Starmangel beim Filmfestival Locarno

Schon vor seinem Start am Mittwoch ist das Filmfestival von Locarno von Schlagzeilen überschattet worden. Es bestehe "absolut" die Gefahr, dass der Streit um die Filmpolitik des Förderungs-Verantwortlichen Nicolas Bideau die Filme in Locarno in den Schatten stellt, sagte der scheidende Festivaldirektor Frederic Maire gegenüber der "Mittelland Zeitung", "aber dagegen kann ich nichts machen".

Beiträge über Festivalfilme und -gäste wären ihm lieber, aber dafür hätten die Zeitungen keinen Platz übrig, weil der Bideau-Diskurs die Seiten füllt. Über seine eigene Einstellung zur Arbeit des obersten Filmförderers gibt sich Maire salomonisch: “Bideau spektakularisiert das Schweizer Filmschaffen über seine Person.” Das könne “gut und schlecht” sein, “meine Art ist es nicht”. Im Westschweizer Fernsehen TSR hatte Bideau am Montag angekündigt, er werde bei seiner Pressekonferenz am Freitag in Locarno die Aufsichtsbeschwerde zweier Filmproduzenten-Verbände gegen seine Sektion “in zehn Minuten demontieren”.

Zum wiederholten Ruf Bideaus nach mehr Glamour am Lago Maggiore meinte Maire im Interview: Wenn Bern das wolle, “muss man uns auch mehr Geld geben”. Allein die Flugtickets für einen Hollywood-Star mit Begleitung kosteten rund 20.000 Euro. Cameron Diaz wäre laut Verleiher für etwa 65.000 Euro zu haben gewesen, aber das Limit des Festivals liege bei 26.000 Euro.

Laut Nadja Schildknecht vom konkurrierenden Zurich Film Festival sind Stars günstig zu haben. Roman Polanskis diesjähriger Auftritt koste “keinen Franken, abgesehen von bescheidenen Kosten für Anreise und Unterkunft”, sagte sie der Pendlerzeitung “20 minuten”. Da ist allerdings auch etwas Glück dabei, da Polanski in Paris wohnt.

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