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Stilles Gedenken einen Monat nach der Flut

Einen Monat nach der Flutkatastrophe haben am Mittwoch Tausende Menschen in den Krisengebieten still der Opfer gedacht. Auf der thailändischen Insel Phuket wurde im Beisein buddhistischer Mönche eine "Wand der Erinnerung" für die Toten errichtet.

In Sri Lanka versammelten sich die Menschen zu bewegenden Zeremonien in Tempeln, Kirchen und am Meer, um Öllichter zu entzünden. Unterdessen öffneten in der indonesischen Provinz Aceh wieder die ersten Schulen. Rund um den Indischen Ozean hatte die Flut nach Schätzungen etwa 280.000 Menschen in den Tod gerissen.

Auf Phuket eröffnete am Mittwoch das Internationale Rückführungs-Zentrum, in das noch am selben Tag die sterblichen Überreste von rund 200 Ausländern gebracht wurden. Sie sollen dort identifiziert und dann in ihre Heimat zurückgebracht werden. Die Flut vom 26. Dezember traf in Thailand zahlreiche Feriengebiete im Südwesten des Landes hart, darunter neben Phuket auch die Phang Nga, Krabi und die Insel Phi Phi. Nach offiziellen Angaben starben rund 5.400 Menschen, darunter rund 2.000 Ausländer und etwa 1.800 Thailänder. Die Herkunft der anderen Opfer blieb zunächst ungeklärt.

In der verwüsteten indonesischen Provinzhauptstadt Banda Aceh und Umgebung konnten Mädchen und Buben in rund 130 Schulen wieder zum Unterricht kommen. Auch in den teils schwer zerstörten Küstenorten Sigli, Meulaboh und Calang lief der Schulbetrieb wieder an. „Wir wissen aus früheren Erfahrungen, dass es für traumatisierte Kinder enorm wichtig ist, wieder in die Schule zu gehen, um zu normalen Lebensgewohnheiten zurückzukehren“, sagte eine Sprecherin des UN- Kinderhilfswerks UNICEF.

Jüngsten Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums zufolge kamen in dem Land mehr als 228.000 Menschen um oder wurden zunächst noch vermisst. Laut Schätzungen wurden bei der Flutkatastrophe auch mehr als 1.700 Lehrer getötet. In Banda Aceh starb etwa ein Viertel der Pädagogen. Bis zu 1.100 Schulen wurden von der Welle zerstört.

Gemäß der Tradition Sri Lankas wurden vielerorts religiöse Zeremonien zum Gedenken an die Flutopfer abgehalten. Zahlreiche Menschen weinten. Fernseh- und Rundfunkstationen unterbrachen ihre Programme für eine Schweigeminute. In dem Inselstaat verloren mindestens 40.000 Menschen durch die Flut ihr Leben. Eine Million Einwohner wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Die Wassermassen verwüsteten fast zwei Drittel des Küstenstreifen.

Auch in Indien wurde der Toten gedacht, zugleich aber rief die Regierung in Neu Delhi zum Neubeginn auf. „Während wir betrübt über den Zorn der Tsunami-Wellen sind, sind wir nicht entmutigt“, sagte der indische Präsident A.P.J. Abdul Kalam. Die Regierung habe ihr Möglichstes getan, um das Leid der Betroffenen wenigstens zum Teil zu lindern. In Indien waren durch die Flutwelle mehr als 10.700 Menschen getötet worden. Rund 5.600 galten zunächst noch als vermisst.

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