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Stammzellen aus Mensch-Tier-Hybriden

Die Kreuzung menschlicher und tierischer Erbanlagen zur Erzeugung von Hybrid-Embryos dürfte in Großbritannien in Kürze als legale Methode der Stammzellenforschung zugelassen werden.

Experten erwarten, dass die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) http://www.hfea.gov.uk die Pläne mit Einschränkungen absegnen wird. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Öffentlichkeit die Vorteile der Forschungen für die Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer anerkenne.

Das Thema Stammzellenforschung ist in den verschiedenen EU-Staaten sehr unterschiedlich geregelt. Deutsche Wissenschaftler dürfen beispielsweise Stammzellen aus anderen Ländern importieren und unter strengen Auflagen zur Forschung einsetzen, allerdings nicht selbst herstellen. Von der aktuellen Entwicklung in England ist der deutschsprachige Raum jedoch weit entfernt. “In Österreich steht dieses Thema auf Grund der restriktiven Gesetzeslage überhaupt nicht zur Diskussion”, erklärt Doris Wolfslehner von der österreichischen Bioethikkommission http://www.bka.gv.at/bioethik, im Gespräch mit pressetext.

In Großbritannien ist Stammzellenforschung grundsätzlich erlaubt. In Zukunft werden Wissenschaftler dabei auch auf Rohmaterial zurückgreifen können, das durch die Kreuzung von menschlichen und tierischen Erbanlagen erzeugt wurde. “Das mag abstoßend klingen, aber man muss verstehen, dass wir nur sehr wenig genetische Information der Kuh verwenden”, so Lyle Armstrong von der Universität Newcastle. “Es ist nicht unsere Absicht einen bizarren Kuh-Mensch-Hybrid zu erschaffen – wir wollen diese Zellen nutzen, um zu verstehen wie man menschliche Stammzellen verbessern kann.”

Im Zuge des Experiments wird menschliche DNA in eine tierische Eizelle verpflanzt, aus der fast die gesamte genetische Information entfernt wurde. Die entstehenden Embryos sind zu mehr als 99 Prozent menschlich und nur zu etwa 0,1 Prozent tierisch und wachsen einige Tage lang. Anschließend werden die Stammzellen extrahiert. Aufgrund der Unterversorgung mit menschlichen Eizellen könnte diese Technik der Stammzellenforschung erheblichen Auftrieb geben. Jedoch steht die Forschung mit menschlichen Embryos nach wie vor unter heftiger Kritik. “Wir verstehen die Bedenken, glauben aber, dass sie größtenteils auf falschen Informationen basieren”, so Chris Shaw vom Kings College London.

In Österreich ist die Forschung an embryonalen Stammzellen verboten. “Es gibt zwar kein eigenes Stammzellengesetz, aber Stammzellenforschung ist grundsätzlich nicht erlaubt”, so Wolfslehner. Aufgrund der lückenhaften Gesetzeslage könne die Regelung jedoch im Zweifelsfall auch anders interpretiert werden.

(Quelle: pressetext.at)

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