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ÖSV-Asse greifen nach Gold

17 Jahre nach Olympia-Gold von Patrick Ortlieb geht es für die Abfahrer am Samstag in Val d'Isere um den Weltmeister-Titel.

Dass der Bellevarde ein rot-weiß-roter Gold-Berg bleibt, dafür wollen vor allem Österreichs zwei aktuelle Top-Abfahrer Michael Walchhofer und Klaus Kröll sorgen. Ein großes Fragezeichen steht hinter der Leistungsfähigkeit von Hermann Maier, den in den vergangenen Tagen eine starke Verkühlung fest im Griff hatte.

Maiers Formkurve hatte in der Abfahrt bis vergangenen Sonntag nach oben gezeigt, danach legte eine starke Verkühlung den Salzburger flach. Der Zustand des 36-Jährigen bessert sich zwar von Tag zu Tag (“Ich merke, dass meine Gehirnzellen wieder erwachen”), am liebsten wäre Maier aber natürlich eine wetterbedingte Verschiebung.

Zu seinen Medaillenchancen meinte Maier: “Ich bin schon wieder weitaus positiver gestimmt. Aber die Chancen sind ganz klar von meinem körperlichen Zustand abhängig.” Um im Gegensatz zum Super-G (Platz 18) konkurrenzfähig zu sein, müsse Maier “über die Grenzen hinausgehen”. “Und das wird das Schwierige”, so Maier, der in der Abfahrt seit mehr als drei Jahren sieglos ist. Als zusätzliches Problem bei der Genesung sieht Maier die Höhenlage von mehr als 1.800 m in Val d’Isere.

Walchhofer ist Österreichs bis dato letzter Abfahrts-Weltmeister. 2003 in St. Moritz hatte der – zu diesem Zeitpunkt im Weltcup noch sieglose – Salzburger doch ein wenig überraschend triumphiert. “Vor der WM 2003 war ich ein relativ unbeschriebenes Blatt. Seitdem ist extrem viel passiert, fast alles war positiv für mich”, erklärte Walchhofer, der seit 2003 in der Abfahrt u.a. zweimal den Disziplinen-Weltcup, elf Weltcup-Rennen und Olympia-Silber gewonnen hat.

Dass die ÖSV-Herren seit 2003 auf eine WM-Goldene warten und zum Auftakt der WM 2009 im Super-G medaillenlos geblieben sind, lässt Walchhofer nicht an sich heran. “Wenn wir daran denken würden, wäre das nur ein unnötiger Druck. Wir wollen natürlich alle Gold für Österreich holen.”

Walchhofer zählt sich nicht zu den absoluten Topfavoriten, in diesem Kreis sieht er Super-G-Weltmeister Didier Cuche, Kröll, Bode Miller, Didier Defago und Christof Innerhofer. Auf der Rechnung haben muss man aber natürlich auch Titelverteidiger Aksel Lund Svindal. Die Abfahrt in Val d’Isere sei schwer mit irgendeiner anderen zu vergleichen, dennoch weiß der aktuelle Leader im Abfahrts-Weltcup, dass er hier sehr schnell sein kann. “Ich habe auch hier den gewissen Grund-Speed.”

Das gilt auch für seinen Landsmann Kröll, der in Val d’Isere die erste WM-Abfahrt seiner Karriere bestreitet. Die Tatsache, dass ihm diesmal der Druck der teaminternen Qualifikationen erspart geblieben ist, machte die Sache für den Steirer um einiges leichter. “Das ist ein ganz anderes Gefühl. Normalerweise bin ich zur WM gefahren und habe nicht gewusst, ob ich überhaupt fahren darf. Diesmal habe ich mir einen Plan zurechtlegen können und musste mich im Training nicht verausgaben.”

Trotz der ganz speziellen Charakteristik der Abfahrt glaubt Kröll, dass auch hier “die üblichen Verdächtigen” vorne sein werden. “Und das sollte gut für mich sein”, weiß Kröll, der im laufenden Winter derzeit auf Rang des Abfahrt-Weltcups liegt.

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