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Susanne Dörflinger: „Es ist etwas Besonderes, in einem Hotel aufzuwachsen“

Susanne Dörflinger hat den Traditionsbetrieb "Schlosshotel Dörflinger" übernommen.
Susanne Dörflinger hat den Traditionsbetrieb "Schlosshotel Dörflinger" übernommen. ©Wann&Wo/Engstler
Susanne Dörflinger spricht im Sonntags-Talk der WANN & WO über ihre Kindheit im Schloss­hotel Dörflinger, ihre Zeit in Wien und was ihr ­wichtig ist.

WANN & WO: Sie haben 2015 den Traditionsbetrieb des Schlosshotel Dörflinger von ihrem Vater Gerd übernommen. Was bedeutet das Hotel für Sie?

Susanne Dörflinger: Das Schlosshotel hat eine lange Tradition und ist in unserer Region als Qualitätsbetrieb sehr bekannt. Der tolle Standort über den Dächern von Bludenz, den sich mein Großvater ausgesucht hat, hat sicher auch dazu beigetragen. Über die Chance, dieses Familienunternehmen weiter zu führen, freue ich mich sehr. Im Jahr 2015 feierten wir unser Jubiläum „50 Jahre Schlosshotel“, eine lange Geschichte also, auf die man zurückblicken kann und viele Stammgäste und tolle langjährige Mitarbeiter.

WANN & WO: War ihre Kindheit geprägt von der Gastronomie?

Susanne Dörflinger: Natürlich. Es ist etwas Besonderes, in einem Hotel aufzuwachsen. Ich habe 21 Jahre in Wien verbracht, aber jedes Mal, wenn ich hierher zurückkam, war alles gleich wieder vertraut für mich. Man kennt natürlich jeden Winkel des Hauses. Mein Vater hat mich außerdem immer auf dem laufenden gehalten, man lebt auch aus der Ferne mit. Ich denke immer noch gern an meine Kindheit zurück: Als kleines Kind stand ich oft mit einer Schürze an der Abwasch, war aber nicht groß genug, um zum Becken zu langen – dann hab ich mich einfach auf eine Kiste gestellt (lacht). Auch die Chance, Freunde einzuladen und mit ihnen jederzeit Pommes essen zu können oder sich ein Eis zu gönnen, war super. Ebenso der Minigolfplatz, der bei allen sehr beliebt war. Es war außerdem bereits damals ganz normal für mich, Gäste an der Rezeption zu fragen, was sie benötigten oder ob ich sie in irgendeiner Weise unterstützen könne.

WANN & WO: Welche Verbindungen bestehen zwischen den Cafés Dörflinger in Bludenz bzw. Bürs und dem Schlosshotel?

Susanne Dörflinger: Gehört alles zur Familie (schmunzelt). Mein Opa und meine Oma hatten vier Kinder. Der älteste Sohn, Kurt Dörflinger, hat das Café in der Stadt übernommen. Vor etwa zehn Jahren übergab er dieses in einen Pachtbetrieb. Das Café Dörflinger in Bürs hat der jüngste Bruder Heinz in den 70er-­Jahren eröffnet und später sein Sohn Peter, mein Cousin, übernommen.

WANN & WO: In welchen Lokalitäten waren Sie mit Ihren Eltern zu besonderen Anlässen essen/feiern?

Susanne Dörflinger: Das ist eine total nette Frage. Ich fühle mich gerade wieder in meine Kindheit zurückversetzt. Getauft wurde ich in der Propstei in St. Gerold, das war auch ein Ort, an dem wir uns gerne zu Feierlichkeiten trafen und verwöhnen ließen. Das Ponyreiten, der schöne Garten und der Streichelzoo, alles Dinge, die mir in Erinnerung geblieben sind. Auch am Bürserberg im Hotel Taleu waren wir öfters. Die Familie Morscher, der das Hotel gehört, gehört zu unseren guten Freunden. Weiters das „Alt Montafon“ in Gaschurn. Auch wir Gastronomen lassen uns gerne mal verwöhnen – das hat sich bei mir bis jetzt nicht geändert. Ich gehe immer noch gerne in anderen Betrieben essen und bin neugierig, was es im Land oder auch im Ausland so gibt. Ich war jedoch bei meinen Restaurantbesuchen immer kritisch und verteile stets Plus und Minus – meine Freunde sagten bereits, ich sei in diesem Punkt etwas vorbelastet (lacht).

WANN & WO: Kann man sagen, dass das quasi ihre „Vorherbestimmung“ war, das Schlosshotel zu übernehmen?

Susanne Dörflinger: Nein, es war nie ein ausdrücklicher Wunsch meiner Eltern, dass ich den Betrieb übernehme. Ich hatte alle Freiheiten! Auch habe ich ursprünglich nie diesen Gedanken gelebt. Nach meiner Scheidung habe ich jedoch eine komplette Neuorientierung in Angriff genommen. Ich wollte auch beruflich nicht mehr in einem Angestelltenverhältnis sein, sondern selbstständig. Mein Papa hat mich dann daran erinnert, dass das Hotel nach wie vor einen Nachfolger sucht und mir auch klar gemacht, dass das Ganze sonst in Richtung Verkauf gehen wird. Das ist mir natürlich ans Herz ­gegangen.

WANN & WO: Was haben Sie für eine Ausbildung genossen?

