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Staatsoper: Holender hört auf

Die Wiener Staatsoper benötigt ab September 2010 eine neue Leitung: Direktor Ioan Holender hat am Mittwoch angekündigt, er werde für keine Verlängerung seiner Amtszeit zur Verfügung stehen.

Er sehe sich „außerstande, in der verbleibenden Zeitspanne eine der Qualität des Hauses entsprechende Planung zu ermöglichen.“ Die künstlerische und kaufmännische Leitung der Staatsoper wird nun im März ausgeschrieben, der neue Direktor soll bis Sommer feststehen, kündigte die für Bundestheater zuständige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) an.

Der am 18. Juli 1935 im Timisoara (Rumänien) geborene Holender wird nach Ende seiner Ära als der längst amtierende Direktor der Wiener Staatsoper seit Eröffnung des Hauses 1869 in deren Annalen eingehen: Er wurde 1992 an die Spitze des Hauses am Ring berufen und wird 2010 genauso lang im Amt gewesen sein wie Gustav Mahler und Herbert von Karajan zusammen. Seine Leitung weist beachtliche Erfolge in kaufmännischer Sicht, etwa bei Karteneinnahmen, Eigendeckungsanteil und Sitzplatzauslastung, auf.

Budgetäre Situation immer schwieriger

In jüngster Zeit wurde auf Grund gedeckelter Subventionen die budgetäre Situation für die Staatsoper immer schwieriger, und in der Saison 2005/06 hat die Staatsoper erstmals seit der Ausgliederung negativ bilanziert. Dennoch hatte Holender immer wieder signalisiert, auch noch für die Spielzeit 2010/11 bereit zu stehen, sollte dies für die Direktorenfindung nützlich sein. Nun jedoch hat Holender diese Option beendet.

Spekulationen um Nachfolge

Mit der Bekanntgabe Holenders und der kommenden Ausschreibung erhält das Namenskarussell um seine Nachfolge neuen Schwung. Genannt werden u. a. Franz Welser-Möst, Neil Shicoff, Gerard Mortier, Alexander Pereira oder Pamela Rosenberg. Schmied fordert von der künftigen Leitung die „Fortsetzung des künstlerischen Top-Niveaus“ und betont: „Wir möchten in Zukunft das Haus für neue gesellschaftliche Gruppen öffnen.“

„Nicht überrascht“ von der Entscheidung Holenders zeigte sich Bundestheaterholding-Chef Georg Springer. Für Holenders Wunsch nach einem „entspannten Planungshorizont“, der zum Teil wesentlich länger als drei Jahre ausgerichtet sei, habe er „vollstes Verständnis“, so Springer zur APA.

Überrascht zeigte sich hingegen Roland Geyer, Intendant des Theaters an der Wien: „Ich dachte zuerst an einen verspäteten Faschingsscherz!“ Holenders Argument der zu kurzen Planungszeit bis zur Saison 2010/11 kann Geyer verstehen: “2010 ist näher als man glaubt. Trotzdem denke ich, dass die Wiener Staatsoper international so bedeutend ist, dass wichtige Künstler auch kurzfristig auftreten würden.“

Zu Wort gemeldet haben sich auch der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der ehemalige Kunststaatssekretär Franz Morak (beide V), die Holender während ihrer Amtszeit zwei Mal (von 2005 zuerst bis 2007, dann bis 2010) verlängert haben. Holender hat „die Opernlandschaft insbesondere im deutschsprachigen Raum maßgeblich geprägt und ist im Reigen der namhaften Operndirektoren, die dieses Haus gesehen hat, eine glückhafte Erscheinung“, sagte Schüssel laut einer Aussendung. Holender sei „ein großer Österreicher“. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, wollte Holender Entscheidung nicht kommentieren, weil es sie „immer genervt hat, wenn Ioan Holender die Salzburger Festspiele kommentiert hat“.

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