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Studie zeigt: Vorarlberg hat mehr Ärzte, jedoch fehlt es an Allgemeinmedizinern

©APA
Bregenz. Die ärztliche Versorgung in Vorarlberg ist sichergestellt, so das Fazit einer vom Vorarlberger Landesgesundheitsfond in Auftrag gegebene Studie. Knapp wird es vor allem bei niedergelassenen Allgemeinärzte im ländlichen Raum. Künftig sollen auch Wahlärzte ihren Teil beitragen.

Die Studie wurde von der Gesundheit Österreich Forschungs- und PlanungsGmbH erstellt. Erhoben wurden sowohl niedergelassene als auch Spitalsärzte, deren Zu- und Abwanderung und mögliche Problemlagen. Das Ergebnis klingt zuversichtlich: Die Zahl der berufstätigen Ärzte sei in Vorarlberg von 2000 bis 2013 stärker gestiegen als im Österreichschnitt. So waren mit Dezember 2013 rund 1.400 Ärzte im Lande tätig, dies entspricht einer Steigerung von 48 Prozent im Vergleich zu 2000.

Vorarlberg hat mehr Ärzte…

Die Zahl der Vertragsärzte sei jedoch nur von 300 auf 325 GKK-Vertragsärzte gestiegen. Die Zahl der Wahlärzte stieg ungleich stärker. Reine Wahlärzte gab es 2000 80, 2013 bereits 180. Vor allem im psychiatrischen Bereich sei der Wahlarztbereich in Vorarlberg überdurchschnittlich stark. Bei den Fachärzten liegt der Anstieg im Zeitraum bei 61 Prozent, und zwar in allen Fächern. Die Allgemeinen Ärzte stieg auch überdurchschnittlich um 37 Prozent.

… es fehlt jedoch an Vertrags-Allgemeinmedizinern

Die Ärztedichte in Vorarlberg liegt jedoch immer noch deutlich unter dem Österreichschnitt. Die Zahl der Ärzte wachse jedoch schneller als die Bevölkerung, entwarnt man am Freitagvormittag bei der Präsentation der Studienergebnisse. Dennoch: Die Nachbesetzung von Allgemeinmedizinern im ländlichen Raum werde schwieriger, während Fach- und Wahlärzte immer mehr werden.

43 der niedergelassenen Ärzte über 55 Jahre

Der Alterschnitt ist zwar im Österreichschnitt, jedoch vor allem in niedergelassenen Bereich alarmierend. Ein Viertel aller Ärzte ist über 55 Jahre alt. Im niedergelassenen Bereich liegt er sogar bei 43 Prozent, davon sei rund die Hälfte Vertragsärzte, ein Drittel Wahlärzte. Bis 2020 muss man in Vorarlberg mit 160 Pensionierungen im niedergelassenen Bereich rechnen, betroffen sind vor allem Allgemeinmediziner, Gynäkologen, Augenärzte, HNO-Ärzte und weiters Psychiater.

Spitalsbereich erwartet kaum Engpässe

Seit 2000 wurden in Vorarlbergs Spitälern 479 Ärzte eingestellt, davon stammen die Hälfte nicht aus Vorarlberg. Unterschiede gibt es auch bei der Herkunft: Aus dem Ausland stammen vor allem leitende Ärzte, aus den anderen Bundesländern vor allem Turnus- und Assistenzärzte. Bei den Abgängen überwiegen vor allem Assistenz- und Turnusärzte, die Vorarlberg wieder verlassen haben. Unter dem Strich stehen den 479 Neuanstellungen 318 Abgänge im Spitalsbereich gegenüber. Insgesamt erwartet man im Spitalsbereich mit Blick auf die Ausbildungssituation keine Engpässe, entwarnt man.

Ärzte sehen kaum Anreize für niedergelassenen Bereich

Unterm Strich ziehe es die Ärzte vor allem in die Krankenhäuser – nicht zuletzt da die Bevölkerung die Qualifikation von Allgemeinmedizinern immer stärker in Frage stellen würde. Auch das “Einzelkämpfertum” der Ärzte, die Bereitschaftsdienste und der Wunsch nach einer Teilzeitstelle spreche für viele Ärzte gegen den niedergelassenen Bereich. Die Turnusausbildung in diesem Bereich sei ebenfalls verbesserungswürdig, auch fehle die Ausbildung, wie man eine Praxis zu führen habe.

VGKK: Bis auf Schoppernau jede Planstelle besetzt

Manfred Brunner von der Vorarlberger Gebietskrankenkassen und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard sind überzeugt, die Versorgungslage auf dem aktuellen Niveau zumindest halten zu können. Brunner betont, dass man bisher – bis auf eine – jede bisherige und neu geschaffene Vertragsstellen besetzt werden konnte – wenn auch nicht ohne Probleme. So ist Schoppernau bisher immer noch nicht besetzt. Auch soll die Führung einer Praxis in der Ausbildung künftig stärker behandelt werden.

VGKK will Wahlärzte stärker einbinden

Man habe bereits zahlreiche Maßnahmen geschaffen, den niedergelassenen Bereich attraktiver zu machen. Dazu gehöre die Möglichkeit, sich die Praxis mit weiteren Ärzten zu teilen. Wahlärzte sollen nun stärker in bestehende Pflichten eingebunden werden, betont Brunner. Gerald Fleisch von der Krankenhausbetriebsgesellschaft betont, dass man sich trotz der guten Ergebnisse weiter mit voller Kraft bemühen müsse – nicht zuletzt im psychiatrischen Bereich. Nicht zuletzt deshalb führe die KHBG den Carina-Standort in Bregenz weiter.

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