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Österreich: jeder 6. Verkehrstote verunglückte als Fußgänger.

Das Unfallrisiko für Österreichs Fußgänger ist zu hoch. Das zeigt eine aktuelle VCÖ-Untersuchung. Im Vorjahr verunglückte bereits jeder sechste Verkehrstote als Fußgänger. Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt im Jahr 2009 weiter gesunken ist, stieg die Zahl der tödlich verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger.

Jedes zweite Todesopfer war älter als 65 Jahre. Der VCÖ fordert so genannte Begegnungszonen und mehr Gehwege entlang von Freilandstraßen. 

Die Zahl der Verkehrstoten ist von 679 im Jahr 2008 auf 630 im Jahr 2009 gesunken. Die Zahl der tödlich verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger ist aber von 102 auf 103 gestiegen. “Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt in Österreich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, verunglücken nach wie vor mehr als 100 Fußgänger pro Jahr tödlich. Für die Verkehrssicherheit der Fußgänger wird zu wenig getan”, betont VCÖ-Experte DI Martin Blum.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der Anteil der tödlich verunglückten Fußgänger von 12,6 Prozent im Jahr 2005 auf 16,3 Prozent im Jahr 2009 gestiegen ist. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Mehr als 50 Prozent der tödlich verunglückten Fußgänger waren älter als 65 Jahre, mehr als 30 Prozent älter als 75. “Unser Verkehrssystem ist nicht seniorengerecht”, kritisiert VCÖ-Experte Blum.

Besorgniserregend ist auch die hohe Zahl tödlicher Unfälle, die sich auf Schutzwegen ereignen: 19 Fußgänger verunglückten im Vorjahr auf Schutzwegen tödlich. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass nur jeder zweite Autofahrer Fußgängerinnen und Fußgänger am Schutzweg den gesetzlichen Vorrang gewährleistet. “Ein großes Problem dabei ist auch die Ablenkung durch Telefonieren oder SMS am Steuer”, sagt VCÖ-Experte Blum. Eine heute präsentierte Umfrage des KfV zeigt, dass acht von zehn Autofahren beim Lenken telefonieren, jeder Dritte liest sogar SMS.

Der VCÖ betont, dass die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger weiter zu verbessern ist. Entlang von Freilandstraßen sollte es immer Gehwege geben. Der VCÖ spricht sich zudem für die Umsetzung von so genannten Begegnungszonen in Österreich aus. In Begegnungszonen gibt es nur drei Verkehrsregeln: Tempolimit 20, Fußgängerinnen und Fußgänger haben Vorrang und das Parken von Autos ist nur auf wenigen, markierten Flächen erlaubt. In der Schweiz gibt es bereits mehr als 200 Begegnungszonen, auch Belgien, Deutschland und Frankreich haben bereits Begegnungszonen umgesetzt.

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