Sri Lanka: 31 Tote bei neuen Anschlägen

Bei neuer Gewalt in Sri Lanka sind am Wochenende mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Bei einer Minenexplosion im östlichen Trincomalee starben am Montag mindestens vier Zivilisten und ein Marinesoldat.

Der Anschlag richtete sich gegen eine Militärpatrouille. Die Armee machte die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für die Tat verantwortlich. Ein Armeesprecher sagte, der an einem Fahrrad befestigte Sprengsatz sei gezündet worden, als Soldaten das nahe eines Hindu-Tempels abgestellte Fahrrad überprüfen wollten.

Vor der Küste Trincomalees lieferten sich in der Nacht zum Montag Marineboote und Boote der Sea Tigers, einer Einheit der LTTE, Gefechte. Nach Angaben der Rebellen wurden die Sea Tigers beim Transport von LTTE-Funktionären von der Marine angegriffen und erwiderten das Feuer. In Trincomalee gibt es seit dem 12. April eine nächtliche Ausgangssperre, nachdem bei einem Bombenanschlag auf einen Markt 17 Menschen getötet worden waren. In der srilankesischen Hauptstadt Colombo wurden alle größeren Veranstaltungen zum 1. Mai aus Angst vor Anschlägen abgesagt.

Bei einem Angriff auf eine rivalisierende tamilische Miliz im Osten Sri Lankas töteten LTTE-Rebellen nach eigenen Angaben am Sonntag mindestens 18 gegnerische Kämpfer. Die angegriffene Gruppe wird von einem so genannten Oberst Karuna angeführt, der sich im Jahr 2004 von der LTTE abspaltete. Die LTTE wirft der Regierung vor, Karunas Miliz zu unterstützen. Die Regierung weist das zurück. Ein Militärsprecher bestätigte, dass in abgehörten Funksprüchen von acht Toten auf Seiten der LTTE und zehn auf Seiten der Miliz die Rede gewesen sei.

Die der LTTE nahe stehende Internetseite Tamilnet meldete, das angegriffene Camp habe sich im Regierungsgebiet befunden. Der Schauplatz der Kämpfe sei von der Armee umstellt worden. Die Soldaten hätten mit Granatwerfern auf die angreifenden LTTE-Kämpfer geschossen und versucht, Karuna-Rebellen zur Hilfe zu kommen. Das Verteidigungsministerium in Colombo wies diesen Vorwurf zurück.

Trotz eines auf dem Papier noch bestehenden Waffenstillstands kamen im April bei Bombenanschlägen und Überfällen in dem südasiatischen, stark vom Tsunami betroffenen Inselstaat mindestens 200 Menschen ums Leben. Die Behörden machten für die meisten Gewalttaten die LTTE verantwortlich.

Nach Luftangriffen der Regierung auf Rebellenstellungen sind nach UNO-Angaben nun mehr als zwanzigtausend Menschen auf der Flucht. 6.000 Familien oder rund 21.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, teilte das UNO-Büro in Colombo am Sonntag mit. Sie seien vor den Luftangriffen der Regierung auf die Stadt Trincomalee geflohen. Die UNO habe mit der Auslieferung von Hilfsgütern in die Region im Nordosten von Sri Lanka begonnen, hieß es weiter. Es sei damit zu rechnen, dass die Flüchtlinge in näherer Zukunft wieder in ihre Häuser zurückkehrten.

Die LTTE-Guerilla kämpft seit 1972 für die Unabhängigkeit des hauptsächlich von Tamilen bewohnten Nordostens der Insel. Inzwischen fordert die Rebellenorganisation aber nur noch eine umfassende Autonomie. In dem Konflikt wurden mehr als 60.000 Menschen getötet. Ihre Beteiligung an den von Norwegen vermittelten Friedensgesprächen mit der Regierung hatte die LTTE am 20. April ausgesetzt.

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