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"Stimme des Kalifats" nicht neu

Eine Institution namens "Stimme des Kalifats", die ein Drohvideo gegen Österreich und Deutschland veröffentlicht hat, ist laut "Spiegel Online" schon mehrfach in Erscheinung getreten, erstmals 2005.

Dabei handelte es sich zunächst um den Versuch, eine wöchentliche Internet-Fernsehsendung unter diesem Namen zu etablieren, die Terrorsympathisanten in aller Welt mit Informationen über die jihadistische Internationale versorgt.

Die Macher der Sendung, von der nicht einmal ein halbes Dutzend Ausgaben erschienen, entstammten nach eigenen Angaben der „Global Islamic Media Front“ (GIMF), berichtet der „Spiegel“-Autor und Terror-Experte Yassin Musharbash.

Die GIMF war demnach ursprünglich eine Art Online-Nachrichtenagentur, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida (al-Qaea) nahe stand. Mittlerweile scheint sie aber komplett in die Hände von Terrorsympathisanten übergegangen zu sein, die es als ihre Aufgabe betrachten, Neuigkeiten von al-Kaida & Co. (die sie im Internet auf einschlägigen Jihad-Websites zusammensuchen) einem möglichst großen Publikum zugänglich zu machen. Zu Terroranschlägen haben sich bisher aber weder die GIMF noch der Kanal „Stimme des Kalifats“ bekannt.

Einige Experten vermuten, dass es sich eher um Trittbrettfahrer als um Terroristen handelt, die lediglich versuchen, mit lautstarken Erklärungen und Drohungen Angst und Schrecken zu verbreiten. Es gibt bereits Beispiele für solcherlei Trittbrettfahrer-Zusammenschlüsse, etwa die „Brigaden des Abu Hafs al-Masri“, die 2003 und 2004 ständig mit Anschlägen in Italien und gegen den Vatikan drohten, und außerdem die Verantwortung für einen Stromausfall in den USA übernahmen.

Seit einigen Monaten hat die GIMF allerdings auch eine deutschsprachige Filiale. Auf der Webseite der „Globalen Islamischen Medienfront“ werden Terrorvideos aus dem Irak, Bekennerschreiben und andere Propaganda verbreitet. Die an Deutschland und Österreich gerichtete Drohung war dort in der Nacht zum Sonntag in einer mit deutschen Untertiteln versehenen Version verlinkt. Vor kurzem führten Reporter von „Spiegel TV“ ein interview mit einem Macher der deutschsprachigen GIMF-Seite, in der der Mann unter anderem erklärte, nach außen wirke er völlig normal, tatsächlich befinde er sich aber im Krieg.

In dem Droh-Video der „Stimme des Kalifats“ heißt es an die Adresse Österreichs gerichtet laut deutschem Untertitel: „Eure Soldaten sind für unsere Brüder, die Mujaheddin, keine wirkliche Bedrohung.“ Doch sie seien eine „wichtige Unterstützung“ für „Bush und seine Bande“. Noch sei Österreich ein sicheres Land, aber das könne sich ändern, wenn es erst einmal in den Fokus der Mujaheddin gerate. Die neue Regierung werde deshalb „eingeladen“, ihre Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Sie habe ohnehin keinen Nutzen davon. „Entscheidet schnell und zieht eure Soldaten ab, denn dies ist nicht euer Krieg.“

Zu Deutschland heißt es unter anderem: „Der weise Mensch zerstört seine Sicherheit nicht durch seine eigenen Hände. Wir fragen uns: Welchen Nutzen hat Deutschland davon, dass es 2750 Soldaten als Unterstützung für die NATO-Truppen schickt, um die Lügen von Bush und seiner Bande zu verteidigen?“ Im Hintergrund ist währenddessen ein vermummter „Nachrichtensprecher“ zu sehen, ebenfalls eingeblendet ist das Foto eines deutschen Militärfahrzeuges, offenbar in Afghanistan. „Die deutsche Regierung log ihr Volk an, als sie sagte, dass die Teilnahme der Deutschen bei den NATO-Truppen für den Wideraufbau gedacht ist“, heißt es weiter.

„Nach Informationen aus Österreich“, so Musharbash, sei es unwahrscheinlich, dass das Video der „Stimme des Kalifats“ eine Reaktion auf das Geisel-Video der irakischen Gruppe „Pfeile der Rechtschaffenheit“ ist, in dem ebenfalls der Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan gefordert wird.

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