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Österreichs Wirtschaft auf Schrumpfkurs - vorerst aber nur leicht

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Die österreichische Wirtschaft ist im letzten Quartal 2008 zum ersten Mal wieder geschrumpft - nämlich um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Hauptverursacher war die exportorientierte Industrie.

Während die Binnennachfrage, der Handel und der Tourismus stützten. Die beiden wichtigsten Handelspartner der Alpenrepublik, Deutschland und Italien, mussten am Freitag bereits Quartalsdaten mit einem Rückgängen von um die zwei Prozent melden.

Der Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem dritten Quartal war der erste Rückgang seit Mitte 2001 – Österreich ist damit noch nicht in der Rezession, befindet sich aber auf dem besten Weg dahin. Für eine Rezession muss die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander zurückgehen. Damit lag das Quartal um nur noch 0,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals.

Die österreichischen Werte fielen weitaus besser aus als die seiner größten Handelspartner Deutschland (minus 2,1 Prozent) und Italien (minus 1,8 Prozent), jeweils gegenüber dem Vorquartal. Die Länder der Eurozone und der EU schrumpften im Schnitt um 1,5 Prozent.

Einen Grund für die noch relativ guten österreichischen Kennwerte zu Jahresende 2008 Daten ortet Wifo-Experte Markus Marterbauer darin, dass die Entwicklungen nur zeitverzögert in der Alpenrepublik ankommen sei. “Österreichische Betriebe, die der deutschen Exportindustrie zuliefern, werden den Rückgang in Deutschland mit der Verzögerung von einigen Monaten zu spüren bekommen.” Dazu kommt ein leichtes Wachstum der Binnennachfrage (+0,4 Prozent gegenüber Vorquartal und +1 Prozent gegenüber Vorjahr), etwas höhere Realeinkommen durch eine neuerdings wieder niedrige Inflation und stabile Immo-Preise. Der Wintertourismus 2008/09 startete mit einem Wachstum von 6,8 Prozent, die Bauwirtschaft verlor nur leicht.

Österreich wird im ersten und zweiten Quartal 2009 freilich ein viel deutlicheres Minus haben, warnte Wifo-Chef Karl Aiginger vor wenigen Tagen. Der aktuelle Konjunkturtest seines Hauses lasse jedenfalls auf weitere Produktionseinbußen in der Industrie schließen: “Die Unternehmen beurteilen die Aufträge, vor allem aus dem Ausland, und die Geschäftsaussichten so ungünstig wie schon lange nicht mehr”, die Kapazitätsauslastung vor allem der großen Betriebe sei “markant gesunken”, referiert das Wifo.

Auf der abschüssigen Straße schon viel weiter ist Deutschland, dessen Statistisches Bundesamt im vierten Quartal 2008 einen Rückgang um 2,1 Prozent (gegenüber Vorquartal) meldete. Das war noch schlimmer als die ohnedies pessimistischen Prognosen der Ökonomen, die einen Rückgang von 1,8 Prozent erwartet hatten. Im Jahresabstand verlor Deutschland im vierten Quartal preisbereinigte 1,6 Prozent Wirtschaftsleistung.

Auch die Wirtschaft des zweitgrößten Handelspartners, Italien, meldete schlechte Zahlen wie seit langem nicht. Allein im vierten Quartal verlor die italienische Wirtschaft 2,6 Prozent gegenüber 2007 und von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Es handelt sich um den stärksten Quartalsrückgang seit den 1980er Jahren. Die italienische Regierung rechnet dieses Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 2 Prozent.

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