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Starker Herbst für Bauwirtschaft

Nach einem zufrieden stellenden Jahr 2005 zeigt sich die heimische Bauwirtschaft auch für das kommende Jahr optimistisch. 370 neue Arbeitsplätze am Bau sind entstanden.

In der im November von der Bauinnung durchgeführten Blitzumfrage werden sowohl die aktuelle Auftragssituation als auch die Erwartungen an das erste halbe Jahr 2006 insgesamt positiver eingeschätzt als im Vorjahr, berichtet Innungsmeister Franz Drexel. Große Erwartungen setzen die Bauunternehmer in den Tiefbau und in die weiterhin stabile Entwicklung im Wohnbau, während sich die Auftragslage im öffentlichen und gewerblichen Hochbau im kommenden Jahr weiter verschlechtern wird.

Mit einem starken Endspurt gelang es der heimischen Bauwirtschaft das schwache erste halbe Jahr 2005 mehrheitlich wieder auszugleichen. Das schöne Herbstwetter ermöglichte eine lange ungestörte Bautätigkeit und durch die Hochwassersanierungsprojekte kamen im Tiefbau zahlreiche Aufträge dazu. Im Juli lag der Bauproduktionswert noch mit 1,8 Prozent im Minus, jetzt am Ende des Jahres kann voraussichtlich positiv bilanziert werden, berichtet Innungsmeister Franz Drexel bei der Pressekonferenz der Bauinnung. Der Bauproduktionswert dürfte 2005 hochgerechnet bei einem Jahresergebnis von 417 Mio. Euro liegen, damit kann das gute Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Aktuelle Befragung

Diese hochgerechneten Zahlen werden durch die aktuelle Befragung der heimischen Bauunternehmer bestätigt. Mit einem Rücklauf von 75 Prozent bietet die jährlich durchgeführte Blitzumfrage eine echte Situationsanalyse der Vorarlberger Bauwirtschaft. Demnach schätzen 11 Prozent der befragten Bauunternehmer die aktuelle Auftragssituation im November 2005 besser ein als im Vorjahr (2004: 9 Prozent), 69 Prozent schätzen die Lage gleich ein (2004: 48 Prozent) und nur 20 Prozent schlechter (2004: 42 Prozent). Die Erwartungen an das erste Halbjahr 2006 sind ähnlich wie im Vorjahr: Drei Viertel sehen die Auftragssituation bis Mitte 2006 gleich oder sogar besser (6 Prozent), 31 Prozent erwarten Verschlechterungen.

Innungsmeister Drexel bestätigt nach Gesprächen mit Bauunternehmern in allen Regionen, dass seit Oktober tatsächlich ein gewisser Aufschwung spürbar ist: „Wir stellen fest, dass die Stimmung nicht nur bei den Bauunternehmern, sondern auch in anderen Branchen wie im Gewerbe oder im Tourismus insgesamt wesentlich besser ist als vor einem Jahr.“

Als wichtige Zukunftsmärkte für die Baubranche nennt Drexel den Tourismus – allein im Rheintal fehlen laut einer Tourismusstudie 500 bis 1000 Betten – und neue Infrastrukturleistungen für die steigende Zahl an älteren Menschen wie „Betreutes Wohnen“ oder neue Pflegeheime.

Vergabepraxis an regionale Wertschöpfung binden

Zentraler Kritikpunkt der Vorarlberger Bauwirtschaft ist die Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen. Innungsmeister Franz Drexel appelliert an die politisch Verantwortlichen, bei Auftragsvergaben die regionale Wertschöpfung als Vergabelkriterium aufzunehmen, damit Unternehmen, die vor Ort Arbeitsplätze schaffen, faire Wettbewerbschancen erhalten.

Große öffentliche Bauprojekte wie Kops, der Achraintunnel oder von privater Seite das Panoramahaus, die mehrheitlich von nicht Vorarlberger Firmen ausgeführt wurden, heben zwar den statistischen Bauproduktionswert für Vorarlberg, bringen aber im Verhältnis wenig Wertschöpfung für heimische Unternehmen.

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