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Statt Furcht Vertrauen

(VN) Walter Schmolly führt Vorarlbergs Kirche als Team in die Zukunft.

Es steht 365 Mal in der Bibel. Wenn Walter Schmolly den Satz „Fürchtet euch nicht“ wiederholt, dann denkt er an das Pfingstwunder. An die zuvor noch verängstigten Apostel. Christus war Tage zuvor gekreuzigt worden. Wie sie sich nun zusammenduckten. Am liebsten weggelaufen wären. Und dann gehen sie doch hinaus. Treten vor die verdutzte Menge und predigen. Am Ende dieses Tages werden sich 3000 Heiden taufen lassen. Auch die Katholische Kirche Vorarlbergs bräuchte so ein Pfingstwunder. Walter Schmolly vertraut darauf.

Erster Laie im Seelsorgeamt

2005 hat der frisch ernannte Diözesanbischof Elmar Fischer den Bregenzerwälder Theologen, aber Nicht-Kleriker Dr. Walter Schmolly zum Pastoralamtsleiter bestellt. Zum ersten Mal trat ein Laie dieses Amt an. Damit war er quasi auch Personalchef eines Unternehmens mit 800 Leuten. Nur für die Priester blieb Generalvikar Benno Elbs zuständig. Manche unter ihnen hatten wohl ein wenig Mühe mit dem Laien im Seelsorgeamt. An seinen theologischen Fähigkeiten zweifelt indes wohl keiner. Dabei wäre Schmolly um ein Haar den Zahlen verfallen. „Ich hab Mathematik und Biologie studiert.“ Das tat der gebürtige Bizauer so erfolgreich, dass er danach bereits ein Stipendium für die Doktorarbeit in Grenoble im Sack hatte. Über die Graphentheorie hätte er schreiben wollen, um sich hernach irgendwo im Grenzbereich zwischen Mathematik und Philosophie anzusiedeln. Aber das tat er nicht, sondern nahm ein Jahr Auszeit. Ein halbes Jahr, um in Oberösterreich einen Bibelkurs zu belegen. „Das andere halbe Jahr hab ich gejobbt.“ Was sich halt so anbot: Als Kellner im Gasthof Schwanen, als Nachhilfehoffnung für verzweifelte Matchbox-Mathematiker, als Briefträger. „In diesem Jahr habe ich mich entschieden, Theologie zu studieren.“ Das erneute Studium hat Schmolly abermals als Kellner und als Programmierer finanziert. Seine Finanzsoftware half Bankkunden zu entscheiden, ob aufgrund ihrer steuer­technischen Situation eine Kreditfinanzierung oder Leasing günstiger sein würde. In dieser Zeit entdeckte der angehende Theologe Karl Rahner. Das Gedankengebäude des berühmten Jesuiten und Konzilstheologen sollte für Schmolly zeitlebens bestimmend bleiben. In Rahners 35-bändigem Gesamtwerk hat Schmolly gemeinsam mit dem Lustenauer Jesuiten Andreas Battlogg den Band 28 editiert. Er befasst sich mit den Schriften Rahners zur Pastoral, zur Jugend und zur christlichen Weltgestaltung.

„Segel sind gesetzt“

Als Pastoralamtsleiter hat Schmolly vor zweieinhalb Jahren einen alles umwälzenden Strukturprozess angestoßen. Donnerstagabend werden 450 Beteiligte im Pfarrzentrum Hard Ergebnis und Ende feiern. „Die Segel sind gesetzt“, lautet das Motto. Dabei ist die Seefahrt ein unsicheres Geschäft. Wer schützt vor Stürmen? Vor haushohen Wellen und Untergang? Aber da kommt Schmolly erneut der Satz über die Lippen: „Fürchtet euch nicht.“ Gottvertrauen zähle nicht grundlos zum christlichen Kerngeschäft. Außerdem vertraut er auf die „Weisheit der vielen“. 2000 Vorarlberger haben den Pastoralprozess gestaltet. Die Diözese aber will den Pfarreien nicht ihre Wege abnehmen, „das können wir nicht. Aber wir wollen die Pfarreien stärken, dass sie ihre jeweiligen Wege selber finden und gehen können.“ Dafür steht Schmolly. Weil die Kirche, die er als Kind in Bizau erfuhr, bereits heute eine andere geworden ist.

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