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Österreichs Wirtschaft wird 2009 schrumpfen

Österreichs Wirtschaft wird 2009 schrumpfen, erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer jüngsten Prognose. Deutschland 2009 in tiefer Rezession | Optimismus in Österreich stärker gesunken als in Europa | Auch Schweiz 2009 mit schrumpfender Wirtschaft

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert Österreich für das kommende Jahr eine leicht rückläufige Wirtschaftsleistung von 0,1 Prozent und eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent. Erst 2010 werde sich die heimische Wirtschaft mit einem realen BIP-Wachstum von 1,2 Prozent wieder erholen. Die Arbeitslosenrate werde aber weiter auf 6 Prozent steigen.

 

In der Frühjahrsprognose ging die in Paris beheimate Organisation noch davon aus, dass Österreichs Wirtschaft 2009 um 1,7 Prozent wächst. Auch die heimischen Wirtschaftsinstitute waren Anfang Oktober noch optimistischer: Das Wifo prognostizierte für 2009 ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, das Institut für Höhere Studien (IHS) sogar 1,2 Prozent.

Für das laufende Jahr 2008 hat die OECD ihre Frühjahrsprognose für Österreich von 2,3 auf 1,9 Prozent zurückgestuft. Das Wachstum sei vor allem infolge eines sich verschlechternden außenwirtschaftlichen Umfeldes zurückgegangen, heißt es im jüngsten “Economic Outlook” der OECD, der heute, Dienstag, präsentiert wurde.

Die Inflation Österreichs wird sich laut OECD mit sinkenden Energie- und Nahrungsmittelpreisen, einem zunehmendem Kapazitätsüberhang in der Wirtschaft und geringeren Einfuhrpreisen in den nächsten Jahren zurückbilden. Für 2008 gehen die OECD-Experten von einer Inflationsrate (HVPI) von 3,3 Prozent, für 2009 von 1,1 Prozent und für 2010 von 0,8 Prozent aus.

Die Budgetsituation Österreichs wird sich laut OECD deutlich verschlechtern. Die jüngsten Konjunktur- bzw. Steuersenkungsmaßnahmen führten schon 2008 zu geringeren Steuereinnahmen und höheren öffentlichen Ausgaben. In Kombination mit der Wirtschaftsabschwächung und den schrumpfenden Gewinnen der in Mittel- und Osteuropa tätigen Unternehmen könnte das Defizit bis 2010 deutlich auf 3,5 Prozent des BIP steigen, so die OECD.

Die jüngsten fiskalischen Stützungsmaßnahmen werden laut OECD aber dazu beitragen, das Ausmaß der Konjunkturabschwächung hierzulande in Grenzen zu halten. Eine weitere moderate Lohnpolitik sei aber wichtig, um Verluste an Wettbewerbsfähigkeit und inflationstreibende Zweitrundeneffekte zu vermeiden.

Seit dem ersten Halbjahr verlangsame sich die heimische Konjunktur aufgrund des schwächeren Exportwachstums infolge der nachlassenden Auslandsnachfrage sowie der Euro-Aufwertung. Der private Konsum sei wegen der geringen realen Einkommenszuwächse und des sich verschlechternden Konsumklimas verhalten. Auch das Investitionswachstum habe sich sowohl im Unternehmens- als auch im Wohnimmobiliensektor verlangsamt, da sich die Wirtschaftsaussichten eingetrübt haben.

Die von den weltweiten Finanzmarktturbulenzen ausgehenden Spillover-Effekte haben sich aber mit dem Einbruch der Aktienkurse, der zunehmenden Spannungen im Bankensektor, den höheren Kreditzinsen und Aufschläge auf Unternehmensanleihen und den restriktiveren Kreditvergabebedingungen verstärkt, schreibt die OECD. Das umfangreiche staatliche Hilfspaket zur Stärkung des Eigenkapitals der Banken könnte dennoch dazu beitragen, die Ansteckungseffekte und negativen Folgen für die Realwirtschaft in Grenzen zu halten.

Das Exportwachstum werde sich voraussichtlich aber weiter verringern. Auch die Investitionstätigkeit dürfte sich abschwächen. Der private Konsum wird den Erwartungen zufolge im Verlauf des nächsten Jahres bei mäßigen realen Einkommenszuwächsen, steigender Arbeitslosigkeit und sinkendem Vertrauen nachlassen.

Die Risiken bei den kurzfristigen Aussichten liegen laut OECD überwiegend im negativen Bereich und betreffen in erster Linie die Auslandsnachfrage und die Reaktion des Bankensektors auf die sich zuspitzenden Finanzmarktturbulenzen. Was Letzteres anbelangt, ist die Gewährleistung finanzieller Stabilität und eine engere internationale Zusammenarbeit der für die Finanzmarktaufsicht Verantwortlichen unerlässlich, besonders angesichts des starken Engagements des österreichischen Finanzsektors in den Ländern Mittel- und Südosteuropas und in Fremdwährungskrediten, so die Experten.

 

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