Steiermark hat gewählt: ÖVP legt zu, FPÖ rutscht ab

Erste Wahl seit Ausbruch der Corona-Pandemie
Erste Wahl seit Ausbruch der Corona-Pandemie ©APA
Die ÖVP dürfte der große Gewinner der steirischen Gemeinderatswahlen am Sonntag - den ersten in Zeiten von Corona - sein.

Nach Auszählung von 181 von 285 Gemeinden gewann die ÖVP landesweit dazu, die SPÖ büßte ein wenig ein, die Blauen verloren in vielen Kommunen, die kleinen Parteien KPÖ, Grüne und NEOS legten zu. Wermutstropfen: Eine um rund zehn Prozentpunkte gesunkene Wahlbeteiligung trotz Wahlkartenrekord.

Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt noch kaum größere Städte ausgezählt. Die niedrigere Beteiligung ging zulasten der drei größeren Parteien: Sie legten (bei 181 ausgezählten Gemeinden) alle absolut an Stimmen ab. Die drei kleinen Parteien konnten in Stimmen sogar dazugewinnen.

Machtwechsel in Mariazell

Ein Machtwechsel wurde schon schnell nach dem Auszählen der Stimmen im obersteirischen Wallfahrtsort Mariazell bekannt: Die SPÖ hat ihre 2015 errungene absolute Mehrheit wieder an die ÖVP verloren. SPÖ-Bürgermeister Johann Kleinhofer gestand seine Niederlage schon kurz nach 13.30 Uhr in einem Facebook-Posting ein: "Leider hat es nicht gereicht! Gratulation an den neuen Bürgermeister: Walter Schweighofer."

Rotes Desaster ein Selzthal

Die Eisenbahnerstadt Selzthal sah am Sonntag ein rotes Desaster: Die SPÖ stürzte von 80,25 auf 49,36 Prozent. Die ÖVP holte sich zum ersten Mal seit Jahrzehnten mit einem Sprung von 19,75 auf 50,64 Prozent den Bürgermeistersessel.

SPÖ-Absolute in Gaishorn

Im obersteirischen Gaishorn eroberte die SPÖ mit über 60 Prozent die Absolute, vor allem auf Kosten der Bürgerliste. In manchen Gemeinden wie Michaelerberg-Pruggern im Ennstal kletterte die ÖVP in lichte Höhen, mit rund 72 Prozent auf Kosten von SPÖ und FPÖ. In Ramsau am Dachstein flogen die Freiheitlichen aus dem Gemeinderat. Die NEOS schafften dort auf Anhieb 11,26 Prozent.

Kein FPÖ-Bürgermeister mehr

Der einzige FPÖ-Bürgermeister in der Bergbaugemeinde Breitenau (bisher Halbzeitlösung mit der ÖVP) ist Geschichte. Die ÖVP holte die Absolute von 33,65 auf 57,68 Prozent. SPÖ und FPÖ (diesesmal als Liste) verloren stark. In Neuberg an der Mürz - Heimatgemeinde von FPÖ-Abg. Hannes Amersbauer hat die ÖVP die Absolute, die FPÖ büßte eines von drei GR-Mandaten ein.

In Spital am Semmering, wo die FPÖ stets gegen ein Asylwerberquartier aufgetreten war, verloren sie von 17,4 Prozent auf 6,95 Prozent. Hier baute die SPÖ ihre Bastion aus. Die SPÖ überraschte da und dort: In Turnau (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) verdoppelte der junge und engagierte Bürgermeister und LAbg. Stefan Hofer von 48,32 auf 80,07 Prozent und zertrümmerte Schwarze und Blaue.

Niedrige Wahlbeteiligung

Solche politischen Kunststücke gelangen auch der ÖVP, durchwegs öfter als den Roten: Im südsteirischen Arnfels wuchs die ÖVP von 32,37 auf 80,82 Prozent. In Lassing hat die ÖVP - nicht überraschend - 100 Prozent geschafft, denn die Volkspartei war die einzige Partei am Stimmzettel. Die Wahlbeteiligung rasselte wohl auch deswegen von 77,93 Prozent auf 37,50 Prozent hinunter. Die ÖVP hält nun alle 15 Mandate der Gemeinde. In Gemeinden wie Pernegg an der Mur gelang es der ÖVP, ihren Anteil auf fast 64 Prozent beinahe zu verdoppeln.

(APA)

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