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Sri Lanka: Armee beendet Offensive

Die srilankesische Armee hat die Tamilen-Rebellen im Nordosten des Landes an einem strategisch wichtigen Punkt zurückgeschlagen. Beobachter befürchten Gegenschläge der Befreiungstiger.

Nach diesem Erfolg werde das Militär vorerst alle offensiven Handlungen einstellen, teilte die Regierung am Montag mit. Offiziell gilt in der Region noch immer ein Waffenstillstand aus dem Jahr 2002. Die Gewalt zwischen Rebellen und Regierung hat seit Beginn des Jahres jedoch so stark zugenommen, dass inzwischen wieder von Bürgerkrieg die Rede ist.

Der Regierung zufolge vertrieb die Armee die tamilischen Rebellen, die für eine Autonomie im mehrheitlich von Singhalesen bewohnten Sri Lanka kämpfen, aus der Einfahrt zum strategisch wichtigen Hafen Trincomalee und eroberte den südlichen Rand des Hafengebietes zurück. Die Streitkräfte hatten ihre Offensive in dem Gebiet Sampur vor mehr als einer Woche begonnen. Seither wurden Angaben des Militärs zufolge mindestens 14 Soldaten getötet, auf Seiten der Rebellen angeblich rund 120 Kämpfer.

Die Aufständischen hatten von ihren Positionen in Sampur aus nicht nur eine wichtige Marinebasis auf der Halbinsel Jaffna unter Beschuss gehalten, sondern auch eine Nachschubroute für die Armee vom Meer her unterbrochen. „Wir haben die völlige Kontrolle über das Gebiet“, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. „Daher werden wir keine offensiven Einsätze mehr unternehmen, so lange wir nicht als Folge eines feindlichen Angriffes dazu gezwungen sind.“

Die Rebellen warfen der Regierung vor, mit der Eroberung von Sampur gegen den Waffenstillstand verstoßen zu haben. „Dass die srilankesische Armee Gebiete übernimmt, die von der LTTE kontrolliert werden, ist ein schwerer Verstoß gegen die Vereinbarung über die Waffenruhe“, sagte der Chef des so genannten Friedensbüros der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), S. Puleedevan, in Kilinochchi im Norden der Insel.

Beobachter gingen davon aus, dass die LTTE auf den Erfolg der Armee mit Gegenschlägen reagieren wird. In den vergangenen Wochen sind hunderte Soldaten, Rebellen und Zivilisten getötet worden. Mehr als 200.000 Menschen sind aus dem Kriegsgebiet geflohen.

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