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Ja zur Wälderschanze

Josef Erath, Präsident des SC Bregenzerwald
Josef Erath, Präsident des SC Bregenzerwald ©Annemarie Kaufmann
Standort Andelsbuch für Mattenschanzenanlage fixiert.

Andelsbuch (ak)Die Gemeindevertretung von Andelsbuch hat vor kurzem mit großer Mehrheit ihre Zustimmung zur Errichtung der Schanzenanlage am Standort Unterbezegg gegeben. Nachdem die geplante Schanzenanlage in Bezau nicht realisiert werden konnte, wir berichteten, stand Andelsbuch als neuer Standort zur Debatte. Nach langen Diskussionen soll nun im Bereich der ehemaligen Wälderschanze eine Mattenschanzenanlage für den Nachwuchs mit drei Bakken in der Größenordnung von 18, 33 und 60 Meter Hillsize (Schanzengröße)entstehen. Die alte Wälderschanze bleibt bestehen und soll als „Vision für die Zukunft“ verstanden werden, argumentiert Andelsbuchs Bürgermeister Bernhard Kleber. Nicht viel blieb vom Kampfrichterturm übrig – er brannte in den letzten Jahren gleich zweimal ab.

Finanzierung
Die Gesamtkosten für das Schanzenprojekt betragen 2.450 000 Euro, die Region Bregenzerwald wird voraussichtlich 500.000 Euro, das sind 20,41 Prozent zur Verfügung stellen. Diese Kosten wiederum sind aufgeteilt auf die Regionalplanungsgesellschaft Bregenzerwald mit 173 000 Euro, die Standortgemeinde Andelsbuch mit 147 000 Euro sowie die Gemeinden des Bregenzerwaldes mit insgesamt 180 000 Euro. Der angewandte Aufteilungsschlüssel für die Wäldergemeinden beinhaltet die Komponenten „Einwohner“ und „Entfernung zum Standort“. Dieser soll, wie schon bei früheren regionalen Projekten, Ausgewogenheit und Nutzen wiederspiegeln. Auch bei der Aufschlüsselung kommt Andelsbuch mit 15.226 Euro nochmals zum Handkuss.

Positive Stimmung in der Region
Laut Kleber stehen noch Zustimmungen der Gemeinden zur Mitfinanzierung aus, die Stimmung bei der Vollversammlung der REGIO könne jedoch durchaus als positiv bezeichnet werden und man erwarte die Entscheidungen der einzelnen Gemeinden bis zum Monatsende. Die Eigenleistung des Skiclub Bregenzerwald beträgt 130.000 Euro. Das Land Vorarlberg trägt mit 1.470.000 Euro 60 Prozent der Gesamtkosten, die restlichen Mittel werden durch Sponsoren abgedeckt. Geplant ist, eine Errichtergesellschaft zu gründen, Kleber kann sich vorstellen, dass sich diese aus dem Skiclub Bregenzerwald, der Regio, dem Land Vorarlberg sowie der Gemeinde Andelsbuch zusammensetzt.

Kinder begeistern
„Im Durchschnitt wäre ein Trainingsbetrieb von ca. drei bis vier Mal wöchentlich geplant“, erklärt der Präsident des Skiclub Bregenzerwald Josef Erath. Darüber hinaus wäre mit ca. fünf bis acht Veranstaltungen pro Jahr zu rechnen. „Die Anlage in Andelsbuch ist so konzipiert, dass Kinder, die Freude am Skifahren und Hüpfen zeigen, auf möglichst unkomplizierte Art in die nordische Sportart hineinwachsen können“, so Erath, „Begonnen wird auf der kleinen Schanze (Hillsize 18 Meter), zunächst mit Alpinskiern, der nächste Schritt beinhaltet das Vertrautmachen mit den Sprungskiern sowie den Wechsel auf die nächstgrößere Schanze“. Um einen optimalen Trainingsablauf zu gewährleisten ist als Verbindung vom Auslauf zum Sprungbakken ein Förderband geplant. Östlich des Förderbandes soll für die Schanzen Hillsize 33 und 60 ein Sprungrichterturm errichtet werden, im Auslaufbereich entsteht ein Funktionsgebäude.

Trainingsmöglichkeit im Sommer
Während die Schanzen Hillsize 17,5 Meter und 33 Meter weitgehend in das Gelände eingebettet werden könnten, wäre für die Schanze Hillsize 60 Meter ein Anlaufturm erforderlich. „Dieser würde an seiner höchsten Stelle ca. fünf Meter über dem ursprünglichen Gelände liegen“, so Erath. Als wichtig für den Nachwuchs erachtet Erath die Trainingsmöglichkeit vor allem im Sommer. „Will man im Sprunglaufsport an der Österreichischen Spitze und somit an der Weltspitze mitmischen, ist die Installierung von Mattenschanzen unumgänglich“, so der Präsident, „90 Prozent des Trainingspensums werden im Sommer absolviert“.

Traditionen aufleben lassen
Die Wälderschanze hat eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1928 fand in Andelsbuch das erste Springen statt, jährliche Sprung-Veranstaltungen folgten. 1947 wurde der neue Bakken eröffnet, Bubi Bradl führte Österreichs Olympiateam an. Den Schanzenrekord sprang der spätere Vorarlberger Skiverbandspräsident Arno Giesinger mit 67 Meter, der zwanzig Jahre lang bis in die 70er-Jahre hielt. Auch Toni Innauer und Alois Lipburger absolvierten auf der Anlage ihre ersten Sprünge. 8000 Fans sahen im Jahr 1975 die ÖSV-Meisterschaften, Hans Millonig sprang mit 77,5 m neuen Rekord. 1990 wurde die Schanze auf 85 m Hillsize erweitert, die letzte Veranstaltung wurde 2003 durchgeführt. Bei einem Springen unter Flutlicht landete David Zauner bei 96,5 m.

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