Stefan aus Bregenz kämpft für seinen Indianer-Stamm

Stefan will seinen Verwandten im Reservat helfen.
Stefan will seinen Verwandten im Reservat helfen. ©APA/Zoom-Call/VOL.AT
Stefans Vater ist Vorarlberger, mütterlicherseits ist er Mitglied der Navajo Nation, dem größten Indianerreservat in den USA. Er ist dankbar, in Österreich zu leben, in einem jener Länder, in dem es so wenig Corona-Fälle gegeben hat. Und er ist verzweifelt, wenn er die Nachrichten seiner Verwandten aus dem US-amerikanischen Indianerreservat hört.
Eindrücke aus der Navajo Nation
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Stefan Yazzie Herbert ist in San Diego aufgewachsen und besuchte dort oft seine Verwandtschaft im Reservat. Deshalb ist auch die Verbindung dorthin noch so stark. Mit 13 zog er schließlich nach Bregenz und lernte seine österreichischen Wurzeln kennen. Nun will der Vorarlberger auf die prekären Verhältnisse im Indianerreservat aufmerksam machen und Spenden für seinen Stamm sammeln.

"Das große Husten"

Der Name für die Corona-Epidemie auf Navajo - "Dikos Ntsaaígíí-Náhást’éíts’áadah" - bedeutet "der große Husten 19". Schwierig waren die Verhältnisse im Reservat schon vor der Krise, die Pandemie habe die Situation in der Navajo Nation nun drastisch verschärft. Die Navajo Nation hat die dritthöchste Infektionsrate von Covid-19-Infizierten in den Vereinigten Staaten: 4.633 Erkrankte, 153 Todesfälle (Stand 23. Mai 2020).

30 Prozent der Reservats-Bewohner haben keinen direkten Zugang zu Wasser. Traditionell bedingt gibt es viele Mehrgenerationenhäuser. Häufiges intensives Händewaschen bei Wassermangel: Fehlanzeige. Auch das Isolieren von älteren oder erkrankten Bewohnern ist aufgrund der Wohnverhältnisse nicht möglich.

"Bleibt zu Hause" - Gut gemeint, aber schwer umzusetzen

"Es gibt nur 13 Geschäfte im ganzen Reservat, die nicht den gesamten Bedarf der Bewohner abdecken können. Mehr als die Hälfte versorgen sich in Geschäften außerhalb des Reservats", erzählt Megan Badonie, Studentin und Stefans Navajo-Schwester. Der Rat "Bleibt zu Hause!" ist gut gemeint, aber praktisch nicht umzusetzen.

Keine Elektrizität

Zehn Prozent der Bewohner haben keinen Zugang zu Elektrizität. Ohne Radio, Fernsehen oder Internet gibt es keine Informationen über die Epidemie.

"Wir werden überleben, aber wir brauchen jetzt eure Hilfe"

In den vier Krankenhäusern auf der Reservation gibt es gerade mal hundert Betten. Viele schwer Erkrankte können nicht stationär aufgenommen werden, man schickt sie wieder nach Hause.

"Wir sind die Navajo, die Diné, wir werden überleben. Aber wir brauchen jetzt eure Hilfe", appelliert Stefan. Weil er seinem Stamm helfen will, hat er einen Spendenaufruf auf Gofundme initiiert.

(VOL.AT)

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