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Streit um Insel entzweit Dänemark und Kanada

Das Streitobjekt liegt rund 1000 Kilometer südlich des Nordpols, ist etwa 1,3 Quadratkilometer groß und unbewohnt. Dennoch sorgt die Hans-Insel im Polarmeer derzeit für heftigen Streit zwischen Dänemark und Kanada.

Beim Abschluss eines Grenzvertrages zwischen beiden NATO-Verbündeten 1973 hatte man sich nicht über die Zugehörigkeit des Felseneilands in der Nares-Straße zwischen Grönland und dem kanadischen Ellesmere Island einigen können.

Jetzt kocht der Disput wieder hoch, nachdem der kanadische Verteidigungsminister Bill Graham kürzlich mit einem demonstrativen Besuch auf der vegetationslosen Hans-Insel den Anspruch Kanadas erneuert hatte. Die Antwort Dänemarks und der autonomen Regierung Grönlands, zu dem die Felseninsel gehört, ließ nicht auf sich warten: Kopenhagen schickte eine Protestnote nach Ottawa, und auch die Grönländer erhoben lauten Protest. Das dänische Außenministerium ließ aber am Freitag immerhin Verhandlungsbereitschaft erkennen.

Auf privater Ebene geht der Disput jetzt aber erst richtig los: Kanadische und dänische Patrioten schalteten im Internet Anzeigen, auf denen die jeweiligen Ansprüche Kanadas und Dänemarks mit deutlichen Worten untermauert werden.

Das Konflikt erinnert an den Streit zwischen Spanien und Marokko um die winzige Petersilien-Insel am Eingang des Mittelmeeres, der nach Drohgebärden beider Seiten und der „Invasion“ von schwer bewaffneten spanischen Gendarmen auf der Insel durch Vermittlung Washingtons im Juli 2002 beigelegt wurde.

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