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52 Personen saßen zwei Tage auf Vorarlberger Hütte fest

Schnee sorgte am Arlberg für Chaos
Schnee sorgte am Arlberg für Chaos ©Franz Achwaiger
Mit einem Hubschrauber des Bundesheers sind am späten Samstagvormittag 52 Personen von der Lindauer Hütte (Montafon) ins Tal geflogen worden.
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Die Leute seien zwei Tage festgesessen, aufgrund der Lawinengefahr sei ein selbstständiger Abstieg nicht möglich gewesen, bestätigte Sicherheits-Landesrat Erich Schwärzler (V) gegenüber der APA einen Bericht von ORF Radio Vorarlberg. Schwärzler betonte, dass die Lawinen-Verbauungen gut gehalten hätten “und auch noch Reserven da sind”.  

Die Lindauer Hütte liegt auf 1.744 Meter. Da das Gauertal derzeit wegen der großen Lawinengefahr gesperrt ist, gab es für die 52 Personen keinen Rückweg in die Talschaft. Mit dem zweiten Bundesheer-Helikopter, der derzeit wegen der Lawinensituation in Vorarlberg im Einsatz steht, wurden laut Schwärzler Erkundungsflüge ins Montafon, ins Brandnertal und in das Arlberg-Gebiet durchgeführt.

Angespannte Situation

“Dabei hat sich gezeigt, dass die Stabilität des Schnees relativ gut ist”, sagte der Landesrat. Mit den Lawinen-Verbauungen gebe es keine Probleme, außer an ein paar exponierten Stellen seien auch noch Reserven vorhanden.In den kommenden 24 Stunden sei aber erneut mit viel Neuschnee zu rechnen. “Die Lawinen-Situation wird sich nicht entspannen”, unterstrich Schwärzler. Die Helikopter des Bundesheers würden bis mindestens Mitte nächster Woche in Vorarlberg stationiert bleiben  

Arlberg-Region wieder erreichbar

Die seit Freitag früh von der Umwelt abgeschnittenen Arlberg-Skiorte Stuben, Zürs und Lech sind seit dem späten Samstagvormittag wieder auf dem Straßenweg erreichbar. In  Vorarlberg sind wieder alle Ortschaften auf dem Straßenweg erreichbar. Wie angekündigt wurde am frühen Nachmittag auch die Sperre der Straße nach Gargellen im Montafon aufgehoben, nachdem am Vormittag schon die Verbindungen in die Arlberg-Orte Lech, Zürs, Stuben und Warth wieder für den Verkehr freigegeben worden waren.

“Die Straßen sind kurz nach 11.20 Uhr für den Verkehr freigegeben worden”, erklärte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel gegenüber der APA. Für die Fahrt in die Arlberg-Skiorte benötigten Pkw Winterausrüstung, Lkw konnten nur mit Schneeketten nach Lech gelangen. Weiter für den Straßenverkehr gesperrt blieb der Arlbergpass. In den fünf Skiorten Lech, Zürs, Stuben, Warth und Gargellen waren seit Freitag rund 15.000 Einheimische und Gäste eingeschneit.

Stau durch Urlauberverkehr

“Freie Fahrt” galt allerdings nur bedingt, da der Urlauberschichtwechsel für dichten Verkehr und Staus sorgte. Neuralgische Verkehrspunkte waren laut ÖAMTC der Arlbergtunnel, wo in Richtung Tirol blockweise abgefertigt wurde. Dasselbe galt in Fahrtrichtung Bludenz für den Dalaaser Tunnel auf der Arlberg-Schnellstraße (S16). Auch auf der Rheintalautobahn (A14) gab es vor dem Pfändertunnel umfangreichen Stau.”

Arlbergbahnstrecke bis Sonntag gesperrt

Aufgrund der zerstörten Fahrleitung im Raum Imst sowie der aktuellen Lawinensituation bleibt die Arlbergbahn bis Sonntag 12 Uhr für den Bahnverkehr gesperrt. Aufgrund der Fahrleitungsstörung ist der Schienenersatzverkehr zwischen Ötztal  und Bludenz eingerichtet. Im Fernverkehr ist mit größeren Verzögerungen bis zu einer Stunde zu rechnen (Straßensituation, Stau und Umsteigen der Kunden auf Bus). Für die An- und Rückreise ist weiterhin ein ÖBB-Zugshuttleservice von der Vorarlberger Seite zwischen Bludenz über Langen und St. Anton eingerichtet. Bisher wurden rund 1.000 Kunden mit diesem Service abtransportiert.  

50 Zentimenter Neuschnee

Das Sturmtief “Andrea” fegte am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag über Vorarlberg hinweg und hinterließ zahlreiche Schäden sowie rund 50 Zen­timeter Neuschnee. Bei großer Lawinengefahr der Stufe 4 blieben die Arlberg-Orte Stuben, Zürs, Lech und Warth sowie im Montafon Gargellen  von der Außenwelt abgeschnitten. Auch die Arlbergbahnstrecke wurde am späten Freitagnachmittag gesperrt.

