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Österreicher vor Bränden aus italienischen Badeorten gerettet

Vor verheerenden Brände an Dutzenden Stellen in Italien ist gestern, Dienstag, eine große Gruppe von Österreichern gerettet worden. 85 bis 90 Personen wurden evakuiert.

Das Feuer im Badeort Peschici in der süditalienischen Region Apulien gelangte teilweise so nahe ans Ufer, dass Urlauber von den Stränden mit Booten flüchten bzw. weggebracht werden mussten, berichtete das Außenministerium der APA am Mittwoch. 85 bis 90 Österreicher wurden evakuiert und in der näheren Umgebung untergebracht. Die Nacht auf Mittwoch verbrachten die Geflüchteten in Quartieren in Schulen oder Hotelanlagen.

Zwei Menschen kosteten die Brände in Apulien laut Behörden bisher das Leben: Zwei ältere Personen verbrannten in Peschici in ihrem Auto. Österreicher wurden keine verletzt, sagten Ministeriums-Sprecher Georg Schnetzer sowie Christian Berlakovits, österreichischer Botschafter in Italien, der APA. Bedroht von den Flammen waren Campingplätze, auf denen der Großteil Österreicher, vor allem Tiroler und Oberösterreicher, untergebracht waren.

Die evakuierten Österreicher hätten zum Teil sehr große Sachschäden und Verluste zu beklagen. Viele Urlauber von Campingplätzen verloren ihre Hab und Gut in den Flammen, so Berlakovits. Einige hätten sich daher unter Begleitung der italienischen Zivilschutzorganisation bereits wieder nach Peschici begeben, um die Zerstörung an den Brandorte für Versicherungsleistungen zu begutachten.

50 Urlauber aus dem Badeort wurden am Dienstag in einem Hotel in der Gemeinde San Giovanni Rotondo untergebracht. Eine weitere Gruppe von 20 Österreichern, die im Ort Manfredonia ihren Urlaub verbracht hatte, verließ auf eigene Initiative die Gegend, berichtete der Botschafter.

45 Urlauber aus der Alpenrepublik sollen mit Bussen, die vom ÖAMTC gemeinsam mit dem ADAC Busse organisiert wurden, nach Hause gebracht werden. Der erste Transport soll je 20 Österreicher und Deutsche noch am Mittwochnachmittag nach Innsbruck bringen. In der Nacht mache sich ein zweiter Bus auf den Weg.

Die Lage an Ort und Stelle ist katastrophal, berichtete der ÖAMTC in einer Aussendung. „Psychisch angeschlagen, aber alle unverletzt, wenn zum Teil auch ohne Kleidung“, schilderte ein Mitarbeiter darin die Situation. „Momentan herrscht Chaos vor Ort.“ Es gebe nach wie vor Dutzende Notrufe bei der Schutzbrief-Nothilfe, ein Ende sei noch nicht in Sicht.

Der Bürgermeister von Peschici, Francesco Tavaglione, entschuldigte sich am Mittwoch bei den Urlaubern: „Ich will mich bei den Touristen entschuldigen, vor allem bei den Ausländern, die diese Gegend für ihren Urlaub gewählt haben“, erklärte er. „Ich fordere die Touristen auf, wieder zurückzukehren, da wir uns wieder aufraffen werden. Wir arbeiten, damit Hotels und Campingplätze bald wieder geöffnet werden.“

Rund 20 Prozent der rund 4.500 Touristen, die wegen der verheerenden Brände in der Region evakuiert werden mussten, kommen aus dem Ausland. Neben Österreicher waren vor allem Deutsche, Schweizer und Briten in Apulien auf Urlaub.

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