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Österreichs Jobmarkt kippt 2015

Der österreichische Arbeitsmarkt wird 2015 kippen: Dann wird es weniger Berufseinsteiger als altersbedingte Berufsaussteiger geben, ist das Ergebnis der am Montag veröffentlichten Studie Allianz Demographic Pulse.
Konkret wird laut Studie der Anteil der Jugendlichen von 504.000 auf 467.000 schrumpfen und die Zahl der Älteren von 447.000 auf 478.000 steigen. Besorgniserregend sei, dass immer mehr ältere Menschen früher in Pension gehen, während gleichzeitig immer weniger Junge auf dem Arbeitsmarkt nachrücken, um die Nachwuchslücke zu schließen.

Erschwerend komme hinzu, dass es auch bei den Erwerbsquoten der österreichischen älteren Arbeitnehmer düster aussieht: Sind im EU-Durchschnitt noch rund ein Drittel aller Personen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren erwerbstätig, ist das in Österreich nur etwa jeder fünfte – damit liegt Österreich im EU-Vergleich auf Platz 18. Das staatliche Pensionssystem werde durch diese Trends stärker unter Druck kommen. Hinzu komme, dass die sinkenden Geburtenraten mittelfristig auch zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führen werde.

Innerhalb der EU findet diese Trendwende bereits heuer statt. Erstmals gibt es im EU-Raum weniger potenzielle Berufseinsteiger als Berufsaussteiger aus Altersgründen. In konkreten Zahlen: 28,6 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren stehen EU-weit 28,8 Millionen Einwohnern zwischen 60 und 65 Jahren gegenüber. Damit ist die Zahl der Personen im (Vor)-Ruhestandsalter erstmals um rund 200.000 höher als die der Schulabgänger. Die Tendenz dieser Entwicklung ist steigend.

Eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer sei die arbeitsmarktpolitische Herausforderung der nächsten Jahre. Wichtige Weichen hierfür wurden in den letzten Jahren mit Reformen des Pensionssystems bereits gestellt. Nun müssen die entsprechenden Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt geschaffen werden. “Ein österreichweiter Schulterschluss ist notwendig: Auf der einen Seite ist die Politik gefordert, Weichenstellungen für den Arbeitsmarkt vorzunehmen – auf der anderen Seite sind auch Unternehmen gefordert, im Rahmen ihrer Personalpolitik nachhaltige Lösungen umzusetzen”, so Allianz-Vorstandsvorsitzender Wolfram Littich zur Studie.

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