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Steuerprivilegien für die ÖSV Ski-Stars Marcel Hirscher und Anna Fenninger?

Die ÖSV-Skirennläufer Marcel Hirscher, Matthias Mayer, Ski-Springer Thomas Diethart und Anna Fenninger.
Die ÖSV-Skirennläufer Marcel Hirscher, Matthias Mayer, Ski-Springer Thomas Diethart und Anna Fenninger. ©APA
In Beaver Creek haben unsere alpinen Wintersportler für einen Medaillen-Reigen gesorgt, der vom ÖSV auch finanziell "vergoldet" wird. Die prestigeträchtigen Rennen in Kitzbühel und Wengen warten mit einem hochdotierten Preisgeld auf, mehr als es für einen WM-Titel von der FIS gibt. Doch wie müssen die Ski-Stars das Preisgeld eigentlich versteuern?
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Gibt es „Steuerprivilegien“ für unsere alpinen Ski-Stars wie zum Beispiel Marcel Hirscher und Anna Fenninger? Gegenüber der Tiroler Tageszeitung erklärte Steuerexperte Werner Doral, dass der Steuersatz für Profisportler bei 17 anstatt den gewohnten „unsportlichen“ 50 Prozent liegt. Das wird auf Anfrage jedoch vom österreichischen Finanzministerium ebenso dementiert wie vom ehemaligen Olympiasieger und VVS-Präsident Patrick Ortlieb.

Dort steuerpflichtig wo die Leistungen erbracht werden

Auf unsere Anfrage hin erklärt Patrick Ortlieb, wie es zu seiner aktiven Karrierezeit um den Steuersatz bei Profisportlern bestellt war: „Auch Schifahrer bezahlen eine ganz normale Einkommenssteuer. Wenn ein Schifahrer zum Beispiel in der Schweiz ein Preisgeld gewinnt, muss dieser auch dort die Steuern zahlen. Die Steuern werden somit vor Ort und oft auch im Ausland gezahlt. Im Endeffekt kommt hierbei dieselbe Summe heraus. Ein Unterschied ist aber, dass keine Spesen geltend gemacht werden können. Somit ist man dort steuerpflichtig, wo die Leistungen erbracht werden”, erklärt Ortlieb.

Preise sind Teile des Einkommens

Eine ähnliche Erklärung ist auch in einem offiziellen Schreiben der Bundes-Sportorganisation zu finden. In diesem wird darauf hingewiesen, dass die erzielten Preisgelder Teile des Einkommens und somit auch einkommenssteuerpflichtig sind. Dies gelte sowohl für in- als auch für ausländische Sportler, die in Österreich tätig werden. Auf Grund besonderer Regelungen haben Veranstalter, die Preisgelder bei inländischen Veranstaltungen an ausländische ProfisportlerInnen auszahlen, jedoch spezielle Berechnungs-, Abzugs- und Entrichtungspflichten.

Oft von einer Doppelversteuerung betroffen

Das Finanzministerium stellt klar, dass es sich hierbei um kein Steuerprivileg, sondern um eine Pauschalisierung für Profisportler handelt. Außerdem gelte diese nur im Rahmen von Veranstaltungen und für keine Vereine.
So sind Sportler oft von einer Doppelversteuerung betroffen, da neben den Abzügen in Österreich auch Abzüge in jenen Ländern erfolgt, in denen das Geld auch gewonnen wurde. Somit müsste zum Beispiel ein Franzose, der die Streif gewinnt, 20 Prozent seines Preisgeldes in Österreich abgeben. Um der österreichischen Steuer entgegenzurechnen, erfolgt für Sportler der Steuersatz von 33 Prozent, welcher von deren Sieggeldern abgezogen wird. Doch hierbei handelt es sich um kein Privileg, sondern um eine Pauschalierung. „Es gibt viele Berufsgruppen in Österreich, die beim Steuersatz pauschalisiert werden“, sagt Johannes Pasquali vom Finanzministerium.

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