Statt Schulbeginn Schulschluss in Warth

Türe der Volks- und Hauptschule Warth geschlossen
Türe der Volks- und Hauptschule Warth geschlossen ©Peter Strauss

Nach der Hauptschule wird auch die Volksschule der Walsergemeinde vorläufig aufgelassen.

Warth. Im Frühjahr hatte die VN-Heimat Bregenzerwald auf die kritische Situation hingewiesen – jetzt haben sich die Befürchtungen leider bewahrheitet: Wenn in wenigen Tagen die Schule wieder beginnt, wird die Türe der Volks- und Hauptschule Warth geschlossen bleiben.

Entwicklung vorgezeichnet

Heute finden noch einmal Gespräche mit der Schulbehörde statt, “aber da geht es nicht mehr um die Weiterführung der Schule in Warth, sondern nur noch darum, wie und wo unsere Schulkinder im neuen Schuljahr unterrichtet werden. Für die Hauptschüler ist wohl Au die beste Alternative, die Volksschulkinder aus Gehren werden wohl nach Lechleiten wechseln, die Warther Kinder in Schulen im Bregenzerwald”, resigniert Warths Bürgermeister Gebhard Fritz, der diese bedauerliche Entwicklung “irgendwie kommen sah”.

Stures Kirchturmdenken

Gescheitert – zumindest vorläufig – ist die Warther Schule an sturem Kirchturmdenken, denn es ist nicht gelungen, die beiden Minischulen in Warth und Lechleiten mit zusammen nur 19 Volks- und Hauptschulkindern zusammenzulegen, um gemeinsam einen Schulstandort zu sichern. Ob und wie es in Lechleiten mit der Schule weitergeht, ist mittelfristig offen. Die beiden Ortsteile der Tiroler Gemeinde Steeg – rund zehn Kilometer entfernt – haben noch weniger Schulkinder als die Nachbargemeinde Warth, mit der sie touristisch und pfarrlich zusammengehören – und hatten viele Jahre lang auch eine gemeinsame Schule in Warth. Rund 40 Schulkinder aus Warth, Lechleiten und Gehren wurden hier unterrichtet, als zu Beginn der 90er-Jahre das neue Schulhaus samt Kindergarten gebaut und eröffnet worden war. Seither ging es mit der Schülerzahl kontinuierlich bergab, zumal sich die Tiroler bald wieder mit einer eigenen Schule selbstständig.

Mit Sondergenehmigung

“Deshalb”, so Bürgermeister Gebhard Fritz, “war es schon in den vergangenen Jahren nur noch mit einer Sondergenehmigung möglich, die Schule weiterzuführen. Jetzt ist die Schülerzahl aber so drastisch gesunken, dass einfach nichts mehr ging, zumal verunsicherte Eltern sich zunehmend Gedanken über Alternativen machten. Will heißen, dass sie darüber nachdachten, ihre Kinder in anderen Schulen unterzubringen. Das hat unserer Schule den Rest gegeben.”

Schlechte Prognosen

Wie es in Warth mit der Schule weitergeht? “Schulleiter Martin Simma hat seine Zelte in Warth bereits abgebrochen, er unterrichtet ab dem neuen Schuljahr wieder in Lech”, erläutert Gebhard Fritz, der die Problematik aus eigener Erfahrung kennt, denn der aus Gehren stammende Gemeindechef hat selbst die Schule in Warth besucht. Er ist dann nach Warth übersiedelt, wo er eine Pension baute. Für die Warther Schule sieht er kurz- und mittelfristig schwarz: “Eine Wiedereröffnung der Schule wäre nur dann möglich, wenn es wieder mehr Schulkinder geben würde. In einem überschaubarem Zeitraum ist dies aber nicht der Fall, leider.” Der im erst vor knapp 20 Jahren neu errichtete Schulgebäude untergebrachte Kindergarten wird wie bisher weitergeführt, auch der Mehrzwecksaal wird weiter für außerschulische Zwecke benützt. Die Klassenzimmer stehen hingegen leer. VN-STP

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