Susanne Dörflinger: Ich bin gleich nach der Matura, mit 18 Jahren, nach Wien gezogen und habe dort Wirtschaft studiert. Danach habe ich stets in Marketing-nahen Bereichen gearbeitet und hatte viel mit dem Bereich Kundenbindung zu tun. Ich war unter anderem bei T-Mobile, damals „Max mobil“, sowie bei beim heutigen „Sky“ beschäftigt. In diesen Unternehmen war ich für die Organisation von Callcentern und des Kundenservices zuständig. 2012 bin ich schlussendlich von Wien wieder retour nach Bludenz gekommen.

WANN & WO: Wie war die ­Rückkehr in „gewohnte Gefilde“?

Susanne Dörflinger: Ich habe mir ein ganzes Jahr Zeit genommen, Bludenz wieder zu meinem Alltag zu machen. Auch meine Wohnung in Wien hatte ich in dieser Zeit noch nicht aufgegeben, es stand also stets eine Hintertür offen. Ich dachte mir zuerst einfach: Ich schau mir das mal an. Es hat sich jedoch bald herausgestellt, dass es sich in Bludenz wieder gut anfühlt und dass man nach einer so langen Zeit wieder zurückkommen und sich gleich wohlfühlen kann. Auch so eine kleine Stadt wie Bludenz kann sehr lebenswert sein! Ich bin hier gerne Gastgeberin und fühle mich wohl.

WANN & WO: Was machen Sie ­gerne in Ihrer Freizeit?

Susanne Dörflinger: Ich liebe es, die Natur quasi „griffbereit“ zu haben. Ich muss mir beispielsweise nur die Schuhe anziehen und bin schon am Montikel oben. Die Natur und die Berge geben mir wirklich viel! Ich gehe im Sommer gerne Wandern und im Winter gerne Skifahren. Was ich ebenfalls sehr gerne mache, ist Yoga. Das gehört für mich einfach dazu, ich kann mich dabei richtig entspannen! Auch merke ich, dass ich zum „Runterkommen“ ab und zu auch etwas Distanz brauche – da reicht es jedoch schon, wenn ich Richtung Feldkirch, Dornbirn oder Bregenz fahre und Freunde treffe. Doch auch fremde Länder sehe ich mir gerne an: Ich liebe Städtetrips und bin momentan ein Portugal-Fan. Und ich werde wohl immer ein großer Indien-Fan bleiben. Auch Wien gehört auch noch regelmässig zum Programm, es ist halt meine zweite Heimat.

WANN & WO: Sie sagten, Sie sind geschieden. Wie sehen Ihre ­Familienverhältnisse momentan aus?

Susanne Dörflinger: Genau, ich bin geschieden und habe keine ­Kinder. Für eine fixe Beziehung ist mein Hotel-Alltag im Moment auch gar nicht so geeignet. Derzeit gibt es im Hotel einfach noch sehr viel zu tun, ich denke jedoch, dass sich das mit der Zeit auch wieder ändern wird. Alles andere wird sich zeigen. Wen ich noch erwähnen möchte, ist meine Oma. Sie ist 94 Jahre alt und sie ist mir sehr wichtig. Ich verbringe gerne Zeit mit ihr und es ist toll, eine Großmutter in diesem hohen Alter zu haben, die noch so fit ist wie sie!

WANN & WO: Das Schlosshotel ist ein Ausbildungsbetrieb der dualen „Gascht“-Ausbildung. Wie wichtig ist Ihnen die Ausbildung junger, motivierter Menschen?

Susanne Dörflinger: Unsere Branche braucht dringend neue junge Gastgeber. Die Ausbildung von jungen Menschen in unserer Branche ist wesentlich und deshalb sind wir schon sehr neugierig auf die ersten Schüler aus der „Gascht“. Ich finde es sehr erfreulich, dass Vorarl­berg hier ein neues Modell für die Ausbildung gefunden hat und wir möchten das unbedingt unterstützen. Wir haben in den letzten Jahren auch tolle Erfahrungen bei der Ausbildung von jungen Menschen mit einem Flüchtlingshintergrund gemacht. Derzeit sind zwei Personen neu in einer Lehre bei uns und wir konnten in den letzten drei Jahren weiters zwei junge Menschen mit Flüchtlingshintergrund zu einem positiven Lehrabschluss begleiten. Weiters haben wir auch in der Küche eine tolle junge Auffrischung! Unser neuer Küchenchef Benjamin Höckner ist mit 26 Jahren zwar noch sehr jung, aber er hat mit tollen Erfahrungen und seiner professionellen Art sofort überzeugt.

WANN & WO: Was steht die ­nächsten Jahre im Leben der ­Susanne Dörflinger an? Sind
Veränderungen geplant?

Susanne Dörflinger: Nach der großen Umbauphase in den ­Jahren 2016 und 2017 lasse ich jetzt gern etwas Ruhe einkehren. Ich bin trotzdem sehr gern in Bewegung und es gibt schon einige Ideen und bestimmt auch bald wieder etwas Neues zu erzählen.

WORDRAP

Schlosshotel: Über den Dächern von Bludenz. Dörflinger: Familie. Bludenz: Viel Potenzial! Zukunft: Gute Balance zwischen ­meiner Arbeit und meiner Freizeit.

 

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