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Streit um Duff-Markenrechte

Das Bier aus der berühmten Serie beschäftigte deutsche Richter.
Das Bier aus der berühmten Serie beschäftigte deutsche Richter. ©EPA
So gut wie jedes Kind kennt Moes Taverne und die dort ausgeschenkte Marke: Duff Beer. Wenn es nach Matt Groening ginge, würde es das Bier in Realität nicht geben. In Deutschland stritten nun aber gleich zwei Hersteller um den Markennamen.

Es ist Homer Simpsons Lieblingsmarke, doch ist sie ebenso wie die Stadt Springfield der Fantasie Matt Groenings entsprungen. Weil die Simpsons vor allem von Kindern gesehen wird, lehnt der Erfinder der gelben Familie es vehement ab, dass “Duff Beer” auf den Markt kommt. Es könnte dann Kinder zum Trinken von Alkohol verleiten.

Und tatsächlich wird Duff in Amerika so schnell nicht auf den Markt kommen. In Deutschland gibt es aber “Duff Beer”, und das gleich zwei Mal. Das Bekanntere ist das Unternehmen Duff Bier UG aus dem hessischen Eschwege. Es vertreibt “Duff” mit einem viereckigen Logo, welches sich stark an das Original aus der Serie orientiert. Es gibt aber auch ein “Duff” mit ellipsenförmigem Logo aus Unterfranken, eingetragen 1999. Außerdem wäre da noch die Marke “Duff Beer” von Twentieth Century Fox, einer Tochter von News Corp. Diese produziert die Serie rund um die Familie Simpson.

Klage “Duff Beer” gegen “Duff Beer”

Die Marke war nun Thema vor dem deutschen Bundesgerichtshof. Dabei verklagte aber nicht, was am wahrscheinlichsten wäre, Twentieth Century Fox die beiden Nachahmer im Auftrag Groenings. Diesen Prozess hat sie schon vor Jahren verloren, weil Fox den Bekanntheitsgrad der Marke in Deutschland damals nicht nachweisen konnte.

Die Richter in Karlsruhe sollten als letzte Instanz entscheiden, was Landgericht und Oberlandesgericht Nürnberg in den Vorinstanzen jeweils unterschiedlich beurteilten: Darf es nur das hessische “Duff” geben oder darf der Unterfranke bleiben?

Ob das Bier produziert wird ist egal

Für die Hessen mit dem eckigen Logo war klar: Der Unterfranke habe die Marke zwar eingetragen, aber nicht benutzt. Daher dürfen sie die Löschung verlangen. Dessen Anwältin hielt dem dagegen: Die Marke wurde genutzt, allerdings mit einem grafisch veränderten Logo. Ob in Unterfranken derzeit überhaupt “Duff” produziert oder vertrieben wird, ist juristisch gesehen egal.

Behandelt wurde das Thema am Mittwochvormittag in Karlsruhe. Die letztinstanzliche Entscheidung wurde nun am Donnerstag bekannt gegeben: Der Unterfranke als der ältere Anbieter darf die Marke behalten, beide Marken werden also weiterbestehen. Ob nun in Unterfranken die “Duff”-Produktion hochgefahren wird, ist aber nicht bekannt. (VOL.AT)

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