AA

Streit um Plakat mit Hinweis auf Obama-Kinder

Das Weiße Haus streitet mit einer Ärzte-Organisation über ein Plakat, das seit wenigen Tagen in einem großen Bahnhof in der Nähe des Kongressgebäudes in Washington hängt. Es zeigt ein achtjähriges schwarzes Mädchen mit Rattenschwänzen und eine Sprechblase mit dem Satz: "Präsident Obamas Töchter erhalten gesunde Schul-Mittagessen. Warum nicht ich?"

Nach einem Bericht der “Washington Post” vom Dienstag klingelte bei der Gruppe, dem “Ärzte-Komitee für verantwortungsbewusste Medizin”, schon 24 Stunden nach dem Aufhängen der 14 großen Poster in der Union Station das Telefon. Vertreter der Rechtsabteilung forderten dazu auf, die Plakate zu entfernen. “Sie sagten, dass sie meinen, dass sich eine Erwähnung der Kinder des Präsidenten verbietet. Sie sagten, sie würden nicht erlauben, dass ihre Töchter (die der Obamas) als Hebel benutzt werden”, zitierte die Zeitung den Vorsitzenden des Komitees, Neal Barnard.

Er weigerte sich nach eigenen Angaben, die Poster von den Wänden nehmen zu lassen und konsultierte einen Anwalt, der ihm bestätigte, dass das Weiße Haus keine Rechtsgrundlage habe, die Poster zwangsweise entfernen zu lassen. Sie fielen unter das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Hintergrund der Plakate ist nach Angaben der Organisation, dass bei den Mittagessen für die Kinder in öffentlichen US-Schulen keine vegetarischen Speisen wahlweise als Mahlzeiten angeboten werden. Das Komitee hofft, dass der Kongress dies im Rahmen einer für Oktober geplanten Neuauflage eines Gesetzes über eine gesunde Ernährung für Kinder ändert. Die Obama-Töchter Sasha und Malia besuchen eine teure Privatschule. Die Kinder dort können aus verschiedenen Angeboten ihr Mittagessen wählen. Ihre Mutter Michelle Obama hat sich in ihrer Rolle als First Lady die Werbung für eine gesunde Ernährung zur Aufgabe gemacht und im Garten des Weißen Hauses einen großen Gemüsegarten angelegt.

Schon kurz nach dem Amtsantritt des Präsidenten im Jänner hatten die Obamas Anstoß an der Vermarktung von zwei Puppen mit den Namen ihrer Töchter genommen. Sie argumentierten ebenso wie jetzt die Rechtsabteilung des Weißen Hauses im Fall der Poster, dass ihre Kinder das Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre hätten. Die Spielzeugfirma verzichtete dann auf die Verwendung der Namen.

Präsidenten mit jüngeren Kindern schirmen traditionell ihre Sprösslinge möglichst von öffentlichem Rummel und insbesondere von den Medien ab. So hielten es etwa seinerzeit auch Bill und Hillary Clinton mit ihrer Tochter Chelsea. Obama selbst äußerte sich zunächst nicht zum Streit um die Poster, die Barnard bis zum vorgesehenen Endzeitpunkt am 31. August hängen lassen will.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Politik
  • Streit um Plakat mit Hinweis auf Obama-Kinder
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen