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Spur zu untergetauchten RAF-Terroristen - Überfalle auf Geldtransporte in Deutschland

Gesuchtes RAF_Trio soll 2015 versucht haben, einen Geldtransporter zu überfallen.
Gesuchtes RAF_Trio soll 2015 versucht haben, einen Geldtransporter zu überfallen. ©AP via BKA
Stuhr/Wolfsburg. Am helllichten Tag überfallen Maskierte mit vorgehaltener Panzerfaust und Schnellfeuergewehren Geldtransporter, müssen aber ohne Beute flüchten. Nun stellt sich heraus: Es waren wohl untergetauchte RAF-Terroristen.

Nach Jahrzehnten im Untergrund haben drei gesuchte Linksterroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) frische Spuren hinterlassen: Höchstwahrscheinlich hat das Trio im Juni und zuletzt Ende Dezember 2015 schwer bewaffnet zwei Geldtransporter in Niedersachsen überfallen.

Geld für das Leben im Untergrund

Dies teilte die Staatsanwaltschaft Verden am Dienstag mit. Nach den missglückten Überfällen in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg fanden Ermittler die genetische Spuren der untergetauchten Terroristen Daniela Klette (57), Ernst-Volker Wilhelm Staub (61) und Burkhard Garweg (47).

Wie die gesuchten RAF-Terroristen heute aussehen könnten. (Fahndungsfoto des BKA)
Wie die gesuchten RAF-Terroristen heute aussehen könnten. (Fahndungsfoto des BKA) ©Wie die drei gesuchten RAF-Terroristen heute aussehen könnten. (Fahndungsfoto des BKA)

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärte, sie sehe “keinen terroristischen Bezug” der Überfälle. Die Ermittler in Verden und auch der RAF-Experte Butz Peters gehen vielmehr davon aus, dass die Terroristen mit der Beute ihr Leben im Untergrund finanzieren wollten.

RAF: Über zwei Jahrzehnte Terror in Deutschland

Alle drei waren laut Bundesanwaltschaft unter anderem 1993 an dem Sprengstoffanschlag auf den Gefängnis-Neubau in Weiterstadt in Hessen beteiligt. Auch damals wurden ihre DNA-Spuren gefunden.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF der Inbegriff von Terror und Mord. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Ihrem “bewaffneten Kampf” gegen das “imperialistische System” fielen Dutzende zum Opfer, darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik. Einige Mitglieder stehen bis heute auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts (BKA).

Zwei Überfälle auf Geldtransporte ohne Beute

Bei dem Überfall in Stuhr hatten drei Maskierte den gepanzerten Geldtransporter am helllichten Tag mit einem VW-Bulli blockiert und mit einem Schnellfeuergewehr auf den Transporter geschossen – in dem eine Million Euro lagen. Die Tätern gelangten aber nicht ins Auto und flüchteten ohne Beute. Nach dem Überfall wurden DNA-Spuren entdeckt, die dem Trio zugeordnet wurden.

In Wolfsburg hatten die Täter den Beifahrer des Geldtransporters außerhalb des Fahrzeugs abgefangen und mit einer Pistole bedroht. Der Fahrer flüchtete aber überraschend mit dem Transporter vom Tatort, einem großen Supermarkt in Nordsteimke. Die Räuber gingen leer aus.

Gleiches Schema wie 1999

Laut NDR wurden Spuren der drei RAF-Mitglieder auch nach einem Überfall 1999 in Duisburg auf einen Geldtransporter entdeckt, der nach ähnlichem Muster verlief. Damals erbeuteten sie gut eine Million D-Mark. RAF-Experte Peters, der mehrere Bücher über die RAF verfasst hat, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Geld sei wohl mittlerweile aufgebraucht.

Die drei Generationen der RAF

Vorläufer der RAF war die nach dem Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und der Journalistin Ulrike Meinhof benannte Baader-Meinhof-Gruppe. Diese “erste Generation” richtete ihre Gewalttaten bis 1972 vor allem auf US-Einrichtungen. Als der “harte Kern” hinter Gittern saß, machte die “zweite Generation” weiter.

Danach formierte sich eine “dritte Generation” der RAF mit einer namentlich kaum bekannten “Kommando-Ebene”. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen – etwa an dem MTU-Vorstandschef Ernst Zimmermann (1985), dem Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts (1986), dem Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (1986), Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bis heute wissen die Ermittler nicht, wer die Täter waren. (red/APA/dpa)

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