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Strafverfahren wartet auf Mayer

Den noch in der Nacht auf Montag fristlos entlassenen österreichischen Biathlontrainer Walter Mayer erwartet nun ein Strafverfahren. Ihm werden Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung vorgeworfen.

Der 48-jährige Salzburger ist bei seiner Kollision mit zwei Polizeiautos Sonntagabend in Paternion in Kärnten leicht verletzt worden.

Die fatale Geschichte hatte in Feistritz/Drau im Bezirk Villach-Land ihren Ausgang genommen. Eine Feistritzerin rief bei der Polizei an und meldete, dass seit längerer Zeit ein Pkw mit laufendem Motor und eingeschaltetem Licht vor dem Feuerwehrhaus stehe. Es befinde sich eine Person im Fahrzeug, sagte sie. Beamte der Polizeiinspektion Feistritz fuhren zum Feuerwehrhaus und fanden das Auto des Salzburgers vor.

Sie klopften mehrmals gegen die Seitenscheibe, Mayer reagierte jedoch nicht. Daraufhin öffnete ein Polizist die Fahrertür, laut Polizeibericht nahm er dabei „starken Alkoholgeruch“ wahr. Der Trainer stellte den Motor ab, die Beamten kontrollierten Papiere und Fahrzeug. Völlig überraschend griff Mayer dann plötzlich zum Zündschlüssel und startete sein Auto wieder. Mit der linken Hand gab er dem kontrollierenden Beamten einen kräftigen Stoß, dieser wurde dadurch zurückgeworfen.

Mayer trat mit geöffneter Fahrertür aufs Gas und fuhr davon, die Tür prallte gegen einen Baum und knallte zu. Ohne Licht raste Mayer mit seinem Auto über eine Blumenrabatte und den Gehsteig auf die Kreuzner Landesstraße und fuhr anschließend ohne Licht in Richtung Paternion davon. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf und verständigten ihre Kollegen in den benachbarten Dienststellen. Mayer reagierte weder auf Blaulicht noch auf Folge-Tonhorn oder Lichthupe. Nach einigen Kilometern Fahrt schaltete er das Licht wieder ein, zu diesem Zeitpunkt fuhr er etwa 60 km/h.

Im Ortsgebiet von Paternion war schließlich Endstation, die Polizei hatte die Straße mit zwei quer gestellten Polizeiautos blockiert. Trotz des eingeschalteten Blaulichts verringerte Mayer sein Tempo nicht, zwei Beamte sprangen im letzten Moment von ihren Fahrzeugen zur Seite, dann krachte Mayers Fahrzeug ungebremst in die Sperre.

Ein Versuch des 48-Jährigen, zu Fuß zu flüchten, blieb erfolglos, Mayer wurde festgenommen und zur Polizeiinspektion Paternion gebracht. Dort verweigerte er den Alkotest, womit er laut Gesetz als mit mindestens 1,6 Promille alkoholisiert gilt. Der Salzburger wurde in den Nachtstunden auf freien Fuß gesetzt, den Posten verließ er durch einen Hinterausgang, da vor der Tür zahlreiche Medienvertreter und Schaulustige warteten. Ob er heim nach Salzburg gefahren oder zunächst in Kärnten geblieben ist, war vorerst nicht bekannt. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren, die Höchststrafe beträgt drei Jahre Freiheitsentzug.

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