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Österreichs Wirtschaft stagnierte im 1.Quartal

Die seit Mitte 2009 beobachtete Erholung der heimischen Wirtschaft hat im 1. Quartal dieses Jahres inne gehalten, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Mittwoch in seiner Schnellschätzung zur BIP-Entwicklung. Besonders in der exportgetriebenen Sachgütererzeugung kam der Aufwärtstrend zum Stehen. Die Bauwirtschaft verzeichnete wetterbedingt Produktionsausfälle. Im Jahresabstand dagegen ist das BIP erstmals seit dem 3. Quartal 2008 wieder gewachsen (+0,4 Prozent).

Nach einer Ausweitung der Sachgütererzeugung seit Mitte 2009 im Vorquartalsvergleich sank hier die Wertschöpfung im 1. Quartal 2010 um 0,9 Prozent. Damit lag sie leicht über Vorjahresniveau, aber noch um 12,2 Prozent unter dem Niveau vor Beginn der Rezession im Jahr 2008. In der Bauwirtschaft sank die Wertschöpfung zum achten Mal in Folge (-0,1 Prozent zur Vorperiode). Die Konjunktur in Handel, Gastgewerbe und Verkehr blieb verhalten. Dagegen setzte sich die Stabilisierung der Vermögens- und Unternehmensdienstleistungen fort.

Parallel zur Entwicklung in der Industrie verloren laut Wifo im 1. Quartal auch die saisonbereinigten Exporte nach der Belebung in den beiden Vierteljahren davor zuletzt deutlich an Schwung (-0,2 Prozent). Während die Warenexporte im Quartalsabstand stagnierten, nahm der Dienstleistungsexport ab. Auch die Importe sanken gegenüber der Vorperiode um 0,2 Prozent. Sowohl Importe als auch Exporte lagen im 1. Quartal jedoch erstmals wieder über dem unbereinigten Vorjahreswert (Exporte +1,3 Prozent, Importe +0,2 Prozent).

Infolge der geringen Auslastung der Unternehmen waren die Ausrüstungsinvestitionen abermals rückläufig, der Rückgang verlangsamte sich aber. Die Bauinvestitionen sinken saison- und arbeitstagsbereinigt im Quartalsabstand nun schon seit zwei Jahren. Dabei wurden die Wohnbau-Investitionen erneut überdurchschnittlich eingeschränkt. Die Anlageinvestitionen (Ausrüstungen und Bauten) verringerten sich saisonbereinigt um 1,9 Prozent und lagen auch unbereinigt immer noch unter dem Niveau des Vorjahres (-9,4 Prozent).

Der Privatkonsum expandierte saison- und arbeitstagsbereinigt mit +0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal weiter stabil und ebenso stark wie in den drei Quartalen zuvor. Im Jahresabstand ergab sich unbereinigt aufgrund des frühen Ostertermins ein Plus um 2,5 Prozent.

Frühere BIP-Veränderungen hat das Wifo teils revidiert: Im 4. Quartal schrumpfte die heimische Wirtschaft im Jahresabstand laut neuer Mitteilung um 1,2 Prozent, zuletzt war man noch von -1,4 Prozent ausgegangen. Für das 3. Quartal wurde der BIP-Rückgang gegenüber dem Vorjahr von -3,2 auf -3,1 Prozent revidiert. Im 2. Quartal dagegen – dem stärksten Rückgang in der Rezession – schrumpfte die Wirtschaftsleistung “nur” um 4,9 Prozent nach davor angenommenen -5,1 Prozent. Für das 1. Quartal 2009 wurde das BIP-Minus vom Wifo auf -4,7 (statt -4,9) Prozent korrigiert.

Für 10. Juni plant das Wifo die ausführliche Darstellung des BIP im 1. Quartal. Die nächste Konjunkturprognose der Institute ist für 2. Juli vorgesehen.

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