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Südkorea hofft auf Wunder - Algerien mit besten Chancen

Südkorea braucht einen Sieg und Schützenilfe, also ein kleines Fußball-Wunder, um das Achtelfinale zu erreichen.
Südkorea braucht einen Sieg und Schützenilfe, also ein kleines Fußball-Wunder, um das Achtelfinale zu erreichen. ©EPA
In der Gruppe H kämpfen Algerien, Russland und Südkorea um den zweiten Aufstiegsplatz hinter Tabellenführer Belgien. Algerien kann im Spiel gegen Russland (22.00 Uhr MESZ) aus eigener Kraft das Ticket für das Achtelfinale lösen. Falls Algerien nicht gewinnt, hat auch Südkorea (gegen Belgien) noch Chancen auf den Aufstieg.
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Belgien will dritten Sieg – Südkorea hofft auf Wunder

Belgien hat den Achtelfinal-Einzug bei der Fußball-WM in Brasilien bereits in der Tasche. Dennoch gibt es nach den zwei knappen Siegen gegen Algerien und Russland Kritik. Im finalen Gruppenspiel gegen Südkorea am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ) in Sao Paulo verlangen viele Stimmen in der Heimat ein Schützenfest. Die Südkoreaner könnten nur mit einem hohen Sieg und mit fremder Hilfe aufsteigen.

Belgien galt von Anfang an als klarer Favorit auf den Sieg in der Gruppe H. In der Qualifikation war die mit Starspielern aus den stärksten europäischen Ligen gespickte Mannschaft von Marc Wilmots ungeschlagen geblieben. Auch beim WM-Turnier haben die “Roten Teufel” bisher eine weiße Weste. Nach dem 2:1-Sieg gegen Algerien und dem 1:0-Erfolg gegen Russland setzen sich die belgischen Medien allerdings kritisch mit der Offensivkraft der Truppe auseinander.

Flüssige Kombinationen und klar verwertbare Torchancen waren bei den bisherigen Auftritten noch eher selten zu sehen, was vor allem an Chelsea-Star Eden Hazard festgemacht wird. Der 23-Jährige leistete zwar sowohl gegen Algerien als auch gegen Russland die Vorarbeit zum Siegestor, blieb aber insgesamt unter den Erwartungen. “Ich bin müde. Die ersten beiden Matches waren intensiv. Vielleicht täte mir eine Pause gut”, räumte Hazard ein und meinte, er hätte nichts gegen einen Einsatz von Manchester-United-Jungspund Adnan Januzaj.

Wilmots kündigte bereits an, dass er seine Elf an mehreren Positionen umbauen wolle. So dürften die mit Gelb vorbelasteten Axel Witsel und Toby Alderweireld auf der Bank Platz nehmen. Der ebenfalls gefährdete Jan Vertonghen hingegen wird links in der Viererkette wohl zum Einsatz kommen, da Thomas Vermaelen wegen einer Verletzung pausieren muss.

Zu seinen Plänen im Angriff hielt sich der Coach bedeckt. Möglich ist auch, dass statt Hazard oder Januzaj Kevin Mirallas von Everton aufläuft. Dass man sich den Achtelfinalgegner aussuchen kann, da die Spiele der Kreuzgruppe G um 18.00 Uhr beginnen, lässt Wilmots angeblich kalt. “Wir spielen, um zu gewinnen, ohne zu rechnen”, betonte der 45-Jährige.

Südkorea kann nach der 2:4-Niederlage gegen Algerien am Sonntag nur noch ein kleines Wunder helfen, um das Achtelfinale zu erreichen. Es gibt nur zwei Szenarien, die die Mannschaft von Hong Myung-Bo weiterbringen würden – und in beiden Fällen müsste Belgien klar bezwungen werden. Entweder müsste Algerien gegen Russland unentschieden spielen, dabei müsste Südkorea das um drei Treffer schlechtere Torverhältnis im Vergleich zu den Afrikanern aufholen. Oder Russland gewinnt gegen Algerien, in diesem Fall müsste Südkorea das um einen Treffer schlechtere Torverhältnis umdrehen.

“Noch ist nichts entschieden. Die ersten beiden Spiele haben zwar gezeigt, dass in meiner Mannschaft ein echter Leader fehlt, dennoch glaube ich, dass ein Sieg möglich ist”, sagte Hong. “Ist die WM-Geschichte von Korea nicht eine, die von Wundern geprägt ist?”, fragte er – und spielte damit in erster Linie auf den sensationellen vierten Platz bei der Heim-Weltmeisterschaft 2002 an.

