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Österreichs Mann in Miami

Schwarzach -  Werner H. Stemer ist Honorarkonsul in Miami (USA) – und will Österreich damit seinen Dienst erweisen.

Seit 27 Jahren lebt der gebürtige Montafoner Werner H. Stemer im US-Bundesstaat Florida. Im Anschluss an sein Englisch- und Musik-Studium in Innsbruck kehrte er Österreich den Rücken – zumindest geografisch. Den Bezug zu seiner Heimat verlor Stemer nämlich nie. „Ich habe rein sozialpolitisch von Österreich nur genommen. Der Staat hat in mich investiert und ich bin gegangen“, erklärt er. Nicht zuletzt deshalb habe er vor drei Jahren, als man vonseiten der österreichischen Außenhandelsstelle in New York auf ihn zugekommen sei, der Arbeit als Honorarkonsul für den Bereich Miami zugestimmt. „Ich wollte meinem Land etwas zurückgeben“, sagt er. Und das tut Stemer nun im Zuge von zahlreichen ehrenamtlichen Stunden pro Woche.

Viele Kontakte

Als Honorarkonsul erhält Stemer, der seit mittlerweile fünf Jahren auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, keinen Cent von der Republik – vertritt jedoch deren Interessen in seinem Zuständigkeitsbereich. Ebenso ist der Patentanwalt Ansprechpartner im Notfall für österreichische Touristen und Auslandsösterreicher. Bis zu 30 Mal pro Woche klingelt bei Stemer das Telefon, mit „sechs bis sieben“ Österreichern hat er persönlichen Kontakt. „Ich treffe gerne Auslandsösterreicher“, betont er. Gerade im Notfall sei es wichtig, dass die Menschen mit jemandem zu tun hätten, der die eigene Muttersprache spricht. Das war bei seinem Vorgänger nicht der Fall. „Die Menschen fühlen sich dann gleich geborgener, es entsteht sofort eine entsprechende Beziehung“, so Stemer. Mit bis zu zehn offiziellen Einladungen pro Woche ist sein Terminkalender darüber hinaus bestens gefüllt. Ansatzweise Arbeit nehmen ihm drei Kanzlei-Assistenten ab – die er jedoch aus eigener Tasche bezahlt.

Interesse für US-Politik

Seine Arbeit könne auch als Lobbying für Österreich verstanden werden – und das im positiven Sinne des Wortes. „Ich verschiebe viele Visitenkarten bei meinen Terminen, schaue wo es möglich ist, Kontakte und Beziehungen zu Österreich aufzubauen“, erklärt der zweifache Familienvater. Spaß mache die Arbeit als Konsul auf jeden Fall – auch wenn er deutlich mehr Zeit investieren müsse, als man ihm ursprünglich versprochen hatte. Auch wenn seine Konsulzeit auf fünf Jahre beschränkt sei: „Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass ich danach abberufen werde“, so Stemer nicht ohne Stolz. Die US-Politik verfolgt der Patentanwalt sehr genau – auch wenn sie laut Stemer „sehr schwierig“ zu verstehen sei. Der Schuldenstreit beschäftige derzeit jedenfalls ganz Amerika. „Es wird jeden Tag überall sehr viel diskutiert“, sagt er. Hat sich die USA mit Präsident Barack Obama wirklich verändert? „Nach innen kaum“, sagt Stemer. „Aber das Ansehen der Staaten im Ausland ist deutlich gestiegen.“

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