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Stronach steigt bei Austria aus

Frank Stronach steigt zum "frühest möglichen Zeitpunkt" beim österreichischen Fußball-Bundesliga-Klub Austria Wien aus. Das gab der Austria-Boss drei Tage vor der Generalversammlung bekannt. | Reaktionen

Im unruhigen Vorfeld der für Donnerstag angesetzten Generalversammlung des Cupsiegers Austria Magna hat Frank Stronach für einen Knalleffekt mit Langzeitwirkung gesorgt. Der violette Mäzen kündigte am Montag seinen Rückzug aus dem Verein an, den er seit August 1998 mit Geld, rund 90 neuen Spielern und immer wieder neuen Trainern beglückt hatte. “Weil mir die Zukunft des FK Austria wichtig ist, möchte ich bekannt geben, dass ich den Betriebsführungsvertrag zwischen SMI – Sport Management International – und dem FK Austria Wien auflösen werde. Die Auflösung wird zum frühest möglichen, vertraglich geregelten Zeitpunkt erfolgen, da ich selbstverständlich alle vertraglichen Vereinbarungen einhalte“, ließ der gebürtige Steirer in einer Presseaussendung wissen.

Frühestens Ausstieg Juni 2007
Sollte sich jedoch eine Gruppe finden, die bereit ist, die Führung des aktuellen Tabellenzweiten sofort mit allen wirtschaftlichen und sportlichen Verantwortungen zu übernehmen, sei er auch gerne bereit, diesem Wunsch zu entsprechen. “So wie ich das lese und interpretiere, ist ein Magna-Ausstieg vertraglich frühestens per 30. Juni 2007 möglich. Wenn man sich einigt, könnte dies aber auch schon früher sein“, sagte Austria-Manager Markus Kraetschmer auf APA-Anfrage. Der Kontrakt sieht eine einjährige Kündigungsfrist per 30. Juni eines jeden Jahres vor. Der 33-jährige Funktionär, der im Sommer die Nachfolger Toni Polsters angetreten hat, berief sofort das Austria-Präsidium ein, um die entstandene Situation zu erörtern.

Misstrauensantrag
Eine Gruppe Alt-Violetter unter Führung des Kuratoriumsmitglieds Helmut Denk hat vor rund zwei Wochen schriftlich einen “Misstrauensantrag“ gegen das Präsidium der Favoritner eingebracht. Auf der Generalversammlung könnte mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen aus wichtigem Grund der Präsident abberufen werden. Aus Kreisen der “Opposition“, deren Unmut sich gegen die personelle Führung richtet, hört man weiters, dass man eine Alternative zur jetzigen Führung präsentieren wolle. Dieser “Aufstand“ der Basis gegen den Einfluss der Magna-Tochter SMI blieb natürlich Stronach, dessen Doppel-Funktion Austria-Mäzen/Liga-Präsident aus Gründen der Unvereinbarkeit einigen Leuten ein Dorn im Auge ist, nicht verborgen.

Mit Schulden übernommen
Stronach hält fest, dass er den Verein mit sehr hohen Schulden übernommen habe und dass er ihn gemäß des Betriebsführungsvertrages finanziell ordnungsgemäß übergeben werde. “Dies ist mir sehr wichtig, weil damit die Basis für eine gute Zukunft gewährleistet ist. Ich hoffe, dass nun interessierte Gruppen herantreten werden, die bereit sind, die Verantwortung für Austria zu übernehmen“, so Stronach. Sein Engagement in der Hollabrunner Nachwuchs-Akademie, die seinen Namen trägt, wird er fortsetzen. Diese Talente-Schmiede sei ihm ein großes Anliegen. Die Arbeit in der Akademie werde international hoch anerkannt und trage schon viele Früchte in Person von gut ausgebildeten, talentierten Fußballern. “Diesen erfolgreichen Weg werde ich weiter gehen. Da wir für die Förderung der jungen Talente einen Trägerverein brauchen, um ihnen Spielpraxis in einer Kampfmannschaft zu ermöglichen, kann ich mir vorstellen, die Austria Amateure weiter zu führen”, so Stronach.

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