Das Sturmtief “Andrea” hat Vorarlberg einen sehr unruhigen Donnerstagabend beschert, in der Nacht auf Freitag ließ der Wind aber deutlich nach. Lawinen gingen ab, Straßen mussten gesperrt werden, höhergelegene Wintersportorte waren nicht mehr erreichbar, tausende Haushalte waren ohne Strom. Verletzt wurde vorerst niemand, hieß es auf APA-Anfrage bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL).

Bilanz: “Alles in allem sind wir gut davongekommen”

Die Zahl der Feuerwehreinsätze steigerte sich nach Angaben von Dietmar Pfanner von der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle auf mittlerweile 200. In den vergangenen Stunden habe sich aber doch eine gewisse Wetter-Beruhigung eingestellt. “Alles in allem sind wir gut davongekommen”, sagte Pfanner. Seit Donnerstagnachmittag standen in Vorarlberg 44 Feuerwehren mit rund 1.000 Mann im Einsatz.

“Einmal mehr hat sich bei einem Naturereignis die flächendeckende Versorgung mit Feuerwehren bestens bewährt“, so Landesfeuerwehrinspektor Hubert Vetter. “Gott sei Dank haben wir weder bei Zivilpersonen noch bei den Einsatzkräften verletzte Menschen zu verzeichnen”, zieht Vetter trotz der Sachschäden in Summe eine positive Bilanz der “Sturmnacht”.

Die 200 Alarmierungen der RFL (Stand: Freitag, 6. Jänner, 16:00 Uhr) innerhalb von 24 Stunden konnten in allen betroffenen Landesteilen rasch abgearbeitet werden. Lag am Donnerstag der Schwerpunkt im Raum Bregenz, Bregenzerwald, Rheintal und Walgau, so verlagerte sich das Einsatzgeschehen am Freitag in die Region Montafon.

Größtenteils mussten die Feuerwehrleute umgeknickte Bäume beseitigen bzw. verlegte Straßen frei räumen, in einigen Fällen mussten Dächer und Kamine gesichert werden. In Nüziders etwa stürzte ein Baum gegen ein Haus, in Schlins rückte die Feuerwehr aus, um eine Straße von einem umgestürzten Baum zu befreien. “Dramatische Einsätze” habe es keine gegeben.

Mehrere Arlberg-Orte bleiben nicht erreichbar

Die ergiebigen Schneefälle führten zu mehreren Straßensperren und großer Lawinengefahr. Gesperrt war unter anderem die Arlberg Straße (L197) ab Langen, damit waren Stuben, Zürs und Lech nicht auf dem Straßenweg erreichbar. Ebenfalls nicht erreichbar waren am frühen Vormittag Warth wegen der abschnittsweisen Sperre der Bregenzerwaldstraße (L200) sowie Gargellen.

“Es gab bei uns über Nacht einen halben Meter Neuschnee und starke Windverfrachtungen”, sagte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel gegenüber der APA. Dass die Straßen nach Lech noch am Freitag wieder passierbar werden würden, hielt Muxel für unrealistisch. “Dazu müsste es zu schneien aufhören, danach sieht es nicht aus”, so Muxel.

Und er behielt recht: Lech, Zürs, Stuben, Warth und Gargellen werden am Freitag voraussichtlich unerreichbar bleiben. Mit einer Aufhebung der wegen Lawinengefahr verhängten Straßensperren war vorerst nicht zu rechnen. In den fünf Tourismus-Orten saßen damit weiter etwa 15.000 Einheimische und Gäste fest.

Aufgrund der großen Lawinengefahr – Stufe 4 oberhalb von 1.600 Meter – waren spontane Lawinenabgänge zu erwarten. Vom Verlassen gesicherter Pisten wurde unerfahrenen Wintersportlern dringend abgeraten. Bis Samstag früh waren in Vorarlberg weitere Niederschläge prognostiziert, in Staulagen könnten noch einmal 50 Zentimeter Neuschnee dazukommen.

“Andrea” verursacht Schäden im ganzen Land

Allein im Bezirk Feldkirch kam es zu 23 Meldungen über umgestürzte Bäume oder andere Gegenstände, die die Fahrbahnen verlegten. Insgesamt zwei Dächer wurden abgedeckt, ein Kamin brach ein.

 In Bürs brachen an der L82 zwischen Bürs und Bürserberg mehrere Bäume um und fielen teilweise auf die Fahrbahn, die anschließend für etwa eineinhalb Stunden gesperrt werden musste.