 

Algerien mit besten Chancen auf Platz zwei hinter Belgien

In Gruppe H hat sich Belgien mit zwei Siegen bereits für das Achtelfinale der Fußball-WM qualifiziert. Algerien und Russland streiten am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ) in Curitiba im direkten Duell um den noch freien Platz in der K.o.-Runde. Die Afrikaner haben dabei die besseren Chancen, reicht doch ein Sieg gegen die Mannschaft von Trainer Fabio Capello, um erstmals unter die besten 16 zu kommen.
Curitiba. Dreimal hat sich Algerien bisher für eine WM qualifiziert, dreimal war nach der ersten Turnierphase Schluss. Heuer aber, 32 Jahre nach der Schande von Gijon, wo Deutschland und Österreich die Nordafrikaner 1982 mit einem blamablen Ballgeschiebe nach Hause schickten, soll die Fußball-Historie des Maghreb-Staates um ein bedeutendes Kapitel erweitert werden. Nach dem mitreißenden Auftritt von Sofiane Feghouli und Co. beim 4:2 gegen Südkorea träumt ein ganzes Land vom Achtelfinale. “Dieses Team verdient es weiterzukommen”, betonte Feghouli. “Wir wollen es besser machen als die Generation 1982.”

Im Achtelfinale könnte es dann zu einer emotionsgeladenen Begegnung mit Deutschland kommen – nämlich dann, wenn die DFB-Truppe die Gruppe G als Tabellenerster beendet und Algerien Zweiter wird. Darüber wollte Coach Vahid Halilhodzic aber noch nicht sprechen. “Uns erwartet eine große Herausforderung gegen Russland”, sagte der Bosnier. “Wir müssen noch einmal solch eine Anstrengung unternehmen.” Eine Niederlage gegen die Capello-Elf könnte andererseits das Aus bedeuten, daher ist jegliches Taktieren verboten. Halilhodzic: “Wir müssen auf Sieg spielen.”

Trotz des Umstands, dass der 61-Jährige bald den größten Erfolg in der Geschichte des algerischen Fußballs realisiert haben könnte, wird der Mann mit dem schrulligen Akzent in der Öffentlichkeit wenig geschätzt, wobei das noch höflich formuliert ist. Nach der 1:2-Auftaktniederlage gegen Belgien hoben die Medien zu einer Generalabrechnung an. Vor einem Jahr startete das Halilhodzic-Team mit großen Ambitionen beim Afrika-Cup – und flog nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden raus. Halilhodzic musste damals unter Polizeischutz in die Kabine geleitet werden, die Zuschauer beschimpften den Trainer wüst.

Sein Gegenüber Capello hat derartige Szenen in seiner Wahlheimat Russland noch nicht erleben müssen. Heftig in der Kritik steht der Italiener derzeit aber wegen seiner Entscheidung, Stürmerstar Alexander Kerschakow und Mittelfeldspieler Alan Dsagojew in den ersten beiden Gruppenspielen nicht von Beginn an eingesetzt zu haben. Denn was Torgefährlichkeit betrifft, hapert es bei der “Sbornaja”. Bisher hat Russland bei der WM erst ein Tor erzielt – und bei dem Treffer von Kerschakow die unfreiwillige Hilfe von Südkorea-Goalie Jung Sung-Ryong dankend angenommen. Gegen Algerien müssen die Russen treffen, wenn es mit dem Achtelfinale klappen soll.

Doch auch bei einem Sieg gegen Algerien wäre Russland nicht fix weiter. Südkorea dürfte im Parallelspiel gegen Belgien nicht das schlechtere Torverhältnis aufholen. Derzeit hält Russland bei -1, die Asiaten stehen bei -2. “Ich glaube noch immer, dass wir uns qualifizieren können”, sagte Capello trotzig, obwohl er von seinen bis dato sechs WM-Spielen mit England und Russland erst eines gewinnen konnte. 2010 führte er die “Three Lions” in Südafrika zu einem 1:0-Sieg über Slowenien.

Auch bei seinen Spielern lebt der Glaube an den historischen Aufstieg, der sowohl 1994 beim ersten Antreten nach dem Zerfall der Sowjetunion als auch 2002 verpasst wurde. “Wir hoffen weiterhin auf das Beste und rechnen damit, dass wir die Gruppe überstehen”, meinte Mittelfeldspieler Oleg Schatow.

(APA)

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