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Susanne von Almassy ist tot

Die Wiener Kammerschauspielerin und Ehrendoyenne des Theaters in der Josefstadt, Susanne von Almassy, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. [Video im Text]

Das teilte das Theater in der Josefstadt am Montagvormittag der APA mit. Von Almassy, geboren am 15. Juni 1916 in Wien, war an allen großen Bühnen in Wien tätig.

Sie zählte zu den großen Salondamen des Wiener Theaters, wiewohl ihr Repertoire vom Klassiker über die Boulevard-Komödie bis zum Musical reichte: Susanne von Almassys langjährige Bühnen- und Filmkarriere führte sie ab 1938 an alle wichtigen Häuser in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Die Kammerschauspielerin, die seit 1949 Ensemblemitglied und seit 1996 Ehren-Doyenne des Theaters in der Josefstadt ist, verstarb heute, Montag, (16. Februar) 92-jährig in Wien.

 

Von Almassy, geboren am 15. Juni 1916 als Tochter eines Offiziers in Wien, besuchte die Rezitations- und Schauspielklasse der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Nach ihrer Schauspielprüfung 1938 folgten erste Engagements in Deutschland, u.a. in Gera, Chemnitz und dem Hamburger Schauspielhaus. Während des Krieges drehte sie Filme in Berlin. Mit Hans Söhnker und Hertha Feiler stand sie 1943 für “Der Engel mit dem Saitenspiel” vor der Kamera. 1946 kehrte die Künstlerin in die österreichische Hauptstadt zurück und spielte hier an den Kammerspielen (“Intimitäten” von Noel Coward), am Volkstheater, Burgtheater, Theater an der Wien und an der Josefstadt.

Neben zahlreichen Verpflichtungen im Ausland (u.a. Hamburg, München, Basel, Zürich) hielt von Almassy vor allem der “Josefstadt” die Treue, die sie 1994 zum Ehrenmitglied ernannt hat. Als “Josefstädterin” galt sie schon, noch ehe sie sich fest an das Haus band. Das Publikum liebte und schätzte sie als Komödienspielerin für ihre Ironie und zeitlose Eleganz. Die Schauspielerin stand in über 100 Stücken auf der Theaterbühne, darunter in Schnitzlers “Der einsame Weg”, Molnars “Der Schwan” und Shaffers “Laura und Lotte”, sie spielte Autoren wie Noel Coward, Eugene Scribe, Anton Tschechow, William Shakespeare und G.E.Lessing.

Aus der jüngeren Vergangenheit ist sie unter anderem als Baronin in Hofmannsthals “Der Unbestechliche” (1994/95), als Regina in Santanellis “Königin Mutter” (1992/93) oder als Madame Latour in Feydeaus “Monsieur Chasse oder Wie man Hasen jagt” (1990/91) in Erinnerung. Zuletzt war sie in den Kammerspielen 1998 in “Zwei ahnungslose Engel” und in der Josefstadt 1999 in Kurt Heintels Jubiläumsmatinee zu sehen und wirkte nochmals im Jahr 2001 in Elfriede Otts “Der Komödie zweiter Teil” mit.

Die Ehefrau von Rolf Kutschera, dem langjährigen Direktor des Theaters an der Wien, war auch in der Sparte Musical tätig, u.a. in den Produktionen “Gigi” und “Das Lächeln einer Sommernacht”. Außerdem trat sie auch in je rund 20 Filmen und TV-Produktionen mit Stars wie O.W. Fischer, Curd Jürgens und Hans Moser auf. Von Almassy wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, u.a. 1970 mit der Kainz-Medaille, 1988 mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Wien und 1999 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Susanne Almassy mit heinz Rühmann im Film “Briefträger Müller”

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