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Sri Lankas Regierung: Einsatz schwerer Waffen gestoppt

Unter wachsendem internationalem Druck hat die Regierung Sri Lankas den Einsatz schwerer Waffen und von Luftangriffen im Krieg gegen die eingekesselten Tamilen-Separatisten gestoppt.

Ein Sprecher des Präsidenten betonte am Montag, dabei handle es sich nicht um einen von den “Befreiungstigern von Tamil Eelam” (LTTE) geforderten Waffenstillstand. Das Büro des Präsidenten Mahinda Rajapakse teilte mit, die Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, den Einsatz von großkalibrigen Geschützen sowie Kampfflugzeugen zu beenden, der zu zivilen Opfern im Kampfgebiet führen könnte. Nach Angaben der LTTE flog die Luftwaffe allerdings unmittelbar nach der Ankündigung erneut Luftangriffe.

“Kampfoperationen haben ihr Ende erreicht”, hieß es in der Mitteilung aus dem Büro des Präsidenten. “Unsere Sicherheitskräfte werden ihre Bemühungen darauf beschränken, Zivilisten zu retten, die (von der LTTE im Kampfgebiet) als Geiseln gehalten werden.” Der Direktor des LTTE-Friedensekretariats, S. Puleedevan, sagte dem Internetdienst Tamilnet, zwei Kampfflugzeuge hätten zivile Ziele bombardiert. Die Armee setze außerdem weiterhin Artillerie ein. Mit der Ankündigung versuche die Regierung in Colombo, die internationale Gemeinschaft zu täuschen.

Die Regierung erklärte, die Kampfhandlungen näherten sich dem Ende. Deshalb würden schwere Waffen wie Panzer, Kampfhubschrauber, Artillerie und schwere Maschinengewehre nicht mehr eingesetzt. Die Regierung wirft den Rebellen vor, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Militärsprecher Udaya Nanayakkara sagte zu der Regierungserklärung, die Streitkräfte verzichteten in ihrer Offensive bereits seit Wochen auf schwere Waffen. Dies erfolge in den jeweiligen Kampfzonen immer, wenn eine Niederlage der Rebellen kurz bevorstehe.

Am Sonntag hatte die Regierung eine Waffenruhe abgelehnt und eine Kapitulation der LTTE gefordert. Die Rebellen, die zuvor einen einseitigen Waffenstillstand erklärt hatten, lehnten eine Aufgabe jedoch ab. Am Wochenende appellierten die USA an die Regierung, die Kämpfe einzustellen. Seit Beginn der Schlussoffensive im Februar starben nach UNO-Angaben rund 6.500 Menschen.

Die LTTE kämpfen seit mehr als 25 Jahren für einen tamilischen Staat im Norden der Insel Ceylon. In den vergangenen Monaten wurden sie jedoch auf einen kleinen Landstrich zurückgedrängt und von Regierungssoldaten immer stärker eingekreist.

Spitzendiplomaten der 27 EU-Staaten kamen am Montag in Luxemburg zusammen, um einen Ausweg aus der humanitären Notlage im Krisengebiet Sri Lankas zu suchen. “Wir haben die Befürchtung, dass Zehntausende von Zivilisten bedroht sind”, sagte der deutsche Staatsminister Günter Gloser am Rande des Treffens. Die deutsche Regierung habe ihre humanitäre Hilfe um 500.000 Euro auf 4,7 Millionen Euro aufgestockt und setze sich für den Schutz der Hilfsorganisationen an Ort und Stelle ein.

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