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Standby größter Stromfresser

Oftmals sind es Kleinigkeiten, die große Wirkung zeigen. Auch beim Thema Energieeffizienz. Grafik: Größte Stromfresser im Standby-Bereich  

Denn: Die größten Einsparpotenziale im Energieverbrauch orten Experten im Standby-Modus von Elektrogeräten.

Die sofortige Verfügbarkeit von Fernseher, Kaffeemaschine und Computer ist zwar bequem, aber teuer. Vor allem Produkte älteren Baujahres verbrauchen auch im ungenutzten Zustand viel Energie. Abhilfe schafft nur die konsequente Trennung vom Stromnetz. Eine Absage an die Bequemlichkeit der Verbraucher.

Großes Sparpotenzial

Und genau da liegt das Problem, wie Vkw-Experte Martin Schönach präzisiert. „Es wurde in dieser Hinsicht schon viel Sensibilisierungsarbeit geleistet. Trotzdem bleibt es das bestimmende Thema in Sachen Energieeffizienz.” So könne ein durchschnittlicher Haushalt mit konsequenter Vermeidung von Standby-Betrieb rund 150 Euro im Jahr sparen. Gerade im Bereich Unterhaltungselektronik liegen lauf Schönach die größten Sparpotenziale begraben. Technische Hilfsgeräte wie schaltbare Steckerleisten sollen da Abhilfe schaffen – und die Vorteile darüber hinaus deutlich im Geldbeutel spürbar werden.

Experte rät zu Vergleich

So entspricht ein Watt Verbrauch pro Jahr rund einem Euro Stromkosten. Da ältere Geräte im Standby-Betrieb teilweise mehr als 20 Watt verbrauchen, liegt der Sparvorteil auf der Hand. „Aber auch bei einem neuen Produkt ist nicht garantiert, dass es wenig Strom verbraucht”, stellt Schönach jedoch klar. Wichtig sei deshalb der Produktvergleich vor der Neuanschaffung. In Zusammenarbeit mit den Vkw listet beispielsweise das Online-Portal www.topprodukte.at die sparsamsten Elektrogeräte auf. „Effizienz fängt beim Gerätekauf an”, verdeutlicht Schönach.

EU forciert neue Standby-Richtlinie

Standby-Schaltungen an Fernsehern, Computern oder Stereoanlagen sollen ab 2010 sparsamer werden – so eine neue Verordnung der Öko-Design-Richtlinie der EU. Demnach dürfen ab 2010 keine Geräte mehr auf den Markt kommen, die im Standby-Modus mehr als ein Watt verbrauchen. Ab 2014 wird der Verbrauch auf 0,5 Watt begrenzt. Bis 2020 werde dies den Stromverbrauch im Standby-Betrieb um 75 Prozent reduzieren, sagte Energiekommissar Andris Piebalgs: „Millionen Tonnen CO2 werden eingespart”, sagt er.

Hilfsgeräte verringern den Standby-Stromverbrauch

Um den Standby Stromverbrauch zu verringern, können zahlreiche Geräte zur Hilfe genommen werden. Sinnvoll eingesetzt werden diese vor allem bei Produkten, die sich ständig ungewollt im Standby-Modus befinden – und somit nicht über einen eigenständigen Power-Knopf vom Netz getrennt werden können.

Schaltbare Steckerleiste
Schaltbare Steckerleisten sind die populärste und zugleich wirksamste Methode, die Standby-Zeit so gering wie möglich zu halten. Per Knopfdruck werden alle angeschlossenen Geräte vom Netz getrennt. Die Steckerleisten sind im Baumarkt bereits für fünf Euro erhältlich.

Schaltbare Steckerleiste mit Fußschalter
Etwas teurer, aber komfortabler sind schaltbare Steckerleisten mit Fußschalter. So kann die Leiste auch hinter dem Schreibtisch oder dem Sofa versteckt werden – und bleibt trotzdem erreichbar. Diese Variante ist ab zirka 20 Euro erhältlich.

Master-Slave-Steckdose
Diese Steckerleiste ist speziell für den PC-Bereich entwickelt worden. Der Rechner wird im Master-Bereich angeschlossen, die Peripherie-Geräte wie Drucker, Lautsprecher und Router finden in den Slave-Steckplätzen Platz – und werden sobald der Rechner ausgeschaltet wird, automatisch vom Netz getrennt. Etwas teurer, aber gerade im Arbeitsbereich sinnvoll eingesetzt: Ab 40 Euro.

Powersafer
Wer auf die komfortable Art, per Fernbedienung Geräte auszuschalten nicht verzichten will, liegt mit dem Powersafer richtig. Das Gerät registriert, ob sich beispielsweise der angeschlossene Fernseher in Betrieb befindet oder nicht – und trennt diesen im Standby Modus vom Netz. Per Knopfdruck auf die Fernbedienung wird der TV wieder eingeschaltet. Der Powersafer ist ab 30 Euro erhältlich.

Den Standby-Verbrauch im eigenen Haushalt ermitteln

Die Vorarlberger Kraftwerke (Vkw) stellen auf ihrer Homepage einen Online-Rechner zur Verfügung, der das Einsparungspotenzial der eigenen Elektrogeräte erechnet. Die Online-Maske ermittelt im Anschluss an die Eingaben des Benutzers den jeweiligen Durchschnittsverbrauch der angegebenen Elektrogeräte im Standby Modus und erechnet unter Berücksichtigung aktueller Strompreise die möglichen Kosteneinsparungen pro Jahr.

Wesentlich genauer aber zeitaufwendiger ist das Verfahren mit einem Strommessgerät. Angeschlossen an das jeweilige Elektrogerät weist der Apparat in einem Display den aktuellen Stromverbrauch aus. Für den Zeitraum von einer Woche kann es bei den Vkw ausgeliehen werden.

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