auf Jahre hinweg von den wiedererstarkten Erzrivalen aus der Schweiz überrollt werden könnten, ist gemäß Europacup-Ergebnissen nicht zu befürchten. So befindet sich etwa der beste Schweizer der Europacup-Riesentorlauf-Wertung auf Rang 33.

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