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Start in die Motorradsaison: Mit Maß aufs Gas!

Bregenz - Motorradfahrer haben im Vergleich zu Pkw-Lenkern ein zehnfach höheres Unfallrisiko. Das KFV empfiehlt besonders zu Beginn der neuen Saison die Fahrtauglichkeit sowohl von Lenker als auch Motorrad einem genauen Check zu unterziehen!

Die Motorradsaison 2011 hat zwar gerade erst begonnen, dennoch haben bereits drei Motorradfahrer ihr Leben auf Österreichs Straßen verloren. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 68 Motorradlenker bei Unfällen getötet, in Vorarlberg war es einer, 2009 waren es vier.

Auch am Montag ereigneten sich in Vorarlberg zwei schwere Motorradunfälle: In Alberschwende kollidierte ein Motorradfahrer beim Überholen mit einem entgegenkommenden Auto (siehe: “Motorradfahrer schwer gestürzt”), in Bludesch verunfallte der Motorradfahrer mit einem Linksabbieger (siehe: “Motorradlenker mit Pkw kollidiert”).

Motorradunfälle: Häufigste Ursachen

Verursacht wird der Großteil der Motorradunfälle nach wie vor durch nicht angepasste Geschwindigkeit. “Motorradfahrer lassen allzu oft außer Acht, dass sie nach dem Winter außer Übung sind und sich erst wieder an das Lenken einer schweren einspurigen Maschine gewöhnen müssen”, erklärt Martin Pfanner, Leiter der Landesstelle Vorarlberg im KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). “Motorradlenkern fehlt es einfach an Übung und Routine. Sie bringen es im Jahr nur etwa auf ein Drittel der durchschnittlichen Fahrleistung eines Pkw-Lenkers.”

Der “klassische” Motorradunfall in Vorarlberg

Fast ein Drittel (28 %) aller 129 Motorradunfälle in Vorarlberg sind Alleinunfälle, verursacht durch überhöhte Geschwindigkeit, riskantes Überholen oder Kurvenschneiden. Traditionell ereignen sich die meisten Motorradunfälle in den Monaten April bis September. Hauptunfalltage sind Sonntag und Montag. 85 Prozent der verletzten Motorradfahrer in Vorarlberg sind Männer. 2010 war ein Viertel der verletzten Motorradfahrer in Vorarlberg in der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren. “Hier ist die Zahl der Verunglückten deswegen so hoch, da die Lenker den A-Führerschein gemeinsam mit dem B-Führerschein gemacht haben, dann jahrelang nur Pkw lenken und sich schließlich den Traum auf zwei Rädern erfüllen. Dabei sind sie aber ungeübt und überschätzen sich selbst. Jahrelange Fahrerfahrung mit dem Auto bedeutet nicht, dass man auch ein guter Motorradfahrer ist”, weiß Pfanner.

“Aufwärmen” nach der Winterpause

Empfehlenswert ist auf alle Fälle das Absolvieren eines Fahrsicherheitstrainings nach der langen Winterpause. Dabei werden Kurven fahren, gefühlvolles Beschleunigen und punktgenaue Bremsmanöver vermittelt und die Motorradfahrer bekommen so wieder ein Gefühl für ihr Gefährt. Außerdem wird dabei trainiert, die Straße zu “lesen”, also Gefahrenquellen wie zum Beispiel Rollsplitt rechtzeitig zu erkennen und richtig darauf zu reagieren.

Motorrad: Technische Überprüfung nicht vergessen

Noch vor der ersten Ausfahrt ist ein technischer Rundum-Check des Motorrads angesagt: Ganz wichtig dabei sind die Bremsen. “Rund 54 Prozent der Motorradunfälle sind durch gutes und richtiges Bremsen positiv zu beeinflussen. Daher ist neben regelmäßigen Fahrsicherheitstrainings auch ein ABS eine lohnende Investition, die im Ernstfall Leben retten kann. Der Durchschnittsfahrer erzielt mit ABS eine um 25 Prozent bessere Bremsleistung”, erläutert Pfanner.

Außerdem sollten Batterie, Scheinwerfer, Rück- und Bremslicht bei Hand- und Fußbremshebel sowie die Blinker auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft werden. Ebenso gehören Ölstand, Kettenspannung, Reifendruck und -profil kontrolliert.

Auch kurze Motorradausfahrten nur mit richtiger Schutzbekleidung

Motorradfahrer haben im Falle eines Unfalls keine Knautschzone. Umso wichtiger ist daher eine geeignete Schutzbekleidung, wie etwa die klassische Lederkombination samt Handschuhen und festen Stiefeln. Der Helm reduziert das Todesrisiko für Motorradlenker um 50 Prozent. “Wichtig ist, den Helm alle drei bis fünf Jahre zu erneuern, da die UV-Strahlung dem Material zusetzt. Prinzipiell gilt: Auch auf kurzen Strecken immer die ‚volle Montur‘ anziehen, denn Unfälle passieren auch bei einer kurzen Proberunde”, appelliert Pfanner. (KFV)

WEB: www.kfv.at; www.helmi.at; www.fuehrerscheinweg.at

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