 Auch in St. Gallenkirch wurden mehrere Bäume an der L188 Montafonerstraße und auf dem Campingplatz “Batmund” entwurzelt. Einige fielen auf zwei Wohnwägen zweier Männern, die dadurch nicht mehr bewohnbar waren. Die beiden Deutschen konnten die Nacht bei Bekannten verbringen. Die Schadenshöhe ist derzeit nicht bekannt.
Die L188 wurde vom Montafonerhüsli bis St. Gallenkirch aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gesperrt.

Auf der Schwarzachtobelstraße brachen drei etwa 20 Meter hohe Buchenbäume ab und fielen auf die Fahrbahn bzw. auf das Vordach des angrenzenden Hauses. Die Bäume wurden von der Feuerwehr Schwarzach entfernt, am Vordach entstand Sachschaden in bislang unbekannter Höhe. Die L7 wurde aufgrund der andauernden starken Böen bis in die Abendstunden für den gesamten Verkehr gesperrt.

Ebenso deutliche Schäden hinterließ Sturmtief “Andrea” am Gebäude der inatura in Dornbirn. Auch hier wurde das Dach teilweise abgedeckt .

Am Donnerstag gegen 16.55 Uhr wurde aufgrund der starken Sturmböen bei einer Schaubrennerei in Egg-Großdorf ein Dach teilweise abgedeckt. Das Dach der Brennerei bzw. des Verkaufsraumes wurde dabei auf einer Länge von rund sechs Metern und einer Breite von rund zwei Metern abgedeckt. Personen wurden nicht verletzt, die Höhe des Sachschadens ist derzeit nicht bekannt.

In Bludesch brachten orkanartige Sturmböen ein rund 30 Meter langes Carport an der Walgaustraße zum Kippen. Es blieb an mehreren auf der Rückseite des Carports gewachsenen Bäumen “angelehnt” stehen. Aufgrund akuter Einsturzgefah brachten die Anwohner ihre Fahrzeuge aus der Gefahrenzone. Ein Fahrzeug musste von der Feuerwehr mittels technischem Gerät geborgen werden.
Der Verkehr musste für rund eineinhalb Stunden an der Gefahrenstelle neben der L50 vorbeigeleitet werden. Wegen der anhaltenden Windverhältnisse konnten keine Sofortmaßnahmen getroffen werden, weshalb das Gebäude rundherum abgesperrt wurde.

Zu weiteren Baumentwurzelungen kam es im Außermontafon: In Vandans fielen drei eng aufeinander stehende Tannen gegen ein Hausdach. In Bartholomäberg/ Außerböden, stürzte eine entwurzelte Tanne auf ein Hausdach.

Laut ORF Radio Vorarlberg waren in der Nacht auf Freitag in Damüls einige Haushalte ohne Strom, Freitag früh gab es in Sonntag Stromausfälle. Aufgrund der starken Schneefälle waren Bäume auf Freileitungen gestürzt.

20 Menschen saßen am Karren fest

Zahlreiche Seilbahnen stellten aufgrund des Starkwinds ihren Fahrten ein. Die Windgeschwindigkeiten betrugen am Karren 20 bis 40 Meter pro Sekunde, so die Dornbirner Seilbahn GmbH auf VOL.at-Anfrage, auch der Betrieb der Karrenseilbahn wurde eingestellt. Auf der Bergstation des Karren (976 Meter), dem Hausberg Dornbirns, saßen am Nachmittag rund 20 Personen fest. Da auch ein Abstieg zu Fuß durch den Wald wegen herabstürzender Äste als zu gefährlich verworfen wurde, solle die Abfahrt nach Abflauen des Windes per Bus oder Pkw bewerkstelligt werden, hieß es.

108 km/h am Rohrspitz gemessen

Am Rohrspitz am Bodensee wurden laut ZAMG-Wetterdienst Bregenz Windgeschwindigkeiten von 108 km/h gemessen, in Feldkirch 95 km/h und in Alberschwende 81 km/h. Auch in der Landeshauptstadt Bregenz wurden nahezu 80 km/h erreicht. Im Kleinwalsertal gingen kleinere Schneerutsche ab, einer davon verlegte eine Langlaufloipe. Verletzt wurde niemand.

Weitere Unwetterfront am Samstagabend

Das Sturmtief “Andrea” soll sich bis Samstagfrüh halten. Über Mittag kommt es zu Auflockerungen, aber bereits gegen Abend soll eine weitere Unwetterfront auf Vorarlberg treffen. “Besonders am Sonntag ist im Gebirge wieder mit intensivem Schneefall zu rechnen”, warnt Arnold Tschofen.

(VOL.at/ Polizei; Lfv-Vorarlberg; APA)

                                

In Vandans fielen  gegen 02:30 Uhr  drei eng aufeinander stehende Tannen gegen ein Hausdach. In Bartholomäberg / Außerböden, stürzte eine entwurzelte Tanne gegen 08:30 Uhr  auf ein Hausdach.  Die Aufräumarbeiten wurden durch die FFW Vandans und Gantschier durchgeführt. Personen wurden nicht verletzt.

 

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