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Sudan: Weiterhin Miliz-Lager in Darfur

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat dem Sudan vorgeworfen, in der Unruheregion Darfur weiter Lager für die arabischen Reitermilizen zu unterhalten, wenige Tage vor dem auslaufenden Ultimatum des UN-Sicherheitsrates.

Kurz vor Ablaufen des Ultimatums zur Beilegung der Krise in Darfur gebe es mindestens 16 schwerbewaffnete Stützpunkte im Westen und Norden des Region, berichtete die Organisation am Donnerstag. Beobachter hätten ein ausgedehntes Netz an Camps der regierungsnahen Janjaweed-Milizen ausgemacht. Die Lager müssten „umgehend von den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (AU) untersucht und dann aufgelöst werden“, forderte HRW.

Fünf der Lager teile die Janjaweed-Miliz mit Regierungstruppen, berichtete HRW unter Berufung auf Zeugen. Bei Polizei und Armee dienten Milizionäre. Drei der Camps seien erst im Juli eröffnet worden, zu einem Zeitpunkt also, als Sudans Präsident Omar al Bashir UN-Generalsekretär Kofi Annan bereits die Auflösung der Milizen zugesagt habe. Die Organisation forderte die UNO auf, die sudanesische Regierung mit Sanktionen zu belegen und Untersuchungen wegen Kriegsverbrechen einzuleiten. Die Janjaweed-Miliz wird für Gräueltaten in Darfur verantwortlich gemacht.

Khartum hatte angekündigt, das am Montag auslaufende Ultimatum des UN-Sicherheitsrates zur Beilegung der Krise in Darfur zu ignorieren. Auf die Frage, ob der Sudan die Frist einhalten wolle, erklärte der Leiter der sudanesischen Delegation bei den Friedensgesprächen in Abuja, Majub Khalifa: „Auf gar keinen Fall. Das ist uns nie in den Sinn gekommen.“ Vielmehr werde Khartum die derzeitigen Verhandlungen mit den Rebellengruppen fortsetzen.

In Darfur herrscht seit Februar 2003 Bürgerkrieg. Dabei starben nach Schätzungen der Vereinten Nationen bis zu 50.000 Menschen. Mehr als eine Million Menschen wurden in die Flucht getrieben.

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