St.Gallen: Blühende Kulturstadt mit christlicher und textiler Vergangenheit

©swiss-image.ch/Christof Sonderegger
St. Gallen will entdeckt werden: Die Stadt am Bodensee mit ihren rund 74.000 Einwohnern ist nicht nur einer der höchstgelegenen Städte der Schweiz und wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sondern auch bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

Der Legende nach begab sich der irische Wandermönch Gallus im Jahr 612 nach Christus auf eine europaweite Suche nach dem perfekten Ort für eine Eremitenzelle, um dort im selbst auferlegten Exil Gott zu würdigen. Fündig wurde er im wilden Hochtal des heutigen St.Gallen: Der Fall in einen Dornenbusch und die Begegnung mit einem wilden Bären waren in seinen Augen ein Fingerzeig Gottes, hier sein Eremitenleben zu führen. Dies führte hundert Jahre später zum Bau eines christlichen Klosters, welches im Mittelalter zu den wichtigsten kulturellen Zentren des Abendlandes zählte. Rund um das Kloster wurde allmählich die Stadt, die wir heute als St. Gallen kennen, gebaut.

Die klösterliche Pracht färbte schnell auf die mittelalterliche Stadt ab. Bürgerstolz, Wissenschaft, Humanismus und Glaube verhalfen St. Gallen zur wirtschaftlichen Blüte. Die verwinkelte Altstadt mit ihren wunderschönen Erkern gilt als perfekt erhaltenes Gesamtensemble und als Ausdruck des bürgerlichen Wohlstands der Stadt. Zwischen den altehrwürdigen Bauten gibt es aber auch kontemporäre Architektur zu bewundern – etwa die skelettartigen Strukturen der Bauwerke des spanischen Architekten Santiago Calatrava, dessen hochmoderne Akzente dem historischen Stadtkern eine ganz eigene Note verpassen.

Der Stiftsbezirk mit seiner wunderbaren Kathedrale wurde 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Die Jahrhunderte alte Geschichte und Tradition des Ortes wurde von den Mönchen des Klosters übrigens akribisch verwaltet: in der Stiftsbibliothek lagert – frei für jeden Besucher einsehbar- ein Archiv aus 170.000 alten Büchern und mittelalterlichen Originalhandschriften.

Das Textilmuseum St.Gallen erzählt die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Stadt: Bereits im Mittelalter war St.Gallen berühmt für die Produktion feinster Stoffe und Textilien. Das St.Galler Tuch bewies sich als jahrhundertelanger Exportschlager und galt in ganz Europa als begehrtes Handelsgut. Die wohlerhaltenen Modekollektionen des Textilmuseums erzählen den Aufstieg der Stadt in Form von Leinen, Tüchern und Anzügen. Während der Industrialisierung wurde St. Gallen für seine Produktion von Stickereien und feinsten Spitzen berühmt. Anfang des 20. Jahrhunderts löste die Textilproduktion einen regelrechten Bauboom aus: Prächtige Museumsbauten und eine Jugendstil-Konzerthalle zeugen heute noch vom hohen künstlerischen Anspruch der Architekten und dem Wohlstand der Region. Die Wohnhäuser und Villen entführen mit ihren geschwungenen, dekorativen Außenfassaden Einwohner wie Gäste in längst vergangene Zeiten. Selbst die Fabriken der Stadt lösen mit ihren palastartigen Strukturen höchste ästhetische Versprechungen ein.

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