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Starker Einsatz für libanesische Flüchtlingsfamilie

Die Familie muss anscheinend keine Abschiebung befürchten.
Die Familie muss anscheinend keine Abschiebung befürchten. ©VOL.AT/Scopoli (Themenbild)
Schruns - Die sechsköpfige Familie soll aufgrund des negativen Asylbescheides abgeschoben werden. Eine breite Unterstützung für die integrierten Asylwerber könnte dies aber noch verhindern.

Seit eineinhalb Jahren lebt die Familie in Schruns, sei gut integriert. Die Kinder – das älteste ist acht Jahre alt – sind in Sportvereinen aktiv Mitglied, die Eltern offen und bemüht, versichert Michael Natter von der Caritas Vorarlberg. “Der Mann ist in der Nachbarschaftshilfe engagiert, alle bemühen sich die deutsche Sprache schnellstmöglich zu erlernen.”

Druck auf Behörden

Trotzdem ist das Asylverfahren zügig in beiden Instanzen negativ beurteilt worden, für die Familie bestehe in ihrer Heimat keine reale Bedrohung. Nun wird von den Unterstützern der Familie Druck auf die Behörden gemacht. Das Landhaus erhalte am laufenden Band Emails, die sich für die Familie stark machen. Allein bei Landesrat Erich Schwärzler werden derzeit über 60 Mails in dieser Sache gezählt. Dieser will nun laut Medienberichten beim Innenministerium für die Familie vorsprechen.

Chance auf Duldung durch BH

Da der Rechtsweg mit den beiden negativen Bescheiden abgeschlossen ist, ist das Ministerium jedoch für den Fall nicht mehr zuständig. Der Ball liegt nun bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz. Wenn die Familie nicht freiwillig ausreist, muss sich die Behörde um Heimreisezertifikate für die libanesische Familie bemühen. Es gibt aber keinen Vertrag mit dem Libanon, der die Rücknahme regeln würde. Wenn eine Abschiebung nicht möglich ist, kann die BH eine befristete Duldung der Familie aussprechen.

BH: “Keine Nacht und Nebel-Aktion”

Die BH beruft sich im konkreten Fall auf die Amtsverschwiegenheit. Jedoch versichert der Leiter der Polizeiabteilung Arnold Brunner, dass eine baldige Abschiebung nicht bevorstehe. “Das gab es bei uns noch nie, dass in einer Nacht und Nebel-Aktion eine Familie mit Kleinkindern einfach abgeschoben wurde”, betont er. Die BH müsse nun vielmehr die Möglichkeiten der Familie prüfen, diese können von einer legalen Einwanderung bis hin zu einer Duldung reichen.

Jobangebot als konkrete Hilfe

Diese Duldung wäre jedoch mit keinerlei Rechten verbunden, wie beispielsweise einer Arbeitsbewilligung oder der Zugang zu Sozialleistungen. Hier hackt Brunner ein: “Bei all den Aufrufen, die Familie zu unterstützen, bisher hat noch keiner dem Familienvater beispielsweise einen Job angeboten.” Ein solches Angebot wäre für die Familie eine echte Hilfe. Auch ein Antrag auf humanitäres Bleiberecht ist erst nach einem fünfjährigen Aufenthalt in Österreich möglich.

Kaum Asylanten aus dem Libanon

Es gibt in Österreich derzeit kaum Erfahrungen mit Flüchtlingen aus dem Libanon. Die Familie ist derzeit die einzige aus dem Libanon stammende, die derzeit in Vorarlberg um Asyl ansucht. In Österreich waren es 2012 gerade einmal 40 Anträge um Asyl von Flüchtlingen aus dem Libanon. (VOL.AT)

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