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Stress treibt Lehrer in Pension

Wien/Bregenz - Laut dem Rechnungshof gehen Vorarlberger Landeslehrer am frühesten in den Ruhestand.

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen. Der Rechnungshof hat die Pensionssysteme von Beamten durchleuchtet und den Bericht darüber gestern veröffentlicht. Besonders stechen die Landeslehrer hervor, also Pädagogen im Pflicht- und Berufsschulbereich: In den letzten Jahren sind zwischen 50 und 80 Prozent krankheitsbedingt früher in den Ruhestand gegangen. Pikantes Detail: Nirgendwo in Österreich gehen Landeslehrer früher in Pension als in Vorarlberg.

Für Schul-Landesrat Siegi Stemer (ÖVP) verschweigt der Rechnungshof allerdings wichtige Details. Details wie die „Vorruhestandsregelung“ aus dem Jahre 2003. Damals hatte die schwarze-blaue Regierung Lehrern bessere Konditionen für Frühpensionen angeboten. Die „Vorruhestandsregelung“ lief allerdings bereits im gleichen Jahr auch wieder aus. Laut Stemer hätten besonders viele Vorarl–berger Landeslehrer dieses Angebot angenommen, wodurch es zu einer „Frühpensionsflut“ gekommen sei, die bis heute nachwirke. „Das Unterrichten hat sich in den letzten zehn Jahren einfach massiv verändert“, meint hingegen Lehrervertreter Armin Roßbacher: „Wir registrieren eine Zunahme von Burnouts und Erkrankungen durch Überlastung.“

Für Roßbacher sind diese stressbedingten Erkrankungen leider Teil des Berufsbildes geworden. In Vorarlberg sei die Situation in kleinen Schulen besonders angespannt: „Da müssen Lehrer Supplierstunden übernehmen, obwohl sie bereits am Limit sind.“ Heuer sei die Personalsituation bei den Landeslehrern besonders prekär, „obwohl die Anforderungen rapide steigen“. Roßbacher erzählt von Kindern, die bei der Einschulung nicht bis drei zählen können und von anderen, die bereits fließend lesen: „Diese Spanne ist von einem Lehrer alleine kaum zu bewältigen.“ Roßbacher fordert Ganztagsschulen mit Ruhephasen für Schüler und Lehrer sowie Team-Tea­ching, also Schulstunden, die mehrere Lehrer gemeinsam abhalten. Lehrer seien leider nach wie vor oft Einzelkämpfer: „Mehr Teamwork wäre auch gut für die Gesundheit.“

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